05 April 2025

abklatschen

sie applaudieren dir. sie feiern dich – oder das bild, das sie sich von dir gemacht haben. du glaubst: „ich bin ein star.“ irgendwann nimmst du es an. doch du tust nur deinen job – wie sie auch. nur, deiner wird beklatscht. und das verändert etwas.

du wirst zur projektionsfläche. standing ovations – nicht für dich, sondern für das, was du in ihnen auslöst. sie erkennen sich in dir, idealisiert. sie sind vereint in ihrer bewunderung, vielleicht mit dir, vielleicht nur mit ihrer eigenen sehnsucht.

du stehst im licht, das dich nicht wärmt. es zeigt dich, aber es zeigt nicht, wer du bist – sondern was sie sehen wollen. und irgendwann fragst du dich, ob es da überhaupt noch einen unterschied gibt.

“apokalypse, aber mit stil: warum der untergang keine eile hat”

bevor die apokalypse über die menschheit hereinbricht, nehme ich noch einen schluck bier. sie kündigt sich ja ohnehin schon seit jahrzehnten an. sie stülpt sich nach den vorhersagen quasi minütlich über uns – aber gut, ich kann nicht jede minute ein bier trinken. also setze ich mich eben in den garten und warte.

kommt ihr sterndeuter und himmelspropheten, trinkt einfach mit. prost auf das kommen, das nicht kommt. „es kommt, es kommt“, sagt der fatalismus, „und wenn nicht, bleibt genügend zeit, sich geirrt zu haben.“ zeit genug, um sich fürs nächste mal zu präparieren, wenn es wieder irgendwo brennt und wir uns empören müssen. 

unsere blicke gesenkt – ob der schlimmen welt. war schon immer so. aber, so sagen die klugen menschen diesmal, diesmal ist es anders. diesmal ist es schlimmer. weil es unser diesmal ist.

wir müssen uns beeilen, die welt zu retten, die uns nicht braucht. wir müssen sogar schneller sein als jene, die dasselbe schicksal erleiden müssen, vielleicht damit wir früher tot sind. oder ist das ein denkfehler und wir sind erst dann tot, wenn es die wahrsager vorzeitig bestätigen.

es ist nicht das ende der welt, das mich beunruhigt – es ist der eifer, mit dem alle versuchen, es zu belegen. die apokalypse als sport, die untergangsprophezeiung als gemeinschaftsprojekt. ein rennen um die triftigste katastrophe. 

ich sitze lieber hier. mit meinem bier. zwischen rasenkante und untergang, ein stück weit zurückgelehnt. nicht gleichgültig. nur wach genug, das spiel zu erkennen – und nicht mitspielen zu wollen.

p.s. die katastrophe kommt, nämlich dann wenn mir das bier ausgeht.

04 April 2025

willenskraft eines clowns

der clown in mir, stetig vorhanden. irgendjemand schubst mich auf die bühne, und ich stolpere dort herum, mit einem bunt bemalten gesicht. ein clown lacht nicht. dem publikum ausgeliefert, unaufhörlich. professionell verneigt er sich.

als clown fühlte ich mich wohl, nicht wohl, heute wieder, und doch nicht. bunte kleidung, bunte verfassung, auch im dunklen licht.

das liegt mir nicht mehr. also gebe ich mein clownsein auf und höre mir lieber diese oper an, die mich im zuhause schützt.

bis ich wieder kraft habe, um mich erneut vor dem volke zu blamieren, welches das genießend protegiert, hin zu diesem geschubsten clown, der stolpernd das clownsein aufgebend, erschrickt ob seiner willenskraft aufzugeben, die diejenigen nicht spüren, die nie als clowns auftraten.

