19 Juli 2024

andere/schublade

Schau vorwärts, nicht zurück? Aber sind es nicht die gemachten Erfahrungen, die uns geprägt haben, die uns sozialisiert haben? Erfahrungen, von denen wir meistens profitierten, die wir im Rückblick herauskramen? Wie definiert man eigentlich Vorwärts? Etwa im Zurückblicken? Im Vorwärtsgehen sind die Erfahrungen vielleicht noch nicht gemacht, die Lektionen noch nicht gelernt.


Ein Leben als ständiges Voran, ein unaufhörliches Vorwärts? Um jeden Preis, ohne zu wissen, was kommen wird? Ist das spannend? Oder eher anspannend? Stets fordernd, das Rückwärts immerzu verneinend? Schwarz oder weiß? Oder vielleicht doch beides zugleich, schwarz und weiß? 20/24

18 Juli 2024

Kleiner/Scholz

Die deutsche Politik nickt ab. Obwohl Deutschland nur einen „erheblichen Anteil“ von einem Prozent der Weltbevölkerung vertritt, fühlt es sich verpflichtet, der ganzen Menschheit zu sagen, wie alles zu funktionieren hat. Und was passiert? Große Worte und dann abnicken.


Die wesentlichen Staaten nicken nicht. Sie lassen nicken, denn sie haben eher als die Deutschen begriffen, dass ein Prozent nicht die Mehrheit darstellt. Zumal die Mehrheit der Bürger dieses Landes diese Hauruck-Politik nicht unterstützt.


Das Ergebnis: Die Deutschen nimmt niemand mehr ernst. Wie auch? Ich bin Deutscher und fremdschäme mich nicht einmal mehr. Ich schäme mich nicht mehr für die Unfähigkeit der Unfähigen, denn ich habe diese Unfähigkeit nicht gewählt.


Deutschland rettet die Welt.


Das Klima. Treibt das Gendern voran. Vor allem in Arabien sind sie entzückt. Deutsche Politiker erklären Chinesen, Indern, Amerikanern und fast allen anderen neunundneunzig Prozent der Weltbevölkerung mal eben, dass nur in ihnen die Weisheit wohnt.


Geschlechter werden erfunden, der jährliche Geschlechterwechsel legalisiert. Es ist schwer für Herrn Habeck und Frau Baerbock zu verstehen, aber die Welt betrachtet uns nicht als Lehrmeister und schon gar nicht als Lehrmeister*innen. Sie haben nicht einmal auf die beiden gewartet. Und auch nicht auf den kleinen Scholz. 20/24


heiliger/gral

Jeder redet sich diese Welt so schön, wie er es braucht, weil er selbst darin lebt. Was er selbst macht und wo er selbst ist, hat Gewicht für sich selbst, für die anderen nicht.


Jeder beeinflusst. Diese Beeinflussung fließt ins Leben ein, auch wenn man sich nur selbst belügt. Es gibt viele Menschen, die das ihr Leben lang machen. Nicht, dass sie das zugeben würden, das lassen sie nicht zu. Im Gegenteil: Die eigene Fassade muss um jeden Preis aufrechterhalten bleiben.


Ich behaupte, niemand auf der Welt ist authentisch. Dies zu verneinen gehört zur Fassade dazu. Man kann und will sich nicht selbst anklagen oder seine Missstände ausbreiten, sonst würde der Selbstbetrug ja nicht wirken.


Es ist nicht mal gesagt, dass dieser Betrug an der eigenen Person bewusst passiert oder unterbewusst. Es ist im Leben implementiert, eingeschweißt. Jeder kann sich seine Beispiele selbst suchen; er findet sie, wenn er es ernsthaft versucht. Dann ist es wie bei einem alten Haus: Wenn einmal die Fassade bröckelt, bricht irgendwann das Gebäude zusammen.


Menschen bestehen aus Fassaden, die das oft verrottete Innere des Hauses kaschieren sollen. Sie übertreffen sich an Scheinheiligkeit und Selbstgefälligkeit. Es gibt sicher auch andere Menschen: gute Menschen, Seelenmenschen. Hingebungsvoll adressieren sie Empathie und schützen die Schwachen. Sie stellen sich vor die Schafe, die oft keine sind, und wollen sie vor dem bösen Wolf beschützen. Doch das wollen die Fassadenstreicher erst recht nicht.


Es ist niemandem zu wünschen, doch alle Schönreden greifen dann ins Leere, wenn das Schicksal den eigenen heiligen Gral beschädigt. Dann gibt es keine Fassade mehr und das (falsche) Mitleid bestimmt. 20/24


14 Juli 2024

Pizza

Und ich glaube fest daran, dass uns Pizza retten kann. Jeder Revolutionär braucht nur Pizza und Gewehr.

quelle: "antilopengang."