04 April 2013

stenka/rasin

ataman; donkosake und anführer einer der vielen aufstandsbewegungen deiner zeit. deine vierteilung war der klatsch ins gesicht der vom zar ausgebeuteten leibeigenen und zerschlug den protest der so erfolgsversprechend begann. was blieb ist ein lied und dein platz in der russischen geschichte; stenka rasin. 

 
 
Hinter der Insel hervor auf den Strom,
auf die weite Fläche der Wogen
schwimmen bunt bemalte
Kähne mit spitzem Bug.

Auf dem ersten sitzt Stenka Rasin,
hält die Fürstin umarmt,
er feiert seine neue Hochzeit,
er ist fröhlich und berauscht.
 
 

Hinter ihnen hört man Gemurmel:
"Er hat uns mit dem Weib vertauscht!
Nur eine Nacht hat er mit ihr verbracht
und am Morgen ist er selbst zum Weib geworden!"
 
 
Dieses Gemurmel und Gespött
hört der grimmige Ataman,
und mit mächtigem Arme
umfasst er die Figur der Perserin.
 
 
Die schwarzen Augenbrauen ziehen sich zusammen,
ein Gewitter zieht herauf,
heisses Blut schiesst
dem Ataman in die Augen.
 
 
"Alles will ich geben, ich werde es nicht bedauern,
selbst mein wildes Haupt will ich hergeben!"
schallt seine mächtige Stimme
über die benachbarten Ufer.
 
 
Und sie, mit niedergeschlagenen Augen,
mehr tot als lebendig,
vernimmt schweigend die berauschten
Worte des Atamans:
 
 
"Wolga, Wolga, liebe Mutter,
Wolga, du russischer Strom,
du hast noch kein Geschenk gesehen
von einem Donkosaken!
 
 
Und damit keine Zwietracht herrsche
unter freien Menschen,
Wolga, Wolga, liebe Mutter,
wegen eines schönen Mädchens - nimm du es!"
 
 
Mit machtvollem Schwung hebt er
die schöne Fürstin hoch
und wirft sie über Bord
in die heraneilenden Wogen.
 
 
"Was lasst ihr Teufel den Kopf hängen?
He, du, Filka, los, tanze!
Singen wir, Brüder, was Verwegenes
zum Gedenken an ihre Seele!"
 
 
Hinter der Insel hervor auf den Strom,
auf die weite Fläche der Wogen
schwimmen die bunt bemalten
Kähne Stenka Rasins.
 
   

russisches volkslied

03 April 2013

begegnung/und/deren/ergüsse


kein nebel, kein dunst in portree; mit dem motorrad unterwegs, dort das pub, stopp.  dann ergoss sich das pub in uns, die menschen ergossen sich, der eindruck goss sich in mein herz. dort in der ecke spielten alte männer ihren folk, das kilkenny ergoss sich in mich. da sprach er mich an, dieser mann, den ich nicht kannte und spendierte mir den  nächsten erguss, denn er sprach:

 "wissen sie junger mann, ich segle mit meinem freund den ganzen tag an der küste von skye entlang und habe sie diese zeit über beobachtet, wie sie und ihr freund mit dem motorrad unterwegs waren, ein rotes und ein silbernes, immer wieder konnte ich sie erkennen. nun will ich hier in das pub und diese motorräder stehen vor der tür, hier dieses kilkenny ist für sie"!  

als ich das getränk entgegennahm und mich bedanken wollte, war er schon nicht mehr da.






stell/dir/vor

stell dir vor, kein strom, das licht geht aus, der computer, das smartphone; stell dir vor die lkw`s rollen nicht mehr, tranportieren keine fracht, die bahn steht still, supermärkte leer. recourcen erschöpft, das haus bleibt kalt; schau wie degeneriert wir sind, wir frieren, hungern, leben im dunklen haus. zunächst überrascht, doch dann fangen wir zu denken an; betonflächen werden wieder wiesen, die straße wird zum weg, der weg zum nachbarn wird gepflegt; das haus ist kalt, holz machen im wald; stell dir vor die öfen sind ausverkauft, die fahrräder, äxte, sägen, grammophone; wir brauchen haustiere, kühe, pferde, elefanten nicht nur um autos, flugzeuge, eisenbahnen, panzer, ozeanriesen, raketen/abschuss/rampen zu entsorgen; wir lernen das sammeln und jagen wieder; neue, alte berufe entstehen; oma und opa werden wieder zum ansprechpartner, nicht nur für fragen zu dem einmachglas, "wie geht dieses, wie geht das?" wir brauchen wieder die erfahrung der älteren menschen, die sich erinnern, wie es früher war; so verteidigen wir unser "sein" und lehren die kinder wesentliches; stell dir vor.

02 April 2013

pitjantjatjara

nomos; weideland, nomaden; sie ziehen von weideland zu weideland; sie zeichnen die fußspuren der ahnen nach, skizzen der mythologie; als fährtenleser erkennen sie gazellen, schakale, füchse, wilde esel; leichtigkeit bestimmt den schritt, leichtes gepäck, walkabout; sie nehmen der erde wenig, so müssen sie nicht zurückgeben; zeitlose, respektlose lebenskraft;  minderheiten; religion erwachsen aus diesem milieu; mongolen, beduinen, tuaregs, aborigines; hirtennomaden, punkt der geschichte.

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verborgener/garten

suchst du den verborgenen garten, nimm die gießkanne mit; begossen sprießen und gedeihen die pflanzen, die verborgene fantasien aufbrechen; fantasien die benötigt werden, ansprüchen zu begegnen.