03 April 2025

deshalb

deshalb. deshalb strebe ich nicht mehr an, was einst das ende meines glaubens war. ich habe nicht mehr das bedürfnis, in ziele zu fliehen, die andere mir vorgeben, noch in die verheißung eines selbstgeschaffenen ziels. die welt um mich herum ist längst ein spiegel meiner eigenen illusionen. sie zeigt mir, was ich will und nicht, was ich wirklich brauche. der abgrund zwischen diesen beiden welten wächst, je mehr ich versuche, ihn zu überbrücken. aber je weiter ich gehe, desto weniger finde ich, was ich suchte, und desto mehr verliere ich mich in der suche selbst.

und doch – der augenblick, in dem der blick auf das eigene leben sich von den verklärenden filtern der erhofften zukunft befreit, lässt mich nicht ruhen. es wird zu einem alles erdrückenden wissen, das mich weder befreit noch tröstet. die welt um mich – sie ist nicht meine entscheidung. ich finde mich in einem kreislauf, der so selbstverständlich und doch so fremd wirkt. es ist nicht die antwort, die mich hierherführt, sondern die fragen, die ich selbst noch nicht zu stellen vermag.

deshalb wähle ich, was mich nicht belastet. was mich in den gegenwärtigen moment führt. und das ist nicht der versuch, dinge festzuhalten, sondern der mut, sie loszulassen. ich habe verstanden, dass das festhalten an einem idealisierten bild von mir selbst, das die welt von mir erwartet, nichts anderes ist als eine art von selbstverleugnung. ich entscheide nicht, was ich sein möchte, ich erkenne nur, wer ich bin, ohne dass dies die welt verändern muss.

was andere als zu viel empfinden, ist nichts weiter als eine reflexion ihrer eigenen grenzen. ich halte mich an diese grenzen nicht. nicht, weil ich über sie hinausgehen will, sondern weil sie mich nicht definieren. was ich tue, ist nicht die antwort auf die frage, wie es zu sein hat, sondern die anerkennung, dass es keinen festen weg gibt. die vielfalt der gedanken und wahrnehmungen ist das einzige, was mich stützt – aber auch das, was mich zerreißt.

ich reihe die momente aneinander, nicht in der hoffnung, dass sie mehr sind als der augenblick selbst, sondern weil jeder moment seinen eigenen wert besitzt. jeder ist für sich, und doch ist er auch immer ein teil von etwas größerem. ich erwarte nichts von ihm, außer dass er mich für einen moment mit sich trägt. die sonne geht im nebel auf, und der regen bereitet sich darauf vor, den boden zu befeuchten. doch es bleibt nichts – und doch bleibt alles. weil wir es so sehen, weil wir es so empfinden.

deshalb übernehme ich nur das, was mich nicht belastet. was mich glücklicher machen könnte – jetzt, in diesem moment, nie in einem anderen. ich versuche diese momente möglichst nahtlos aneinanderzureihen, ohne stopp. ohne fixierung auf eine vermeintliche unzumutbarkeit, die in den augen anderer vielleicht als zu viel, zu extrovertiert oder gar überheblich empfunden werden könnte. und das ist es, was ich mir selbst zugestehe: dass ich nicht dafür verantwortlich bin, die welt zu rechtfertigen, nur weil sie in ihren eigenen grenzen steckt.

du kannst mitgehen, wenn du dazu bereit bist, dich auf diesem weg wohlzufühlen. du bist herzlich eingeladen, ihn zu begleiten, doch dies ist keine aufforderung. es ist lediglich ein angebot, das in dir selbst etwas widerhallt. klare augen, nicht klagend, vorausgesetzt – denn das bringt nichts. was bleibt, ist die kraft, den eigenen weg zu gehen, ohne zu warten, dass andere mitgehen oder es in ihre vorstellungen einordnen.

vielleicht verändert mich das. jetzt. vielleicht morgen schon nicht mehr – wer weiß. aber jetzt, im jetzt, stille ich meine ungeduld nach mir selbst. wer das nicht versteht, bleibt nicht zurück, denn jeder braucht seine zeit für seine eigene erkenntnis und die ist vermutlich auch nicht der weisheit letzter schluss. die wahre erkenntnis liegt nicht im erreichen eines ziels, sondern im zulassen des momentanen erlebens und im akzeptieren des flusses der zeit.

deshalb, nur deshalb, lasse ich es mir gut gehen. weil all das elend, all die negativen bilder, all die medien, die daran verdienen, eine berechtigung haben – auch für mich. sie halfen mir mein, das, leben frei zu setzen, mein eigenes ich nicht egoistisch zu vernetzen, sondern zu helfen, dass ich mein gutgehen-lassen nicht verlasse.

deshalb – und nur deshalb – lasse ich die sonne auch im nebel leuchten. und wenn es regnet? das ist mir dann auch egal. deshalb nämlich, weil nichts bleibt. und doch bleibt alles. weil wir es sehen, weil wir es fühlen. und in dieser gewissheit liegt die freiheit, den eigenen weg ohne last zu gehen, ohne nach einer erklärung zu suchen, die andere mit einem vielleicht nie verstehen würden. 

