30 Oktober 2025

Der Tag


Rückschlag in längst verarbeitet geglaubte Reflexion:


Strophe 1

Sonnenaufgang, Sonnenuntergang.
Dazwischen ich mit mir.
Das geht nicht gut.
Meine verborgene Offenbarung will mich begrenzen.
Wir sind keine Freunde von Anbeginn.
Grausen und Gram.
Doch die Sonne blendet das eigene Empfinden ab,
blendet es auf im Dauerlauf
der Begegnung zwischen Morgen und Nacht.

Refrain
Und ich halte mich im Licht,
bis der Schatten wieder spricht.
Zwischen Glanz und innerem Bann,
beginnt der Tag das, was ich nicht kann.

Strophe 2
Zusammen lernen wir alles,
wenn das siegt, was Menschen erstreben,
wenn sie sich erleben
in ihrem Feuer, ihrem Schein.
Da bleibt nichts allein zurück.
Und oft mischt sich das Glück dann ein
und wirft den Fehdehandschuh in unsere Manege.
Doch der Clown nimmt das Duell nur selten an.

Bridge
Ich hänge ihn bei mir ein
und erlaube ihm, bei mir zu sein,
damit ich mich besser fühle
und den Rahmen erkenne,
der mich zulässt und begleitet
über diesen Tag.

Refrain (final)
Und ich halte mich aufrecht im Licht,
bis der Schatten wieder spricht.
Sonnenaufgang, Sonnenuntergang –
ich mit mir, als alter Drang.

Outro
Und alle Wanderer durch diese Zeit
ähneln demselben Erleben
von Macht, Rausch
und diesem Egoismus,
der uns das Leben erlaubt.


Essay:

Der Text entfaltet eine introspektive Reflexion über Selbstwahrnehmung, Begrenzung und Akzeptanz. Sonnenaufgang und Sonnenuntergang rahmen den Tagesverlauf als Metapher für das Leben, in dem das Ich zwischen Licht und Schatten, Bewusstsein und innerer Begrenzung pendelt. Die „verborgene Offenbarung“ zeigt die eigene Zerrissenheit, während der Schatten immer präsent bleibt. Das Refrainmotiv betont das Festhalten am Licht trotz innerer Widersprüche. Der Clown symbolisiert Konflikte, die nicht besiegt, sondern angenommen werden. In der Bridge wird dieser Widerspruch bewusst integriert, wodurch das Ich Orientierung und Akzeptanz findet. Das Outro öffnet den Blick auf die kollektive Erfahrung: Alle Menschen teilen den Zyklus von Macht, Rausch und Egoismus, der das Leben ermöglicht. Insgesamt vermittelt der Text, dass menschliches Dasein weniger von Kontrolle als von Annahme und Reflexion geprägt ist.

27 Oktober 2025

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Alex Katz



Selbstportrait


Alex Katz, geboren am 24. Juli 1927 in Brooklyn, NY, ist ein bedeutender zeitgenössischer amerikanischer Künstler, bekannt für großformatige, stilistisch reduzierte Gemälde von Landschaften, Blumen und Porträts, insbesondere seiner Frau Ada. Sein Stil zeichnet sich durch abgeflachte Formen und vereinfachte Details aus, wie z. B. in „Gray Day“ (1992). Katz konkurrierte bewusst mit den abstrakten Expressionisten und setzte auf Klarheit, Lesbarkeit und Präsenz seiner Arbeiten. Er studierte an der Cooper Union und der Skowhegan School of Painting and Sculpture und begann dort, Plein-Air-Gemälde der Maine-Landschaft zu erstellen. Mitte der 1950er Jahre gehörte er zur „10th Street Scene“, einem Kreis junger Künstler um Lois Dodd, Larry Rivers und Fairfield Porter. Parallel zu seiner Malerei experimentierte Katz mit Collagen, Druckgrafiken und bemalten Aluminiumausschnitten. Seine Werke beeinflussten spätere Künstlergenerationen wie Elizabeth Peyton und Julian Opie. Heute lebt er in Lincolnville, ME, und New York, NY. Seine Arbeiten befinden sich in bedeutenden internationalen Sammlungen, darunter MoMA, Art Institute of Chicago, Albertina Wien und National Gallery Washington, D.C.

















 

Schöne Dinge

Menschen und ihre Defizite sind ausreichend beschrieben – nach über 2000 Posts reicht es. 

Menschen ändern sich nicht grundlegend, das zeigen die Jahrhunderte. Ob ich das akzeptiere oder nicht, das bleibt meine Sache. 



Mich interessiert die Kunst der Menschen: Innovationen, Gebäude, Musik, Fotografie, Literatur. Hier beginnt die spannende Szene von Kreativität und Schönheit, weit reizvoller als Defizite zu analysieren, die ohnehin bleiben. 

Ab jetzt widme ich mich den schönen Dingen des Lebens, die es trotz aller Widrigkeiten gibt. Vielleicht sogar in diesem Blog.