29 November 2025

Aber/egal

Was mich ärgert? Das werde ich euch gerade sagen, damit ich angreifbar bin. Nee, meine Freunde des eitlen Überschusses, so haben wir nicht gewettet. Mein Selbstbild vom verrückten Vernunftsmenschen passt doch nicht zu dem Reflexbündel, das ihr entfaltet, so ich meine Meinung entfalte.

Das Versteckspiel kann ich gut. Ich verstecke mich aber aufrichtig vor denen, die ich nicht zulasse; das suche ich mir dann schon selbst aus. Wenn ich mich wieder mal versehentlich selbst besuche, beobachte ich, wie Datenströme, wie Computer, Einfluss nehmen wollen, aber das hatten wir ja schon. Es wird mir auch langsam langweilig, denn alles hat seine Zeit. So lasse ich mal zu, mal nicht; manchmal geht es, manchmal nicht.

Hohe moralische Ansprüche obliegen eher nicht meiner durchschnittlichen Natur, und so bewege ich mich recht geschmeidig durch das, was ihr Leben nennt. 

Ich bin auch ein Sünder und mache mich selten gerade. Weiteres erfahrt ihr darüber nicht, das hat aber nichts mit den Sünden per se zu tun, mehr damit, dass ich mir ziemlich genau überlege, wem ich was von mir sage, gar an vertraue.

Das hat sich auch etwas geändert, weil ich keine Angst mehr habe, mir etwas zu vergeben. Was soll schon geschehen? Im Moment, wenn sich das politisch ändert, habe ich mich eh verrannt. Man sollte sich vor Gott ehrlich machen.  Fragezeichen. 

Dazu sage ich nichts; das gehört zu dem, was Menschen stets für sich entschieden haben. So oder so.

Ich bin so froh, so flexibel sein zu können, dass meine Standpunkte gerne verschwimmen dürfen, damit der Schmutz abgewaschen wird, der erst später erkennbar wird. Aber das sollen andere entscheiden. Dies hier ist kein Tagebuch, auch wenn es sich so anfühlt. Ich reichere es nicht mehr für euch mit meinem Leben an, glaube ich wenigstens. aber egal.



28 November 2025

Zu/oft

Oft will ich das Atmen wieder üben, dann verlasse ich die verstaubten Stuben, dort zur Veränderung anstehender Akzeptanz, und verändere die Natur durch meine Anwesenheit. 

Das Atmen, weil ich zu ersticken drohe in eurer einfältigen, oberflächlichen Vielfältigkeit, die ihr euch angemietet habt und die euch nur dadurch genügt, weil ihr euresgleichen sucht und findet.


Falschparker

Wenn ich sie schon sehe, diese Fensterschlangen, die hinter ihren Gardinen schleichen und den Falschparker verraten, nur weil ihnen der Tag keine Freude bringen kann, weil sie so unsäglich ihr Weihnachten zuhause verbringen müssen, weil sie ihren Kindern zuwider sind. Jenen Kindern, die Ausreden suchen, ihrem Gebaren zu entgehen, die sie ach so lange ertragen mussten, dass sie die Weihnachtszeit nicht opfern, um die Vergangenheit wieder aufzuschäumen. 

Nur Mut, ihr ehemaligen Kinder vor denen, die meinten, sie seien eure Herrscher und ihr nur Knechte derer Ungeduld. Sie sollten mal die Gardinen wegziehen, den Flügel weit öffnen und frische Luft inhalieren, wobei erwartbar scheint, dass das auch nichts nützen würde, mal abgesehen davon, dass das nur zweimal im Jahr vorkommt, wenn die taubenverdreckten Glaseinlagen gereinigt werden. 

Ich parke oft falsch, weil es keinen freien Platz mehr gibt, weil jeder Haushalt drei Autos hat. Ich hasse nicht; wenn ich es aber würde, dann würde ich diese Kleingeister in Grund und Boden hassen und ihre sauberen Fenster mit einem Stein beehren, doch als anerkannter Pazifist kann ich mich nur schlecht wehren.



Nur mal eben Trotz

So treibe ich mich an Krücken durch das Gebilde das ihr eure Welt nennt. Ja ich weiß das "ihr" schmeckt euch nicht und das "euch" auch nicht, weil ich ja auch Mensch bin und Verantwortung für Entwicklung trage. Ja das stimmt. deshalb ja auch dieser Text.

