15 November 2024
14 November 2024
Zart/aufbewahrt
„So schreiten wir durch Städte und Landschaften, oft gehetzt, verletzt oder ohne instinktives Bewahren unserer Empfindungen. Das ist normal. Menschen gewöhnen sich an ihr Normal.
Erst wenn der Tod droht und vorübergehend verliert, besinnen sie sich und erleben ihr Erleben viel geschmeidiger. Sie sehen nun diese Stadt, diesen Wald, diesen Menschen anders – ganz anders. Dankbarer.
Dann, wenn sie gerne leben, sowieso. Die Formate verschieben sich mit der Erkenntnis des besiegten Todes und der Kürze der Zeit, die noch verbleibt.
"Das vermeintlich Normale wird nun demütig in die Seele gebrannt und zart darin aufbewahrt.“ 2024
11 November 2024
Ouvertüre
Klassische Musik ertönt. Dort will ich sein, da wo mich die Muse küssen könnte. Die offene Balkontüre mit dieser Overtüre. Verbrecher hören keine klassische Musik. Ich bleibe stehen und dann fällt aus der Balkontür der tödliche Schuss. 2024
P.S. Da mein Tod nun auch öffentlich wurde, werde ich den christlich-buddhistischen Glauben für mich beanspruchen, der eine Wiedergeburt erwartet, geradezu herausfordert. Der nächste Post belegt dann diesen Fakt. Der Gedanke, dass ich diesen Text aus dem Jenseits schrieb ist nicht ganz von der Hand zu weisen, doch im graurauem Bereich wie der Tod selbst.
10 November 2024
Täusche/dich/nicht
„Meine Worte stehen da. Du kannst in ihnen suchend herumkramen. Aber du wirst nichts bekommen. Es gibt kein Geben, kein Nehmen. Nur den Raum dazwischen. Du vermutest zu verstehen. Aber das reicht nicht. Je weniger du liest, desto mehr bleibt bei mir.
Du wirst nie viel verstehen, denn ich gebe nicht. Nichts, das du dir einfach nehmen kannst. Nicht mal einen Hauch. Einen flüchtigen Moment. Was du siehst, ist nur ein winziger Teil dessen, was ich zu sagen hätte. Aber das, was wirklich für mich zählt, bleibt bei mir.
Ich schreibe, weil ich schreiben möchte. Meine scheinbare Bereitschaft, Antworten zu geben, zieht sich vermutend durch diesen Blog. Lass dich nicht täuschen. Da sind nur Wände. Der Rohbau eines neuen Hauses. Dort ist nur das, was du nicht siehst, nicht greifen kannst.
Aber du wirst trotzdem suchen. Neugier als Antrieb. Vielleicht spielt der Schalk in meinem Nacken auch ein böses Spiel. Was ich durch Worte zeige, ist keine Einladung. Kein Weg. Keine Lösung. Nur der Raum, der sich füllt, aber nur so viel, wie ich es will. Du kannst es weiter versuchen. Doch das Spiel bleibt meins. Und du? Du bleibst da, wo du bist. Immer einen Schritt entfernt.“ 2024
Aus
Ein Knäuel wilder Schlangen, die wenig gemein haben, kriecht um uns herum. Sie ziehen in die Welt und suchen die Mäuse, die nicht schnell genug sind.
Dieser Knäuel ist der Mensch. Diese Mäuse sind der Mensch. Arme Seele. Wer hier krank wird, den trifft das Böse. Weh will er tun, vor allem mit dem, was ihm weh tut. Was liegt ihm an dem Guten? Das will nicht an die Ohren der Gemeinschaft.
Taub stellen wir uns. Schützend, beklemmend stellen wir unsere Werte an den Pranger, weil sie nichts wert sind in dieser globalen Welt. Schau dich an, du Moralpolizist. Schau dir an, wie die Welt wirklich ist. Schlange oder Maus. Aus.

