23 August 2024

traust/du/dich

Drehbücher, die keiner verfilmt, ändern nichts. Du wirfst kurze Blicke durch Vorhänge, die nie geöffnet werden. Bühnen werden immer gebaut – für dich und mich. Aber traust du dich wirklich, das zu riskieren, was dich stark macht? 2024



wie/langweilig

Kontrolliere deine Kontrolle über dich, oder mach das einfach nicht. Überlasse es. Verlasse dieses Getümmel. Kontrolliert verliert dann die Kontrolle ihr Gewicht, ficht dich nicht mehr an, und du lebst trotzdem weiter. Wer kontrolliert, vermutet sich im falschen Ergebnis.


Falsch oder nicht falsch, lass andere kontrollieren, sich in ihrem Hochmut präsentieren – das geht dich nicht an. 


Lebe ohne die Kontrolle deiner Kontrolle oder verwerfe sie vollständig, hin zu jenen, die die Kontrolle und deren Kontrolle lieben, brauchen, ob ihrer gesellschaftlichen Konstruktion. 


Hin zu dem dem Ansatz, der Emotionen wegkontrolliert, sich pikiert geniert und dann das "pragmatische Nichts" offenbart. Wie langweilig. 2024


tausend/auf/rot

Wenn ich wüsste, was ich tun kann, würde ich es dann tun? Wenn ich Parolen verbieten könnte, würde ich es tun? Wenn ich über meine Träume schreiben wollte, würde ich es dann? Über euch reden, würde ich es? 


Wie oder wann stelle ich mein “egal” in mein Leben? Wenn ich das Blatt im Wind fangen könnte, warum sollte ich? Wenn ich rote Wangen sehe, bemerke ich dich? Tausend auf Rot? Dieser Rhythmus bläht mich auf. 2024


20 August 2024

belang/los

Die Frage, ob Belanglosigkeit ein Schutzmechanismus ist, ist faszinierend. Es geht nicht um Mutlosigkeit, sondern um eine Art strategisches Zurückhalten. Wer sich nicht in die Probleme anderer einmischt oder deren Wertvorstellungen übernimmt, bewahrt sich eine gewisse Unabhängigkeit.


Diese Kunst des Wegsehens und Weghörens – während man dennoch aufmerksam bleibt – kann eine Form des Selbstschutzes sein. 


Wer nicht konfrontiert werden möchte, zieht sich zurück und lebt möglicherweise besser damit. Diese passive Haltung schützt vor dem Gewicht der Konflikte und Überzeugungen anderer. 2024

das/Krokodil/und/der/Fuchs

Es war einmal ein Krokodil, das aß nicht viel. Diät. Der Fuchs am Fluss fragte das Krokodil: „Schau, ich fresse viel, ich bin der Fuchs Nimmersatt.“ „Okay,“ sagte das Krokodil, „dann wünsche ich dir viel Spaß dabei.“


Jeden Morgen kam der Fuchs zum Krokodil und erzählte, wie gut er gegessen hatte und wie sehr es ihm geschmeckt hatte. 


Doch das Krokodil war gar kein Krokodil, sondern ein weißer Schwan – das hat der Fuchs nie erkannt. Der weiße Schwan jedoch sprach nie mit dem Fuchs und schwamm einfach davon. 2024

wie/ich

Menschen verdichten ihre Anschauung von Realität. Wenn man bedenkt, wie viele Menschen es gibt, so sind ungefähr achttausend Millionen Realitäten unterwegs – mit eigenem Programm.


Die Vorstellung, auch nur zwei Realitäten von verschiedenen Menschen zusammenzubringen, lässt Schwierigkeiten erwarten. Realität und Meinung – schizophren oder genial? Letztlich ist das alles egal.


Jeder glaubt, wem er will, und auch nicht. Was der eigenen Realität, der eigenen Meinung, der eigenen Haltung entspricht, wird eher akzeptiert. Wenn diese Meinung aber schon auf falscher Basis steht, wird es schwieriger.


Doch durch die Streuung von unwahrer Realität und bewussten Fehlmeldungen erkennen Menschen das nicht mehr sofort und sitzen so den Betrügern ihrer selbst auf, die vermeintlich empathisch die Werte der meisten Menschen unterminieren wollen.


Wie soll sich die Masse der Menschen jetzt verhalten, wenn nicht defensiv, zurückhaltend, abwartend, bis neue (falsche) Erkenntnisse Licht in ihr Dunkel bringen? 


Der Fixpunkt gemeinsamer Werte wird von Manipulierenden bewusst entfernt. So glaubt letztlich jeder, was er will, andere etwas anderes, und wieder andere gar nichts mehr – wie ich. 2024

19 August 2024

flackernder/Schein

Sofort handeln!“ hallt der Ruf – doch was bringt hastiges Tun? Schnell gezündete Maßnahmen sind oft flüchtig, verunsichern und bringen keine Klarheit.


Der flackernde Schein von schnellen Lösungen verdeckt die tiefer liegenden Probleme. 


Die aktuelle Politik setzt auf schnell angelegte (populistische) Maßnahmen und blockiert echte Bürgerbeteiligung. 


Stattdessen könnten Entscheidungen transparent und durchdachter angelegt sein. 


Nur durch echte Diskussionen und langfristige Strategien können wir den flackernden Schein überwinden. 2024

bunt/hell/schön/leise

Bunt, hell, schön. Leise. Meine Reise, meine Weise. Errate mich nicht. Rate mir nicht, denn darum geht es nicht. Es geht um Licht. Licht ist nicht bunt.


Glaubt mir, denn ohne Licht sieht man auch nicht, wenn die Katze nachts am Weiher erbricht. Nur die Dunkelheit erhellt sich zum Licht. Sonst gäbe es das Licht gar nicht. 


Wenn die Wüste dunkel ist, richtet das Licht nichts mehr aus. Nicht hier. Woanders schon. Das bringt dann das Licht zurück an die dunklen Stellen meiner Selbst. Bunt und Licht. Schön. Leise. Jeder sieht’s auf seine Weise. Liest du diesen Text, bekommst du Licht in deine Dunkelheit – oder eben nicht. 2024

18 August 2024

nur/ein/Text

Ich bin der, der dich hört, wenn du schweigst. Ich hole dich ein, verlierst du dich im Sein. Auch dort, wo ich stehe, bleibt nichts für die Ewigkeit. So spricht mein Anspruch zu mir.

Vieles kann warten; du hast noch lange nicht genug, sagt mein Verlangen nach spannender Eruption.

Alles Unsinn, sagt mein Verstand, der mir meine Prioritäten vorgeben will. Das Leben schleppt mich mit. Ich bin nicht allein, will glücklich sein, sagt meine Eitelkeit.

So soll es sein, sagt die Zuversicht. Sei stabil, sagt der Eisenmann; gerecht, sagt die Loyalität. Vergiss dich nicht im Sein deiner starken Kommunikation, und schau dich rechtzeitig um, sagt mein Gewissen. Komm nicht zu spät, sagt die Zeit. 2024