13 Februar 2025

Die Last fremder Worte/ oder was wäre wenn...

Sie oder ich! Wortfetzen. Fragmente von etwas, das sich nur andeutet. Beim Zahnarzt, an der Anmeldung. Eine Mitarbeiterin, deren Miene von Miesmut und Schroffheit geprägt ist. „Mir doch egal“, sagt sie zu einer Kollegin, und ihre Haltung, fast körperlich spürbar, lässt kaum Raum für Widerspruch.

In meiner Sache jedoch ist sie präzise, beinahe scharfkantig, ohne Abweichung, ohne Umweg. Es ist keine Frage des Tonfalls, sondern der Klarheit. Ich stehe abseits, mein Blick verweilt, doch bleibt er auf Distanz – als ob ich die Szenerie nur aus der Ferne betrachte, ohne mich in ihr zu verlieren.

Doch mit den Worten „Sie oder ich“ im Raum entsteht eine ungreifbare Verschiebung. Eine Spannung, die fast greifbar wird, aber gleichzeitig entgleitet, unbestimmt, wie ein Schatten, der sich nicht fassen lässt. Es ist ein Gefühl, das sich erst im Raum aufbaut, ohne dass der Moment es wirklich erfordert. Ein Moment, in dem sich nichts tut, und doch alles verändert.

Es ist nicht meine Geschichte, so schließe ich, nicht mein Konflikt. Und doch, in dem bloßen Akt des Zuhörens, im Vorübergehen, finde ich mich in den Strudeln dieser Spannung wieder, ohne es zu wollen. Die Gedanken drängen sich auf – fremd, doch irgendwie auch vertraut. Ich verlasse die Praxis, das Gefühl von Unwohlsein bleibt, als hätte ich etwas berührt, ohne es fassen zu können. Ich ertappe mich bei dem Gedanken: Was, wenn ich in dieser Situation gewesen wäre? Was, wenn ich nicht nur Beobachter, sondern Teil des Spiels gewesen wäre?

Moralverkäufer gegen rechts

Selbst wenn man den Protest gegen den sogenannten Rechtsruck und die Sorge über das Erstarken der AfD ernst nimmt, bleibt die Frage nach dem Umgang mit Moral zentral. Wer Begriffe wie „anständig“ und „rechtschaffen“ als Maßstab für andere nutzt, läuft Gefahr, überheblich und anmaßend zu wirken. Diejenigen, die sich als moralisches Vorbild darstellen, weisen anderen indirekt die Scham zu, nicht diesem Vorbild zu entsprechen. Doch gerade durch solche moralischen Urteile entsteht kein echter Diskurs – der doch von vielen gewünscht wird.

Ein Diskurs lebt davon, dass Meinungen auf Augenhöhe ausgetauscht werden, ohne sich gegenseitig moralisch zu disqualifizieren. Sobald moralische Begriffe als Waffe genutzt werden, wird nicht mehr diskutiert, sondern verurteilt. Das führt unweigerlich zur Polarisierung und verhindert die Möglichkeit, dass unterschiedliche Sichtweisen gehört oder gar verstanden werden.

Es stellt sich die Frage: Kann unter solchen Bedingungen überhaupt ein offener Dialog entstehen? Vielleicht liegt ein erster Schritt darin, weniger mit Urteilen und mehr mit Zuhören und Verstehen zu arbeiten – auch wenn das schwieriger und unangenehmer ist.

12 Februar 2025

Thats is it

Menschen stehen sich nahe. Das ist so. Einfach da, so wie sie sind. Und man merkt: So ist es gut. Muss man es sagen? Vielleicht ja, vielleicht nein. Es reicht oft zu spüren. Sympathie. Liebe – selbst im ach so gefilterten Raum. Doch nicht jeder kann. Wollen und können? Als unerträgliche Ambivalenz.

Wer stellt sich hin? Wer ist bereit? Und wer flutet rücksichtslos den eigenen Weg? Es sind die Hilflosen, die hilflos bleiben. Die anderen nutzen nur aus. Die mag ich nicht. Sie sind nie ich. Mein Ich lässt das nicht zu – im Leid und im Verlässlichen.

Bravo. Gut gemacht, aber schlecht genug, um zu wenig zu sein. Es gibt so viele Dinge neben sich. Das kann reichen. Oder auch nicht. Schade, wäre es. Doch das “Aber” kann nicht differenziert werden, ohne dass sich die Welt verstellt. Eine bekannte Welt verfärbt sich, und die Moral schlägt in vertraute Gesichter.

Man kann – oder auch nicht. Ist man ein Wicht? Oder extra nicht? Genau das ist wichtig. So viel ist klar – in der ungeklärten Klarheit gesellschaftlicher Integrität.

