10 März 2023

ohne/relevanz

wann endlich ist die erkenntnis da. die erkenntnis, dass erkenntnis fehlt. fehlen muss, weil nichts bleibt und alles stirbt. es sterben die positiven gedanken, wenn der tod zu uns kriecht, den wir nicht beachteten, damals als wir jung die welt zu verändern suchten.

generationen werden alt, älter und was in der jugend wesentlich wirkte, relativiert sich in der (späten) einsicht, doch nichts geändert zu haben und sei man noch so egoistisch oder altruistisch vorgegangen. 

egal wie man diese welt sieht, oder sah, es bleibt nichts da. es bleibt nichts übrig, ganz egal wie positiv oder negativ man durch die spanne zwischen geburt und tod geht.

das will niemand hören, denn es stört den allgemeinen betrieb. 

menschen werden jedoch durch menschen ersetzt und jeder wähnt sich entsetzt, wenn er derjenige ist, der zukünftig ausfallen wird. 

generationen verbrauchen sich an der aufgabe den sinn des lebens zu ermitteln. es gibt keinen. warum auch. 

keiner bleibt hier, egal in welcher generation er lebt, in welcher epoche; 

da menschen aber wichtig sein wollen, um relevant zu sein, werden mythen bemüht und narrative entwickelt, damit das eigenleben doch wenigstens ein kleines bisschen wertvoll erscheint.

"alles egal!" es bleibt nichts. egal ist das wort das alles leben beschreibt. 

selbst die zeit verliert hier ihre dynamik, denn es ist in aller zeit egal, nicht relevant, wer wann lebte und welchen vermeintlichen fortschritt er/sie zu generieren glaubte.

der vogel dort am himmel ist nicht so anspruchsvoll wie wir, er fliegt und lebt, frisst und schläft und irgendwann stürzt er tot vom himmel; ohne relevanz! 

wer traut sich aus dieser erkenntnis geboren einfach draufloszuleben, sich durch das leben zu atmen und nicht darum zu kümmern, wer, wo, was, für wen, wann, gemacht hat und was daraus für das eigene leben resultieren könnte? 

allein schon das man sich in dieser hinsicht "trauen muss" zeigt die gesellschaftliche dekadenz gegenüber der toleranz des lebens.

und sagt  ihr nur: "so ist das eben," dann habt ihr euch auch längst in euer schicksal ergeben? aber egal.


08 März 2023

mit/dem/moment/lernen

dieser spiegel spiegelt nur den moment. ein bild friert auch den moment ein. wenn man sich im spiegel fotografiert, ist das das momentum per se?

momente ketten sich zusammen, reihen sich aneinander, verquicken sich zu einem stabilen weltbild, wie unstabil das doch sein kann? in diesem moment erkenne ich genau das was ich sehe, meine realität, meine wahrheit entsteht.

im nächsten moment, verschiebt sich alles, wenn ich nur diesen halben schritt zurückkehre, beiseite gehe, oder zu dir stehe, mit mir und im nächsten moment ist dieser moment schon nicht mehr hier.

besitze ich als grundlage zur (eigenen) entwicklung (nur) diesen einen moment und weitere folgen vielleicht später? wäge ich ab, welcher moment, welche momentfolge, momentkette, meinen moment bestimmt? immer wieder, ständig? 

sie kehren zurück die fragmente früherer erkenntnisse, die sich zu der eigenen erfahrung zusammengeschoben haben, deren (in)stabiles gefüge niemals von uns durchbrochen werden wird. niemals? wir lassen uns unsere momente nicht nehmen, warten auf neue und fügen so unsere lebensform zusammen?

das spannende am miteinander, gegeneinander, ist doch, dass jeder mensch seine momente favorisiert. das zulassen von vielen momentaufnahmen anderer menschen und das bewerten dieser erkenntnisse, sowie das übernehmen (oder ablehnen) in das eigene portfolio ist das, was man schlicht lernen nennt. 

so lernt man sein leben lang eigene und fremde erkenntnisse zu verarbeiten, aufzuarbeiten für den eigenen umgang mit sich und anderen, um letztlich zu erkennen; dass man überhaupt nichts weiß und schon garnicht das (er)lernen so kennt, um anderen zu erklären, wie das "richtige leben" funktioniert.

05 März 2023

gönnen/können

sich selbst/anderen gönnen können;

ich gönne mir das zusammenspiel von mir entworfener gedanken um erkennen zu müssen, dass diese fähigkeit dann an ihre grenzen stößt, wenn der ausbund meiner (skurriler) ideen gesellschaftlich abgelehnt, gar negiert wird. 

doch ich gönne mir trotzdem. den lebenswillen, meine gereizte unzulässige weil unzulängliche eitelkeit, die mich keinen schritt in den bereich der einsicht schiebt und die natur, die mich lehren könnte, meine emotionale präsenz schützend zu begrenzen, indem ich mich zurücknehme um unverdrossen (m)eine leere zu genießen. 

ich gönne mir einzuatmen und ausatmend durchzuwechseln, wenn meine durchwachsenden gefühle die vermeintliche schuld des anderen begrüßen. 

ich gönne mir den eigenen standpunkt zu wechseln, diesen schritt beiseite zu gehen um das geschehen geschehen zu lassen, so wie es ohne mich geschehen würde, ohne das ich mir meine meinung zu allem und jeglichem gönne.

ich gönne mir die sonne, die wärme, kälte, trockene nässe der natur, den bach, den see und den berg nicht verstandener gefühle in mir. 

gönne ich mir auch meine schubladen zu öffnen? gönne ich mir meinen optimierten subjektiven und von mir zu verantworteten verdruss zu begrenzen? 

gönne ich es mir das alles umzuwandeln in die freude, die dem leben die nahrung gibt, die freude die menschen mit glück definieren, damit sie einen anhaltspunkt gewinnen; um sich ihr eigenes leben gönnen zu können?

gönne ich anderen; dann gönne ich auch mir?