19 Dezember 2025

Demut

Sendest du dein Ich in die freie Botanik, stärkst du deinen irren Vorsprung, indem du deine intellektuellen Möglichkeiten zu deinem Vorteil nutzt. Das ist die Frage, die du dir stellen solltest, die dich zu interessieren hätte – wenn du sie nicht negieren würdest, weil dein Opportunismus deine Empathie besiegt. Sie war stets ein Teil von dir, das sage ich dir.

Du kannst hingehen und dem schnöden Mammon dienen, der dich eine Weile antreibt, bis dir das langweilig wird und du verwirrt Anderes suchst. Und dann komme ich ins Spiel. Erst dann. Dann kannst du mich finden wollen, von mir aus mit verquollenen Augen, aber Demut muss sichtbar werden. Demut vor Menschen, Demut vor deren Anstrengung, die dich nicht anstrengt, Demut vor dir selbst und deiner eifrigen Selbstüberschätzung.

Es gibt immer einen Besseren im Leben, glaube mir. Nimm dir das, was du brauchst, nicht das, was dir notwendig erscheint; dann nimmst du dem Leben schon genug – viel zu viel. Ich sage dir was, Kamerad: Steige von deinem hohen Ross herunter und sei ein menschliches Erwachen, indem du Hilfe anbietest. Sonst bleibst du nur auf deinem Weg stehen, der dir schlammig die Füße nässt. Es wird dich niemand einlassen, damit du trocken wirst – aber probiere es nur selbst.

17 Dezember 2025

Willkommen

 Mein Wille, wen interessiert das schon. Willenlos, wen interessiert das schon, willkommen.

Final

 Adelt euch ruhig, finalisiert euer selbst, ich schaue mal zu.

Tja mal so eben

Fragt nicht, woher ihr kommt, nicht, wer woher ist, fragt euch diese Sachen nicht. Das Gerade-Stehen ist schwierig, das Stehenbleiben, das Standhafte zur richtigen Zeit, das Zurücktreten im richtigen Moment und das Fortschreiten, das allen nutzt.




San Francisco

Konzentriert oder unkonzentriert, frustriert, egal – ich möchte in San Francisco sein.


Das klingt nicht wie eine Frage, eher wie ein Zustand, der sich selbst kommentiert. Konzentration oder Zerfall der Aufmerksamkeit spielen keine Rolle mehr, Frustration ist nur ein Grundrauschen, weil der Gedanke längst woanders ist. San Francisco steht dann nicht für einen Ort im geografischen Sinn, sondern für eine andere Ordnung der Dinge, für Distanz, für ein Herausfallen aus dem Jetzt, vielleicht auch für eine Projektion von Freiheit, Nebel, Küste, Weite, ein Versprechen, das gerade deshalb wirkt, weil es unerreichbar scheint. Man will nicht reisen, man will weg sein. Man will nicht ankommen, sondern aufhören, hier zu sein.