08 Juli 2023

ganz/besonders

ich frage mich nicht warum ich nicht zu mir aufgebrochen bin, denn dann müsste ich mich ja fragen, warum ich nie bei mir ankam. 

es rollt ohne mich; auch ohne mich. soviel ist mir klar. 

vielleicht hätte ich losfahren sollen, das habe ich aber (bewusst) verpasst und dabei meine eigene eitelkeit verprasst, jene nämlich, die mir sagen wollte:

"du bist etwas ganz besonderes!"


04 Juli 2023

sorgen/amnesie

das neue hobby heißt schlafen. diesen kleinen kurzfristigen tod im leben herzustellen, quasi als selbstschutz. das wird/ist der neue kult.

man könnte seine sorgen wegschlafen. viele schlafende menschen erkennen so ihr glück. aufwachen wird unnötig gemacht und dient nur der veranschaulichung des entwicklungsprozesses.

startupunternehmen (auch ampel genannt) arbeiten mit hochdruck an einer lebensform, die ein aufwachen gänzlich verhindern soll. 

träume werden gleich mitgeliefert und künstliche ernährung garantiert.

wer schläft sündigt nicht. sprechroboter stellen sicher das kommuniziert wird, dass regelmäßiger schlaf die sorgen beseitigt, sozusagen als komplette sorgenamnesie. 

wer noch aufwachen möchte, dem werden die gespeicherten sorgen schnellstens wieder zur verfügung gestellt, nicht ohne den hinweis, dass ein sofortiger schlaf diese glücksminderung verhindert.

schlaft also weiter und überlasst das aufwachen anderen; die sorgen anderen, denen nämlich die sich ausgeschlafen wähnen.

schaut aber vielleicht doch gelegentlich mal nach euch, denn das geschilderte passiert; ihr könnt es aber auch gerne verschlafen.

p.s. ampel : "anfänger in peripher ermittelten lebensvorschriften."

taumelnder/schwindel

ich halte meinen kurs nicht. selbst dann nicht wenn es ein schlingerkurs ist, oder dann erst recht nicht.

um (s)einen abgesteckten kurs zu verfolgen, muss man erstmal wissen wo man hin will und welche mittel man dafür zu investieren bereit ist.

wenn ich daran denke, für was ich energie und kraft freizusetzen bereit sein soll einen doch irgendwie fremdmanipulierten kurs zu verfolgen; überfällt mich ein taumelnder schwindel.

wolfgang

meine anfänglichen distanz zu dir verwandelte sich zunehmend in akzeptanz und toleranz je mehr ich mit dir sprach, so dass das wasser klarer wurde, je mehr ich mich mit dir befasste.

wolfgang, du warst mir ein gern gesehener gast und ich, wir, vermissen dich, das ist es was du ganz allein geschafft hast, durch deine art, auch wenn ich sie nie so richtig verstanden haben wollte.

meine erinnerung an dich wird positiv bleiben.


p.s. zum tod von wolfgang, der uns  überraschend und schnell verlassen hat.




03 Juli 2023

weniger/schwer

bevor man einen raum umbaut taucht man in den konzeptionellen hintergrund des vorhandenen ein. man verifiziert die struktur, genau dann, wenn man den normen entsprechend als gründlich schaffend empfunden werden möchte.

oder man reisst alles heraus. widmet sich dem neuen engagement um einen progressiven gedanken. 

das allerdings fordert heraus versagen aushalten zu müssen. oder man lebt einfach im selben raum weiter, wie bisher. das ist dann weniger schwer.

geburtstag/datum

es ist wichtig und wird stets in den mittelpunkt gestellt. das geburtsdatum steht im fokus des lebens, das sterbedatum natürlich nicht, weil man es nicht kennt.

das verfallsdatum wird am geburtstag festgemacht, die voraussichtliche lebensspanne definiert. wer älter wird wird gesellschaftlich langsam abgehandelt, sowohl das natürlich bestritten wird.

wer alt ist, wird nicht mehr ernst genommen, das wird gesellschaftlich nicht zugegeben, doch auch junge menschen werden alt, nur das es ausrechenbar scheint, dass dieser zustand noch jahrelang nicht stattfinden wird.

hier kommt wieder das geburtsdatum ins spiel, auch an ihm, gerade an ihm wird die gesellschaftliche akzeptanz festgemacht. 