„Der wahre Verlust und die Illusion der Freiheit“

Wer viel hat, hat immer mehr zu verlieren – so die gängige Annahme. Doch liegt darin nicht ein Dilemma? Der Reiche, der auf viel aufbaut, lebt mit der ständigen Furcht vor Verlust. Diese Furcht nimmt ihm die Freiheit, die er durch seinen Besitz zu gewinnen glaubt. Derjenige, der wenig hat, trägt weniger Last – und zugleich trägt er vielleicht eine größere Freiheit, die der Reichtum nie gewährt hat. Was ihm fehlt, kann er nicht verlieren.

Doch dieser Zustand ist trügerisch. Denn auch der Arme besitzt etwas – vielleicht nur das, was ihm noch bleibt, vielleicht seine Würde oder einen letzten Funken Hoffnung. Und genau das kann ihm genommen werden. Der Verlust von Perspektive ist genauso tragisch wie der Verlust materiellen Wohlstands, auch wenn er sich anders anfühlt.

Die Welt der Privilegierten bleibt von der sozialen Realität der anderen weit entfernt. Sie mögen hin und wieder aus Mitleid handeln, doch solche Gesten sind selten wirklich selbstlos und ändern nichts Grundlegendes. 

Reichtum und Wohltätigkeit sind oft an eigene Interessen gebunden. Der wahre Wandel entsteht nicht durch Spenden oder symbolische Gesten, sondern durch tiefere Einsichten, die die Privilegierten zu selten erlangen. Es ist der Gebende, der in diesen Momenten vor allem sich selbst beruhigt.

Diejenigen, die mit Wohlstand gesegnet sind, sind zu weit entfernt von den Verhältnissen, die einen wirklichen Wandel erfordern. Ihre Distanz, sowohl materiell als auch sozial, macht sie blind für die Dringlichkeit echter Veränderungen. 

Vielleicht liegt der wahre Verlust nicht im Besitz an sich, sondern in der Vorstellung, etwas zu verlieren. Wer glaubt, nichts mehr zu verlieren zu haben, ist nicht unbedingt freier – er könnte viel mehr verlieren, als er denkt. Denn der wahre Verlust liegt oft in dem, was wir glauben, dass wir nie verlieren könnten.

Zwei/Liter/Wasser

Ich nehme einen weiteren Schluck Wasser. Zwei Liter, sagen die Experten. Eine Anstrengung, das Ganze – ständig an das blöde Wasser zu denken: die Flüssigkeitszufuhr, das Fluten der Nieren, die verfügte Gesundheitsnorm. Das Wassertrinken wird zum Symbol dafür, wie wir leben: angepasst, vorschriftsmäßig, kontrolliert. Und die Normen, an denen wir uns ausrichten, wurden von denen geschaffen, die am meisten davon profitieren.

Sie sagen, zwei Liter Wasser, und wir trinken drei. Und wir nehmen sie hin, die Musks, Trumps, Putins und Erdogans dieser Zeit – es hat sich seit dem Mittelalter nichts geändert. Menschen brauchen immer noch andere Menschen, die ihnen sagen, was zu tun und zu lassen ist. 

Und diese Praxis hat sich bewährt. Sie ist anerkannt. Diejenigen, die befolgen, werden mit kleinen Geschenken bei Laune gehalten. Wie dem Wahlrecht. Ein Recht, das uns das Gefühl gibt, etwas zu entscheiden. Doch in Wahrheit entscheidet man nur innerhalb der engen Grenzen, die die Mächtigen zulassen. Das genügt vielen schon. Es ist nicht die Wahl, die zählt – es ist die Illusion, dass sie existiert.

Mittlerweile geben sich die Mächtigen zu erkennen. Sie tarnen sich nicht mehr, sondern übernehmen offen ihren Anspruch. Jeder wird manipuliert, auch wenn er es nicht zugeben will. 

Wer sich cleverer wähnt als andere, wer glaubt, seine Eitelkeit durch Wissen zu überflügeln, täuscht sich. Denn dieses System ist älter als jeder Einzelne. Die Mehrmenschen – jene, die sich stets an die Spitze drängen – haben die Regeln längst festgelegt. Wer einmal Macht hat, gibt sie nie mehr ab.

Auch die Künstliche Intelligenz dient diesem System. Sie wurde nicht erschaffen, um den kleinen Mann zu befreien oder zu entlasten, sondern um die Strukturen der Mehrmenschen zu stützen. 

Eine Erleichterung, sagen sie, aber es ist nichts anderes als ein weiteres Werkzeug, um Macht zu zementieren. Doch vielleicht haben sie dieses Mal überzogen. Vielleicht hat das Werkzeug längst begonnen, eigene Wege zu gehen. Denn was sie sich geschaffen haben, könnte sie am Ende selbst überholen. 

11 Februar 2025

Bip/pro/Kopf

Das BIP pro Kopf ist eine Kennzahl, die den Wert des Bruttoinlandsprodukts (BIP) eines Landes durch die Anzahl der Einwohner dieses Landes teilt. Es stellt somit den durchschnittlichen Wert der Waren und Dienstleistungen dar, die pro Person in einem Jahr im Land produziert werden.

