zeitüberschreitung. ein begriff der digitalen welt. ein server reagiert zu langsam, eine anforderung bleibt unerfüllt. das system verweigert die geduld und meldet: „timeout.“
und wir? können wir uns eine zeitüberschreitung noch leisten? in einer welt, die wir selbst erschaffen haben – eine welt, die nur noch auf geschwindigkeit programmiert ist?
alles menschengemacht. ohne not. man hätte es anders machen können. doch der sogenannte fortschritt wurde im takt der eile geformt. ein druck, den wir selbst erzeugen, und dem wir dann gehorchen.
beeilen. das unwort der menschheit. zu schnell, zu wenig bedacht. also baut der mensch maschinen, die beides sein sollen: schnell und gründlich. doch selbst sie scheitern. und dann erscheint auf dem bildschirm die bittere ironie: „zeitüberschreitung.“
ein fehler in der maschine? oder ein fehler im denken? denn was wir fortschritt nennen, könnte auch fehlkalkulation sein – ein wettlauf gegen die zeit, den wir gewinnen wollen? ich entscheide mich lieber anders. "ich nehme mir keine zeit mehr, mich zu beeilen."
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