02 April 2025

totes/ich

“ich tötete mein ich, um geliebt zu werden, und erkannte erst dann: dabei muss ich sterben."

01 April 2025

richtung im jetzt

es sind nicht mehr die allgemeinen erwartungen, die meine richtung bestimmen. es sind die menschen, die mehr verdienen als flüchtige beachtung, mehr als eine oberflächliche anwesenheit im strudel des gewohnten. diejenigen, die in der lage sind, tiefer zu empfinden, die nicht nur hören, sondern verstehen. diejenigen, die resonanz bieten, statt bloß zu spiegeln. und in diesem prozess ist es mir wichtig, dass die menschen, die mir nahestehen, sich nicht verbiegen müssen, um in meine welt zu passen. wahre verbindung entsteht nicht aus anpassung, sondern aus dem mut, sich in der eigenen wahrheit zu begegnen. es geht nicht um das teilen identischer erfahrungen, sondern um das stille erkennen im anderen – ein erkennen, das aus einem tieferen verständnis kommt, das nicht immer laut ausgesprochen werden muss. 

p.s: 

alles, was hier steht, ist dem augenblick geschuldet, und vielleicht wird es morgen schon wieder alles anders bewertet werden, weil veränderung stetig ändert, doch was zählt, ist nicht die unveränderlichkeit dieser einsicht, sondern der moment, in dem sie gewonnen wurde und die basis die sie trägt.

der/eintrag

stelle dir vor, morgen kommt kein eintrag mehr. übermorgen, der morgen danach – kein eintrag. das, was die situation ersetzt, existiert jetzt. denkst du darüber nach? gewohnheiten fliehen. umdenken setzt ein. die einstellung verändert sich. der mensch akzeptiert, und die karawane zieht weiter, unabhängig davon, was sie transportiert. 

31 März 2025

musik im lebens

schöne musik – eines der wenigen dinge, die mich beflügeln, wenn man das so pathetisch sagen will. höre dir die musik an, die ein mensch mag, und du erkennst ihn. eine erkenntnis, die ich nicht nutze. mir genügen die augen. selbst sie sind nur ein zwischenstopp auf meinen wegen, die ich nicht suche und deshalb nicht finden kann. ich bin reisender, ausgeliefert dem leben, das genau dadurch spannend wird.

nichts bleibt. wer das versteht, begreift die wahre freiheit: das spiel mit dem eigenen leben. stoppen, weitermachen, innehalten – ganz nach belieben. es kostet nichts, höchstens das leben. das ist mir den einsatz wert. musik ist ein stück dieser spannung, ein stetiger wandel, so unbeständig wie mein musikgeschmack, der sich täglich ändert.

ich liebe die vielfalt. ebenso könnte, sollte, das leben sein – doch kaum jemand erkennt das. sie glauben, etwas sei unverzichtbar, und übersehen die chance, die sich entwickelt, wenn man es doch loslässt.

mich überfällt das leben, mehr und weniger. ich nehme beides hin: das pulsierende, vibrierende, aber auch die langeweile, die unzulänglichkeit, als stilles duett mit mir selbst.

die tür öffnet sich, schließt sich. ich warte nicht. vielleicht gehe ich später hindurch – oder nie. vielleicht liegt dahinter die musik, die mich in diesem moment berührt. wenn nicht, geht das leben weiter. bis der letzte hammer fällt. die stille kommt – und auch sie vergeht, wie alles andere zuvor.

lebens/krater

ihr wundert euch, dass es so viele lebenskrater gibt. lavaausschub. verbrannte erde. feuer fasziniert euch? warum bitte wundert ihr euch dann?