Es ist nicht nur der Trotz, der mich treibt, euch gegen den eigenen Willen zu widersprechen, selbst wenn ich im Unrecht bin. Ist das nicht der Beitrag, den ich zu eurer Debatte (nicht) leisten will?

Wer mir trotzig entgegentritt, den respektiere ich schon allein aus diesem Grund. Wer nicht zum Reflektieren der eigenen Meinung und der Meinung der anderen bereit sein möchte, dem gebe ich wenig Chancen. Das kann ich machen, wie es mir beliebt; es ist meine Entscheidung, wen ich zulasse, zu mir lasse.

Wenn der Dialog einen Konsens fordert, der sich abrupt gegen meine Ansicht wendet und böse Gedanken sendet, wende ich mich meistens ab – kraftvoll. Kraftvolles Abwenden ist besser, als Kraft unnötig zu verschwenden. Feige bin, wenn das jemand so sieht. Ich nicht. Ich verzichte lieber auf sinnlosen Disput.

Widersprüchlich bin ich; ich will es nicht sein, aber es macht mich aus, denn veränderte Vorzeichen erfordern veränderte Maßnahmen. Ich rede über mich; andere kenne ich ja nicht, selbst wenn ich sie kennenlerne, wie man das so im Volksmund floskelhaft intoniert. 

Das Stakkato an Buchstaben in diesem Text mag überfordern, aber es läuft sowieso alles in das große Egal, das die Friedhöfe dieser Welt bevölkert. 

Wer mich als Prediger und Besserwisser benennt, stellt mich unbewusst auf einen Podest; das ist nicht meine Motivation. Die kenne ich nämlich selbst nicht.

Das Früher habe ich vergessen, und das, was kommt, ficht mich nicht an, und das Hier und Jetzt mit euch langweilt mich. So schreibe ich alles hier hin; es macht sowieso keinen Sinn, weil jeder nur den eigenen Mantel nimmt, wenn er nicht den des Nachbarn klaut, weil er noch neuer ist.

Diese Gesellschaft, die sich so entwickelt hat, negiere ich, so weit es mir möglich ist. Sozialer Rückzug wird zwar mit Krankheit assoziiert, aber nur von den Menschen, die sich an ihre Konventionen klammern ohne Sinn und Verstand!" 

Ja, klar ist das meine subjektive Meinung – welche denn sonst? Objektiv geht nicht und macht doch mal überhaupt keinen Sinn im Wertekatalog der gesellschaftlichen Dominanz. Das ist für mich nur Theater und Mummenschanz und die schönste Maske bekommt den ersten Preis und wurde vorher schon ausgelobt.

Geht ihr nur zu eurer Meditation, um euch vor euch zu entschulden, wenn ihr das überhaupt bemerkt was euch  fehlt – ich weiß das für mich nämlich nicht, weiß aber was ich in mir triggern lasse, verrate das aber nicht.


P.S. Wer hier eine arrogante Selbstherrlichkeit vermutet liegt wohl richtig. Bravo, gut erkannt.

26 November 2025

Der Clown in mir

Furchtlos tritt der Clown aus mir heraus, ich vergebe mir da nichts. Verbale Sturzbäche fließen so zu euch ins Tal, und ihr versucht, nicht schwimmen zu müssen, rettet euch an Land. 

Manchmal öffne ich den Clown in mir, die Staumauer, und der Redefluss fließt ab. Zu euch. Kommt, gebt mir eure Hand, wir vertrauen einfach dem Moment, in dem ein Clown noch Clown sein darf, wenn er es will, ohne als Clown behandelt, negiert zu werden. 

Menschen machen das gerne, weil sie kein Clown sein wollen; passiert mit ihnen nichts. Aus Angst, nicht dem Anspruch anderer zu folgen, was der Clown ihnen verwehrt. 

Ich erkläre mich ausdrücklich zum Clown in buntem Gewand und roter Nase, Clowns halten zusammen, mögen sich, und Menschen fangen zu lachen an. 

Sie lachen, kapiert. Wie kann man das Lachen bekämpfen, wo steckt da der falsche Kern. Zieht euren Stachel der Eitelkeit aus eurem Clownskostüm und macht einfach mit, wild und ungestüm.

25 November 2025

O B S O L E T !!!

