06 August 2022

verstehst/du

wenn du verstehst was du zu verstehen suchst fühle dich als könig, denn stelle dir mal vor du verstehst nicht. das hätte erst recht gewicht, wenn der jemand zu dem niemand spricht. 

wer versteht wen, wie und warum so oder anders, oder versteht der eine den anderen anders als der andere. der eine und der andere, verstehen beide falsch? nur einer richtig? wer ist das?

das verstehen wollen ist ausgeprägt. das schnelle verstehen wollen ausgeprägter. wer nicht verstehen kann, oder will wird ausgesperrt, weil er als doof gilt. 

doofe wollen auch verstehen, verstehen vielleicht aber ihr verstehen viel besser als andere es verstehen können.

das verstehen von anderen menschen ist primär, andere menschen sind aber immer anders, also verstehen wir andere menschen anders als andere. 

wessen verstehen basiert eigentlich auf der grundlage des verstehens im allgemeinen und globalen sinne und wer bestimmt deren werte.

also versteht jeder was er will und sein verstehen ist das nonplusultra. wer das nonplusultra nicht versteht, verstehen will, hat eine andere meinung und jetzt geht es erst richtig los; aber das lassen wir lieber mal, verstehst du?

03 August 2022

bullshit

so wird der überhöht beachtet, der drei gerade sätze formulieren kann. bullshit. alle menschen sollen gleich sein, nur interessiert das niemanden. 

es geht immer nur darum, dass man selbst gut wegkommt. wenn das dann so ist, wird man großzügig, vielleicht. wenn es nicht so ist, neidet man.

jeder kann sich da rausnehmen und sagen, dass er nicht so sei. das ist aber einerlei. 

menschen gönnen immer nur dann, wenn die eigenen schäfchen im trockenen sind und selbst dann nicht immer. 

umsonst

wer sieht in dein herz? wer nimmt deinen blickwinkel ein? wer lehnt sich in dir zurück? wohin führt der weg? weshalb lässt du es zu? es geht um dich. die welt will das nicht. die welt will handeln wie immer sie will. sie spült dich mit ihr mit. vermutet dich. kümmert sich um dein ich. will dich, dein ich, für sich.

fremde gedanken stülpen sich über dich und lassen dich vermuten was du willst. was du wollen sollst. sie schauen nach dir, vergessen dich nicht. für sie bist du nur der wicht der widerspricht, doch das wollen sie nicht. so formen sie diesen kreis für dich in dem du deine runden läufst und dir vorgaukelst selbstständig zu entscheiden. 

der plan liegt vor, ihr plan. wer ihr ist? woher soll ich das wissen damit halte ich mich nicht auf.  niemand macht doch wirklich das was er will auf dieser welt, ok wenige, aber selbst die nicht so richtig. 

was ich sagen will? nichts, das steht mir auch nicht zu, sagen sie. so stolpere ich durch mein leben für das ich nichts kann und versuche mein bestes, das nie genug ist, sein kann, weil viele meinungen entscheiden wollen. 

ich löse mich aus meiner verzweiflung dieses kleine stück und rücke ein wenig vor, in die richtung in der ich mich haben möchte. 

dabei bin ich nicht immer still und provoziere so eine kritik die ich nicht verstehen will, damit ich nicht verzweifelt meinen anspruch beklagen muss, der mich aus meiner richtung zwingt, meinem versuch des strebens in ein autarkes erleben, doch ich vermute das ist alles umsonst.

reden/ist/nicht/silber

ich höre lange zu. ich höre ohne punkt und komma zu. ich höre dinge die mich interessieren und dinge die mich nicht interessieren, aber ich höre zu, es wäre unanständig nicht zuzuhören, obwohl man angesprochen ist.

wer spricht erfährt nichts, denn er gibt kund was er sowieso weiß. wer lange spricht, ununterbrochen spricht, erfährt lange nichts, ununterbrochen nichts. 

wer lange zuhören muss, wird innerlich  taub, weil er irgendwann nichts mehr aufnehmen kann und will. wer mit stille kommuniziert ist interessanter, weil er sich schlecht einschätzen lässt und weil sich menschen immer dann erklären, wenn sie reden, von sich reden.  reden ist nicht immer silber, aber schweigen ist gold. 

 

vernarbte/wunden

narben bleiben. erlebnisse bleiben. vernarbt ist die wunde, die zeit ließ das zu. der mensch vergisst nicht, auch wenn er sich anstrengt. er vergisst seine narben nicht. die wunden nicht. das geht nicht.

verdrängen hilft ein stück weit. vielleicht. erinnerungen reissen die macht immer wieder an sich und deine tränen führen dich den weg zurück. 

das glück erwartet dich nicht, vielleicht ein kleines stück. dein mut ist gut. der mut das vergessen wollen nicht zu vergessen, doch das bleibt vermessen. 

dieser kuchen ist gegessen und er war nicht süß. jede narbe brauchte zeit zum heilen, doch man sieht sie sein leben lang. es kommen frische wunden und frische narben und an jedem haus hängt ein anderes kreuz und mahnt.