wieder/EIN-ZWEI/bier

diese fremdheit in mir lechzt nach dem nächsten bier. verzeiht mir ja nicht, dass die welt mich kaum noch berührt – zu lange habe ich mich in ihr bewegt. genüsse wähle ich. verdruss hatte ich genug, ich erfühlte ihn bis zum überdruss. 

also trinke ich, bewusst, möglich ist noch eines, vielleicht zwei. keine drei. was das leben hier oder in der fremde für mich bereithält? überzeugt mich nicht mehr. 

beschwichtigen kann, wer will – mein atem steht deshalb nicht still, mein plaudermund nicht. voran, geht ihr nur voran. ich bleibe. hier. sitzen. mein gerstengetränk in der hand. rettet ihr euer wohl, eure verletzlichkeit, dorthin, wo ihr euch sicher fühlt. ich gehe nicht mehr mit.

"unter/euch/ausmachen"

„kümmert ihr euch um eure kriege, oder um die, die ihr als fremde kriege definiert, eure tote, deren tote. etwas muss man ja tun. und wenn es letztlich das ist. 

tot. meistens sind wir tot. nämlich wenn wir nicht leben. nicht mehr am leben sind. tod kommt. geht nicht mehr weg. leben bleibt nicht. früher nicht, jetzt nicht. der tod kommt früher, später, aber er kommt. 

das hört sich arrogant an, von mir aus. das einzige, was uns passieren kann, ist doch zu sterben, aber das tun wir ja sowieso! alles andere könnt ihr "unter euch ausmachen.“ 

"der fehler der evolution: wie der mensch seine eigene bedeutung überschätzt“

der fehler liegt in der evolution. der mensch wurde nicht als perfekt angepasstes wesen geschaffen, sondern als zufälliges produkt eines prozesses, der uns zwar überlebensfähig, aber nicht in harmonie mit unserer umwelt gemacht hat. die evolution hat uns ausgestattet mit den fähigkeiten, zu überleben und uns durchzusetzen – aber ohne die weisheit, die für ein langfristiges überleben im einklang mit der natur notwendig ist.

die evolution predigt das gesetz von „der stärkere überlebt“, aber sie hat uns ein wesen gegeben, das auf wettbewerb und durchsetzung setzt. wir sind darauf programmiert, den eigenen vorteil zu suchen, ohne die tragweite unseres handelns zu begreifen. wir sind ein produkt eines fehlerhaften systems, das uns die fähigkeit gab, uns zu optimieren, aber nicht zu erkennen, dass unser überleben letztlich von der balance der natur abhängt.

dieser fehler, dieser grundlegende bruch in unserem entwicklungsprozess, ist der wahre ursprung der zerstörung, die wir über unsere welt bringen. wir haben die erde nicht mit bedacht bewohnt, sondern sie als ressourcenlager betrachtet, das es zu plündern gilt. wir sind nicht geschaffen, um nachhaltig zu leben, sondern um zu konsumieren, zu zerstören und uns selbst zu optimieren – auf kosten der welt, die uns trägt.

wir sind auf dieser erde nur ein weiterer unfall der evolution, ein wesen, das zwar in der lage ist, sich zu entfalten und seine umwelt zu dominieren, aber nicht die weisheit hat, dies ohne selbstzerstörung zu tun. in unserem streben nach mehr haben wir vergessen, dass in der balance die wahre stärke liegt, nicht im ewigen drang nach mehr. der mensch wurde nicht zum herrscher der erde gemacht, sondern hat sich diese rolle selbst zugewiesen, ohne zu erkennen, dass die wahre stärke darin besteht, in harmonischem einklang mit der natur zu leben.

wir sind die schatten unserer selbst, die uns von der evolution als fehler anvertraut wurden. und dennoch, dieser fehler ist zu tief verankert, als dass er jemals korrigiert werden könnte. wir sind in eine rolle gedrängt, die wir nicht erfüllen können – als zerstörer und konsumenten, ohne die fähigkeit, etwas von dauer zu hinterlassen. kulturen und zivilisationen mögen entstehen und vergehen, doch was bleibt, ist der müll, den wir hinterlassen. und die erde wird ohne uns weiter drehen, in ihrer unveränderlichen kraft, während wir uns in unserem eigenen egoismus verlieren.