 







Colter Wall

Rotwein. Colter Wall. Oft nehme ich mir eine Auszeit. Candlelight. Ich setze mich der Droge aus und genieße den beginnenden Applaus, der durch den Alkohol in mich getrieben wird. Das ist gut. Im übernächsten Moment, Tage danach, rufe ich mich auf und kaufe die nächste Flasche Wein, für mich allein. Nein, ich habe nie eine zu Hause, kaufe sie neu, für neue Pausen in den Momenten, die mich kennen und mir helfen, nicht auszubrennen. Menschen reden an mir entlang, an mir vorbei, mit mir, gegen mich – das lohnt nicht. Colter Wall – wer weiß, worüber er gerade singt; es klingt mit jedem Schluck besser, und ich kaufe eine Flasche mehr.












Zwillinge

Essay Chatgpt:

Gesellschaftlich gelten Menschen, die im Sternzeichen Zwilling geboren sind, als lebhafte Netzwerker, neugierig, kommunikativ und vielseitig interessiert. Sie werden oft als charismatisch beschrieben, da sie die Fähigkeit besitzen, Ideen und Menschen anzuziehen, und sich in unterschiedlichen sozialen Kontexten leicht anpassen können. Ihre geistige Beweglichkeit und Vielseitigkeit machen sie interessant und dynamisch, doch diese Eigenschaften bringen auch Schattenseiten mit sich. Zwillinge wirken mitunter unbeständig und sprunghaft, was von Außenstehenden als Oberflächlichkeit oder mangelnde Verbindlichkeit interpretiert werden kann.

Die gesellschaftliche Wahrnehmung von Zwillingen ist stark durch astrologische Stereotype geprägt. Diese Zuschreibungen dienen weniger der objektiven Analyse von Persönlichkeit als der kulturellen Einordnung bestimmter Charaktereigenschaften. Aspekte wie Kommunikationsfähigkeit, Neugier und Anpassungsfähigkeit lassen sich zwar in vielen Fällen beobachten, doch die Verallgemeinerung, Zwillinge seien grundsätzlich unentschlossen oder sprunghaft, bleibt subjektiv und empirisch nicht fundiert.

Astrologie liefert ein Bild von Typen, das Menschen erleichtert, andere einzuordnen und zu verstehen. Gleichzeitig kann es problematisch sein, da es die Individualität ignoriert und Menschen auf bestimmte Charaktereigenschaften reduziert. Zwillinge als lebhafte, vielseitige und kommunikative Menschen zu sehen, ist ein nützliches gesellschaftliches Narrativ, das Orientierung bietet, aber niemals die Komplexität menschlicher Persönlichkeit vollständig abbilden kann. Insofern bleibt die Beschreibung von Zwillingen eher ein kulturelles Konstrukt als eine objektive Charakterstudie – ein Spiegel dafür, wie Gesellschaft dazu neigt, Menschen anhand von Stereotypen einzuordnen, während die tatsächliche Individualität immer darüber hinausgeht.


Wie geht man mit Menschen um, die Zwillinge nur auf die benannten negativen Aspekte reduzieren?

Handlungsanleitung: Umgang mit reduzierenden Stereotypen über Zwillinge

  1. Selbstbewusstsein stärken: Erkenne deine Vielseitigkeit und Stärken. Lass dich nicht auf die oberflächliche Zuschreibung „unentschlossen“ oder „sprunghaft“ reduzieren.

  2. Beispiele nutzen: Zeige durch konkrete Handlungen oder Entscheidungen, dass die negativen Zuschreibungen nicht zutreffen. Das macht abstrakte Vorurteile greifbar und nachvollziehbar.

  3. Kommunikation einsetzen: Reagiere gelassen, erkläre humorvoll oder sachlich, warum die Stereotype unvollständig sind. Ein lockerer, selbstbewusster Ton schwächt Vorurteile.

  4. Grenzen setzen: Akzeptiere, dass manche Menschen nicht offen für Differenzierung sind. Entscheide bewusst, wie viel Energie du in den Austausch investieren willst.

  5. Distanz wahren: Wenn ständiges Reduzieren belastet, halte Abstand und konzentriere dich auf Menschen, die differenziert wahrnehmen.

  6. Gelassenheit kultivieren: Lass die Stereotype an dir abprallen, ohne dass sie dein Selbstbild beeinflussen. Authentisch bleiben heißt, sich nicht von oberflächlichen Zuschreibungen definieren zu lassen.

