19 Dezember 2022

das/wirkliche/problem

der kapitalismus lebt von ständigem wachstum. das banalisiert formulierte motto lautet seit jahrzehnten: 

"höher, schneller und weiter" als andere. die dazugehörende "heilbringende" globalisierung macht jetzt die vormachtstellung einiger staaten sichtbar, andere wieder sind dadurch erpressbar geworden, was nicht nur der ukrainekrieg beweist.

staaten werden privilegiert gemacht, weil sie über benötigte ressourcen verfügen, oder weil sie schlicht billiger produzieren können als es in europa und speziell in deutschland möglich scheint. 

da wachstum und ökologische erneuerung nur schwer zu verbinden sind, wird es spannend zu sehen, wie menschen sich formieren und auf die herausforderungen der zukunft reagieren werden.

der einzelne wird sich zwar gedanken machen und sein leben an die veränderte gesamtlage anpassen wollen, nur wird er durch die vorgegebene infrastruktur in deutschland in einen raum gesperrt, der ihm nicht erlaubt seinen ökologischen fußabdruck so zu verringern, dass es der umwelt nützt/dient und die klimakrise bekämpft.

um das persönliche dilemma kenntlich zu machen, sei darauf hingewiesen, dass der durchschnittlich deutsche im jahr 2019 rund 11,6 tonnen co2 im jahr emittiert hat. 

wenn man aber ernsthaft die klimaziele in der politisch vorgegebenen zeit erreichen wollte, müsste man den persönlichen ausstoß der deutschen bis 2030 reduzieren, von 11,6 tonnen auf ca. 2,6 tonnen co2 ausstoß senken. 

das schafft niemand alleine, selbst ein asketisches leben ohne flüge, ohne autos, in einer jurte, oder ähnlichem, mit einem nachhaltigen veganen ernährungsverhalten würden immer noch etwa 5,4 tonnen ausstoßen, allenfalls das doppelte als das was benötigt würde. 

kaum jemand lebt so. es wäre also selbst eine solche einschränkung nicht ausreichend, um die klimakrise stoppen zu können, denn wir sind in unserer täglichen lebensbewältigung von soviel technischen und materiellen einrichtungen umgeben, die heute immer noch und hauptsächlich auf fossiler energie aufbauen. 

wir haben es also mit einer lebensinfrastruktur zu tun, die es uns im moment nicht erlaubt beispielhaft für ein klimaneutrales leben zu sein. das ist ein trauriger fakt, der gerne von kritikern benutzt wird um sämtliche positiven ansätze zu negieren. das ist jedoch der falsche weg.  

über den richtigen weg wird gestritten, während die jugendlichen menschen von der sogenannten "letzten generation" sofort unseren wohlstand (von dem sie seit geburt profitierten) beenden wollen und dazu auch bereit sind geltendes recht zu überwinden, hat politik und die gesellschaft zu lange zugesehen, um veränderungen anzuschieben.

geht kapitalismus und nachhaltigkeit zusammen? kann es einen grünen kapitalismus geben, der das problem löst? ist der kapitalismus gar am ende? reicht es aus auf die ökologische dimension aufmerksam zu machen, oder muss man auf angstmache setzen? worauf reagiert der mensch? 

es muss also größer gedacht, größere zusammenhänge bedacht werden und viel stärkere strukturelle umwandlungen geschehen, damit auch der oder die einzelne gegen den eigenen vorgeschärften subjektiven willen, davon überzeugt werden kann, dass ein stete ökologisches achtsamkeit und nachhaltiges verhalten  positive auswirkungen auf die umwelt hat.

natürlich nutzt jede kleinigkeit und ist verdienstvoll. doch haben wir noch genügend zeit? welche techniken sollte man verwenden, um menschen in die richtung zu führen, das sie aus eigenem antrieb der notwendigkeit folgen?

authentische informationen verbreiten ist das eine, was bei den heutigen fakenews schon per se schwierig wird und zweitens sollte man moralisch intervenieren, dass verhaltensweisen die das gemeinsame ziel unterminieren, nicht sinnvoll sind. 

wobei wir beim thema wären. wer entscheidet eigentlich was moralisch sinnvoll und ökologisch in welcher zeit notwendig ist? hier beginnt das problem, welches nur schwer lösbar scheint. 

der mensch sucht stets schuldige; ausreden, um sein lebenumfeld nicht zu verschlechtern, hat angst zu verlieren, nicht sich im eigenen wohlstand zu verlieren; sondern den wohlstand selbst. 

das macht kritisch zumal das ziel nur global erreichbar ist und das wird schwierig, sehr schwierig, es liegt natürlich am willen der menschen, sei es verzichten zu wollen, ohne evtl, zu wissen wie das am besten nützt, oder nicht verzichten zu wollen, auf das was man (sich) sein leben lang aufgebaut hat. 

alles ist menschlich, doch hier werden eben die mauern aufgebaut, die keinen diskurs der menschen mehr zulassen wollen und das ist das "wirkliche problem."




18 Dezember 2022

alles/pico/bello/

diesen rasen mähe ich nicht mehr. sie können mir erzählen, dass ich diese allergie nicht überstehen werde, dass hohes gras blühend verfilzt und im winter der schnee langsamer schmilzt.

sie können mir erzählen, dass die blätter die die bäume im herbst loswerden dem rechen widerstehen und man nicht barfuß zum wald gehen kann und viele dinge mehr.

ich mähe nicht mehr. wie hoch wächst das gras, wie hoch lässt die natur zu. mannshoch, oder nur diese fünfzig zentimeter, weil der wind in der wiese wütet, die halme herunterdrückt, die früher dein/mein rasen war. 

maulwürfe, sie sehen nichts und ich sehe die hügel nicht, das hohe gras verbirgt meine motivation deren hügel zu glätten.

macht sie menschlich die natur, versucht sie ruhig zu beugen, ihr selbsternannten narren!

menschen begreifen nicht die schönheit unverbrauchter natur und nicht den anspruch an sich einfach das zu belassen, was keiner veränderung bedarf und sei es nur dieser rasen der wieder wiese werden kann.

also weiter so, jede woche rasen mähen, hügel glätten, maulwürfe vertreiben, "deine natur; alles pico bello!"