das ist die tragödie des menschen – nicht die fähigkeit zur überlebenssicherung, sondern die unfähigkeit zur weitsicht. ein fehler der evolution, der uns unwiderruflich in den abgrund führt.


p.s: ich bin mir der härte meiner aussagen durchaus bewusst. was ich schreibe, ist nicht dazu gedacht, zu provozieren, sondern zu reflektieren. es ist, was für mich offensichtlich ist, auch wenn es den meisten menschen nicht gefällt oder sie sich nicht damit konfrontieren wollen. die wahrheit hat oft einen unangenehmen beigeschmack, besonders wenn sie den eigenen spiegelbild verzerrt zeigt. 

ich weiß, dass menschen, die solche wahrheiten äußern, schnell als negativ oder gar als psychopathen abgestempelt werden, weil das die einfache art ist, sich vor dem zu schützen, was man nicht hören will. es ist der natürliche abwehrmechanismus des menschen – der instinkt, unangenehme realitäten zu leugnen, um den eigenen status quo zu bewahren.

doch ich schreibe es trotzdem, aus zwei gründen: erstens, weil es meine meinung ist, und zweitens, weil es im großen zusammenhang der weltgeschichte letztlich unerheblich ist, was ich oder irgendein anderer mensch denkt. 

die welt dreht sich weiter, unabhängig davon, ob wir "unsere wahrheiten" akzeptieren oder ignorieren. das ist der größte witz: dass es keine bedeutung hat, was wir glauben oder nicht glauben – die erde wird ohne uns weitermachen, und der mensch wird irgendwann als eine fußnote in ihrer geschichte enden.

"timeout"

zeitüberschreitung. ein begriff der digitalen welt. ein server reagiert zu langsam, eine anforderung bleibt unerfüllt. das system verweigert die geduld und meldet: „timeout.“

und wir? können wir uns eine zeitüberschreitung noch leisten? in einer welt, die wir selbst erschaffen haben – eine welt, die nur noch auf geschwindigkeit programmiert ist?

alles menschengemacht. ohne not. man hätte es anders machen können. doch der sogenannte fortschritt wurde im takt der eile geformt. ein druck, den wir selbst erzeugen, und dem wir dann gehorchen.

beeilen. das unwort der menschheit. zu schnell, zu wenig bedacht. also baut der mensch maschinen, die beides sein sollen: schnell und gründlich. doch selbst sie scheitern. und dann erscheint auf dem bildschirm die bittere ironie: „zeitüberschreitung.“

ein fehler in der maschine? oder ein fehler im denken? denn was wir fortschritt nennen, könnte auch fehlkalkulation sein – ein wettlauf gegen die zeit, den wir gewinnen wollen? ich entscheide mich lieber anders. "ich nehme mir keine zeit mehr, mich zu beeilen." 

30 März 2025

freundschaft oder teilnahme

freund sein. die definition verlangt energie. wer freunde hat, muss bereit sein, enttäuschungen hinzunehmen. wer keine hat, dem passiert das nicht. die balance muss stimmen zwischen eigenem und dem zuhörenwollen. das ist schwierig.

man will seine ruhe, doch der freund kommt. und man ist trotzdem für ihn da. kompromiss eben. wird da nie aufgerechnet? funktioniert der freund einfach, weil er ein freund ist? menschen wollen freunde, um sich gewürdigt, anerkannt zu fühlen. doch wo freundschaft beginnt, entstehen unausgesprochene ansprüche. freunde stellen keine forderungen – aber sie existieren dennoch.

wer ohne freunde auskommt, hat vielleicht ein problem damit, keine zu haben. wer welche hat, gerät in die dynamik dessen, was unausweichlich ist: der mensch und sein verlangen nach nähe, nach verständnis, nach einer statik, die ihn hält – vorübergehend oder langfristig. 

doch am ende bleibt nur das: "teilnehmer sein." denn vielleicht ist „freund“ ein zu hoher anspruch, der nicht immer eingelöst werden kann. und vielleicht ist es das, was wirklich zählt – je nach erfordernis einfach da zu sein, oder eben nicht.