Defragmentierung

Ich defragmentiere meine Gedanken nicht mehr. Auch Fetzen von ihnen lasse ich lieber im freien Raum. Wenn sie vorbeikommen, kann ich sie einfacher verarbeiten, als wenn sie gebündelt meine Nerven strapazieren. Dann beginnt nämlich das Grübeln. Auch die Mutation von Gedankenfetzen lasse ich ungern zu, das ist nicht meins. Das, was andere Menschen als Nachteil sehen, ist für mich ein Teil meines Schutzes vor mir selbst. Ich verknüpfe zu sehr, bin aber im Lernbereich und lehne zunehmend ab. Wo andere Informationen minütlich abrufen, bin ich nicht da. Es ist ein Hobby, Gedanken nicht zuzulassen. Das macht Spaß, weil es ein Kampf mit sich selbst ist oder mit der Verselbstständigung von nicht Gewolltem. Ich kann da niemandem helfen. Ich hoffe, dass ich einer der wenigen bin, die so handeln, sonst bricht doch das ganze System zusammen. 

Ich verweise immer wieder auf den Vogel, der nur wenig Informationen besitzt, aber instinktiv lebt und nur das tut, was seinem Überleben dient, bis er dann tot vom Baum fällt. Er ist kein Vorbild, regte mich aber zum Nachdenken an. Das ganze Lebensgerüst der Menschen, auf dem sie herumturnen, ist Kraftvergabe. Man kann das wollen oder nicht bemerken, was es wesentlich vereinfacht.

Etwas Deich

Etwas Deich, etwas Käse, Rotwein, Baguette, mehr nicht, vielleicht noch etwas Sonnenlicht, mehr brauche ich nicht, eine alte Decke, auf der ich mich ausstrecke, den Himmel zu sehen, so vergesse ich die Zeit und aus den Wolken werden Sterne, ein Mond, den jeder sehen kann, und ich werde den Verdacht nicht los, dass das, was hier geschieht, sich in mein Herz schiebt, in mein Herz verschiebt, ein Glas oder einen Becher brauche ich nicht, Flaschenkind, der junge Mann setzt sich zu mir, schweigt mich an, ich ihn, halte ihm die Flasche hin, er lehnt ab und knabbert auf dem Grashalm rum und irgendwo in disem Text löst du dich mal ab, fährst durch bis zum Tunnel, dann frische Luft, löst dich aus verbrachter Zeit und machst einen Haken dran, Schluss, Trecker raus ins Hochgebirge, würge nicht die Bauersfrau, die kann für deinen Pflichtteil nichts, die Hütte hat er dir gelassen, dieser alte Depp, zwei Kilometer oben, wollte dich noch einmal sehen, den nicht, den nicht, den mag ich nicht, seinen Trecker nicht, seine Kühe nicht und diese alte Hütte nicht, aber du gehst trotzdem los, stapfst den Hang hoch, obwohl der Weg dir nichts sagt und der Wind dir ins Gesicht schlägt wie einer, der dich schon früher kannte, Steine rollen unter deinen Schuhen weg, ein Vogel schreit zu laut, zu nah, und du denkst, nicht heute, bitte nicht heute, der Weg knickt ab, der Hang wird steiler, und die Hütte lugt zwischen den Fichten hervor wie etwas, das vergessen wollte, dass es noch existiert, du bleibst stehen, atmest, nicht mutig, eher trotzig, und gehst weiter, weil man irgendwann immer weitergeht, selbst wenn nichts davon Sinn ergibt und du eigentlich nur wieder auf deiner Decke liegen willst, am Deich, mit Käse und Rotwein und Sonne und der Ahnung, dass etwas in dir rutscht, heimlich, lautlos, und du nicht weißt wohin.

24 November 2025

Gauckler und Gesellen

Ich kann mich locker selbst betrügen, jeden Tag aufs Neue. Das ist mein Talent, meine Passion, irgendwie wie ein Hohn, doch nun bemerke ich, dass ich nichts begreifen werde, kann und do bemerke ich nur. Ich lüge mir frech ins Gesicht und schäme mich nicht dabei, was das größte Unglück sei, sagen die, die glauben, mich zu verstehen. Da esse ich lieber unreife Trauben, vom Nachbarn gestohlen.

Mitleidig schauen sie mich an, weil man sich nicht auf mich verlassen kann; ich verlasse mich ständig und immer wieder und kehre ganz nach Belieben und Tagesform zurück. Darüber denke ich nicht nach, habe ich mein Leben lang getan; jetzt sind andere Lebenssöldner mal dran. Bei mir fehlt da mittlerweile, was ja bedeutet ich hatte sie mal, sie ist mir aber gleichgültig geworden, die intellektuelle Dominanz, auch wenn andere das anders sehen – bitte schön, dann ist es so.