"der ist achtzig jahre alt, der hat sich noch gut gehalten!" 

"guck mal, der ist aber alt geworden!"

älter werden ist also gesellschaftlich nicht erwünscht. alt werden will jeder. wer alt ist hält, ob der einschränkungen die das alter mit sich bringt, nicht mehr so viel davon, will aber auch nicht sterben.

die voraussichtliche höhere lebenserwartung junger menschen privilegiert sie also gesellschaftlich. 

das alter hat kaum noch eine stimme, selbst die lebenserfahrung wiegt diesen nachteil nicht auf, zumal diese erfahrung aus einem früheren zeitraum stammt, der als nicht mehr relevant verstanden wird.

die alten menschen haben das erkannt und schweigen lieber, schauen sich das (neue?) leben nur noch an und denken sich ihren teil. 

das dieser teil auch für die entwicklung junger menschen zum vorteil wäre wird mäßig erkannt, soll auch nicht erkannt werden, weil jeder seine erfahrungen selbst machen will. 

selbst die absehbaren negativen erfahrungen, die die älteren semester schon gemacht haben und deshalb voraussehen können; interessieren nicht.

die welt gehört den jungen menschen und wer das alter wie definiert, ist jedem selbst überlassen; wenn dann die frage gestellt wird:

"wann sind sie geboren?"


02 Juli 2023

übriges

von vorne herein verwahrlost meine zuversicht in die substanz menschlichen handelns.

der egoismus ist die primäre haltung der allermeisten menschenkinder. 

ist diese egoistische grundhaltung einigermaßen abgedeckt und das eigene ansinnen erfüllt; bleibt zeit für "übriges."

selbstbestimmtes/training

die dynamik nimmt zu und ich weiche aus solange es geht, doch manchmal ist es dazu zu spät. die dynamik in meinem kopf beansprucht mich schon genug, als das ich mich auch noch mit dem außenleben befassen wollte.

wer glaubt durch sein engagement etwas erreichen zu können sollte zum friedhof gehen. da liegen sie nämlich die selbsternannten weltverbesserer und die nächste generation wartet schon, wenn es die „letzte generation denn zulässt!“

manchmal mache ich einen ausflug in die schwierige substanz anderer ansichten und trainiere mich zuzulassen, oder nicht; meistens nicht. dieses ist kein aufruf nach einsamer vervollkommnung, denn diese arroganz strebe ich nicht an und ein aber spare ich mir.

es ist das wegdenken von dingen die belasten ohne mich anzugehen. weggehen ist die chance, ausweichen, langsamer laufen, oder im schnellen kurzen sprint abstand zu gewinnen. 

jeder trifft seine entscheidungen selbst, manche menschen wissen das nicht und suchen die schuld nie bei sich.

zugegeben es ist nicht einfach ohne respektverlust gegenüber dem anderen wegzuhören, um sich nicht zu stören, es ist eben ein selbstbestimmtes training; vielleicht ein leben lang. 

abstand/erkennen

die überhebliche last verprasster gleichgültigkeit tangiert uns nicht wenn wir erkennen, dass das leben und die natur sich nicht nach uns richten. 

je früher diese erkenntnis fahrt aufnimmt, je eher wächst der glaube in uns deshalb eine gewisse angstfreiheit zu erreichen, die es uns möglich macht, der manipulation anderer menschen auszuweichen, um eine stille ausgeglichenheit zu erreichen, die uns mehr beobachten lässt als teilzunehmen.

wenn man diesen abstand erreicht hat und quasi erkennt, dass eine teilnahme am diskurs anderer selbstbestimmt ist, hat die manipulation (mit angst) keine chance mehr. 

vielleicht ist das der entwicklungsschritt, den einige menschen auslassen und vielleicht beginnt dann sogar das hassen.