18 Oktober 2024

Nicht mit dir

Eins ist klar: Die Kontroverse nutze ich aus. Sie dient mir. Endlich ist der Diskurs in seiner abgemagerten Wahrnehmung nicht mehr relevant. Einer muss entscheiden, und ich ziehe es vor, das für mich selbst zu tun. In der Kontroverse wähle ich meine Meinung, meistens. Wenn mich der Hafer sticht, höre ich dir aber nur zu – dir, den ich nicht leiden kann, weil du nicht auf meiner Wellenlänge bist. Du sprichst und sagst Dinge, die ich nicht nachvollziehen kann, verwendest Worte, die mich nicht erreichen.

Es ist nur eine geringe Grundhöflichkeit, die mich dazu veranlasst, dich ausreden zu lassen, auch wenn du das nicht verdienst. Vielleicht denkst du, du erreichst mich; das ist meine Taktik, um dich später einfach stehen zu lassen, weil ich dich nicht ertragen will. Wer weiß, was mich geritten hat, deine unsoliden Fantastereien anzuhören? Manchmal wundere ich mich über mich selbst, kontrovers in meiner Seele, und ich verstehe nichts mehr von mir.

Das hat nichts mit dir zu tun, das weißt du aber nicht, während du weiter sprichst und glaubst, ich höre dir substanziell zu. Ich hatte dich bereits durchgelesen, bevor du deinen ersten Satz vollendet hast. Da kommt für mich nichts mehr nach. Ich unterbreche dich nicht, denn du hörst dich gerne reden. Das gehört zu deiner unerhörten Persönlichkeit, die dich stets einkreist und übernimmt, solange es andere zulassen, was dir nicht bewusst werden wird.

So verabschiede ich mich jetzt auch physisch von dir. Lebe wohl; von mir aus.

Ambivalente/Freiheit

Was ich gestern schrieb? Heute? Egal. Vielleicht wird es irgendwann wieder wichtig. Oft merke ich nicht einmal, wenn ich mich wiederhole. Aber das ist in Ordnung. Ich lösche es einfach. Entscheidungen sind nie wirklich verlässlich; sie ändern sich je nach meiner Stimmung.

Werte? Sie verändern sich ständig, flüchtig im ständigen Wandel. Antiquiertes weise ich meistens zurück – jedenfalls das, was ich so empfinde. Heute ist mir etwas wichtig, morgen vielleicht schon irrelevant. Manchmal erscheint mir gar nichts von Bedeutung.

Menschen, die ähnlich ticken, stoßen oft an. Die Gesellschaft verlangt nach Verlässlichkeit, will sich auf andere verlassen, selbst wenn sie selbst unsicher sind. Aber was wirklich wichtig ist, richtig einzuschätzen? Für mich spielt das keine große Rolle. Wie andere mich sehen? Ich übe mich darin, es weniger wichtig zu nehmen. Mit weniger Ballast lebt es sich leichter – da bin ich überzeugt.

Musik? Ich lade sie auf mein Handy, lösche sie am Abend und lade sie neu. Vielleicht höre ich es am nächsten Tag, oder auch nicht. Das fällt mir leicht. Andere? Sie kämpfen damit.

Sie möchten meine Ambivalenz ausblenden. Doch vielleicht sollten sie sich lieber um sich selbst kümmern. Da gibt es oft dieselben Unsicherheiten, nur werden sie verborgen, um den Schein zu wahren. Ich zeige meine Ambivalenz offen – das passt schon. 2024


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Was ich gestern festhielt? Ein Nichts, das sich im Ozean meiner Belanglosigkeit ertränkt. Heute? Wer braucht schon einen Plan? Ich wiederhole mich? Nun und? Die Leere ist mein ständiger Begleiter, und ich lasse sie nicht los. Entscheidungen? Flüchtige Geister, die wie Sand durch meine Finger gleiten. Werte? Eine Farce, ein Konstrukt, das ich selbst schaffe, nur um es mit einem verächtlichen Lachen zu zertrümmern. Was mir heute wichtig ist, wird morgen im Abfall meiner Gleichgültigkeit landen.

In dieser verkommenen Gesellschaft, die nach Stabilität lechzt, stehen wir vor einem Scherbenhaufen aus Widersprüchen. Die Menschen verlangen Verlässlichkeit, während sie selbst in der Hölle ihrer Unsicherheiten brennen. Was ist von Bedeutung? Für mich? Ein schmutziges Spiel! Ihre Wahrnehmung? Eine lächerliche Illusion, die ich mit einem verzweifelten Aufschrei in den Wind schlage. Mit weniger Ballast lebe ich freier – und ja, das ist eine unbestreitbare Wahrheit.

Musik? Ein flüchtiger Kuss, den ich am Abend wegwerfe. Ein Kreislauf, der mir nichts ausmacht. Vielleicht höre ich es morgen wieder, vielleicht auch nicht. Es ist mir schnurzegal. Die anderen? Gefangen in ihren eigenen Gräben, kämpfen sie verzweifelt, um meine Ambivalenz zu erdrücken. Sie sollten sich besser um ihre eigenen Dämonen kümmern, bevor sie über meine urteilen! Ich zeige meine Zerrissenheit offen, wie eine Wunde, die nie heilt – und genau das macht mich frei!

P.S. Um wieviel besser ist das denn. Ich sollte das schreiben lassen, aber den Gefallen tue ich niemandem.