Gesellschaftlich. Was genau ist das ? Er, sie, erklärt mir, was das ist und wer das vermisst, wenn es nicht mehr da ist. Es muss nicht immer ein „Ja, aber“ sein, lasst das doch eher sein; es verschwindet sowieso im Klo der Zeit, heruntergespült wie alles, was so bedeutend war, in jener Zeit in anderer nicht. Und dann wieder und dann auch wieder nicht. Ganz nach Belieben sind Werte betrieben oder verschoben worden, und niemand hat es bemerkt. Ausser mir natürlich.

Ich kann mich belügen und betrügen, ihr fühlt euch dann auch betrogen, belogen. Ja, und? Wer verlässt sich auf wen und warum? Kann es der besser, der das Leben besser lebt, oder der, der besser spricht, oder der, der in den Weinkrug bricht, oder der, der gerade nicht? So schieben wir uns hin und her, ich mich eben auch. 

Ich verpflichte mich niemandem mehr, fällt mir nicht schwer, höchstens dieser KI;, nein das war nur Ironie, also flieht oder bleibt hier, lügt, belügt euch und andere. Es bleibt, wie es ist – das Spiel heißt Menschsein. Und damit seid ihr nie allein.

Es lebe der Mensch

Oh ihr so herrlichen Menschengestalten, ich staune, wie ihr eure Heuchelei wie ein Kleid anlegt, durchs Leben schiebt, als sei sie euch selbstverständlich, während die Authentizität nur als Nebengabe existiert, fast unsichtbar. Ein Funken Empörung steigt auf, nicht laut, nicht aufdringlich, eher ein irritiertes Ziehen, ein Staunen darüber, dass ihr euch selbst so gefangen nehmt in euren eigenen Spiegeln, und ich stehe da, zwischen Belustigung und Missfallen, beobachte, registriere, und doch bleibt alles flüchtig, wie Rauch, der sich durch eure Gestalten windet, ohne sie je zu berühren.

Wachtmeister und Jägermeister

Jetzt modernisiere ich mich, aber nicht als Fluchtpunkt irgendeiner Philosophie, sondern als zersplitterter Versuch, mich selbst zu überholen, während ich gleichzeitig an mir kleben bleibe wie ein Schatten im Gegenlicht. Orte werfe ich hin wie lose Münzen, Barbados, Gran Canaria, Hildesheim, Altona, doch sie lösen nichts, sie verschieben nur die Luft um mich herum, kaum merklich, kaum nötig. Bio kaufe ich, als könnte Reinheit durch den Kassenzettel sickern, Elfenbein vom Elefanten, ein kalter Trotz, ein Spiegel, der mich mit leerem Blick zurückgibt. 

Modernisiere mich rasant, sage ich, klatsche mit der flachen Hand, aber vielleicht höre ich nur mich selbst, der Clubtürsteher war nur der Auslöser, nicht die Grenze. Backpfeife, Rote Wange, Rückzug, ein Reflex, mehr nicht. Fahrrad über Rot, alles ohne Konstruktion, Kontrolle, ich sei von der Rolle, sagen sie, als wäre Rollenhaftigkeit nicht ihre eigentliche Natur. Bulle steigt vom Pferd, wird kleiner, schrumpft auf das Maß seiner Uniform, während ich mich löse, nicht fliehe, nur verlagere. 

Er bleibt stecken im Pflichtgestell, Wachtmeister mit Jägermeister im Atem, ein Bild, das sich selbst kommentiert. Ich orte meinen nächsten Ort, halb klar, halb verschwommen, Übergangszustand, unfertiges Ich, das sich weiterträgt, weil Tragen leichter ist als stehen. Fersen streben, Schatten bleiben zurück, die Straße erkennt mich, ich erkenne sie nicht, vielleicht ein Vorteil. 

Regen, flacher Himmel, Atem hakelt, Schritte stolpern ins Übermaß. Modernisierung als Stottern, nicht als Fortschritt. Ich halte an, verliere den Grund, gehe weiter, weil Stillstand mich verraten würde. Suche Ausgang, finde nur Eingänge, jede Schwelle ein Rückstoß ins Offene. Und dort, in diesem unklaren Raum, beginne ich wieder, ohne Pathos, ohne Neubeginn, eher wie ein Nachhall, der sich weigert zu verstummen.