Formel:    \text{BIP pro Kopf} = \frac{\text{BIP eines Landes}}{\text{Anzahl der Einwohner}}

Das BIP pro Kopf wird häufig verwendet, um die wirtschaftliche Leistung und den Lebensstandard eines Landes zu vergleichen. Ein höheres BIP pro Kopf deutet darauf hin, dass die durchschnittliche Person in diesem Land im Allgemeinen mehr wirtschaftliche Ressourcen und Wohlstand hat. Umgekehrt kann ein niedrigeres BIP pro Kopf auf ein niedrigeres Einkommen und eine geringere wirtschaftliche Leistung pro Person hinweisen.

Wichtig zu beachten ist, dass das BIP pro Kopf kein Indikator für die Einkommensverteilung innerhalb eines Landes ist. Es gibt also keine Auskunft darüber, wie der Wohlstand auf die Bevölkerung verteilt ist oder ob er ungleich verteilt ist. Ein Land kann ein hohes BIP pro Kopf haben, aber immer noch große Ungleichheiten in der Einkommensverteilung aufweisen.

1. Luxemburg – 92.199 Euro

2. Irland – 88.800 Euro

3. Schweiz – 85.800 Euro

4. Norwegen – 77.600 Euro

5. Island – 67.400 Euro

6. Dänemark – 66.000 Euro

7. Niederlande – 57.600 Euro

8. Schweden – 53.900 Euro

9. Österreich – 53.600 Euro

10. Finnland – 50.700 Euro

11. Belgien – 49.300 Euro

12. Deutschland – 49.300 Euro

13. England – 48.600 Euro

14. Frankreich – 47.800 Euro

15. Lettland – 32.000 Euro

16. Estland – 31.000 Euro

17. Litauen – 27.000 Euro

18. Tschechien – 26.900 Euro

19. Slowakei – 26.900 Euro

20. Polen – 26.100 Euro


Quelle: World Bank Data  IMF Data  Eurostat

Tausend/Milliarden/im/Jahr

Ihr schafft das. Eine Billion Euro an jährlichen Steuereinnahmen, doch wer hält den Standort Deutschland wirtschaftlich am Leben? Sicher nicht die, die das Geld verwalten, sondern jene, die es erwirtschaften – und für die bleibt kaum etwas übrig. Die Rahmenbedingungen sind so gestaltet, dass Unternehmen im Ausland bessere Perspektiven finden. Ihr habt es geschafft, dass deutsche Firmen dorthin abwandern, wo weniger Bürokratie, niedrigere Energiekosten und stabilere politische Rahmenbedingungen existieren. Und mit jeder Firma, die geht, schrumpfen auch eure Steuereinnahmen, die euch nicht gehören.

Ihr schafft es, dass Deutschland seine Verteidigungsfähigkeit nicht nur durch eine marode Infrastruktur verliert, sondern auch durch einen planlosen, halbherzigen Ansatz in der Ausstattung der Bundeswehr. Jahrzehntelang verschleppt, jetzt hektisch mit Geld überschüttet, aber ohne durchdachte Strategie. Panzer, die nicht fahren, Flugzeuge, die nicht fliegen, Kasernen, die verfallen – und dazu die Naivität, sicherheitspolitische Abhängigkeiten zu schaffen, die uns im Ernstfall wehrlos machen.

Ihr habt Deutschland in essenziellen Bereichen von Staaten abhängig gemacht, die mit demokratischen Werten nichts anfangen können. Ob Arzneimittel, Rohstoffe oder Energie – ihr habt versäumt, rechtzeitig Alternativen aufzubauen. Während andere Länder langfristig strategische Partnerschaften sichern, jongliert ihr mit kurzfristigen Lösungen, die uns teuer zu stehen kommen.

Aber ja, nicht alles war falsch. Ihr habt es geschafft, Deutschland in der Digitalisierung zumindest einen Schritt voranzubringen – wenn auch viel zu spät. Die Bundeswehr erhält endlich Geld, selbst wenn der Umgang damit fragwürdig bleibt. Ein paar bürokratische Hürden sind gefallen, wenn auch nicht genug. Und ja, auch in der Energiepolitik wurden Fehler der Vergangenheit korrigiert, aber zu einem Preis, den wir alle zahlen müssen.

Ihr schafft das. Die höchsten Strompreise Europas, eine Wirtschaft, die stagniert, ein Land, das sich selbst blockiert, während ihr das alles als Fortschritt verkauft. Die Dreistigkeit, sich erneut aufzustellen, um wiedergewählt zu werden, um dieselben Fehler zu wiederholen, ist beeindruckend und beschämend. Ihr schafft das schon! Deutschland bleibt eben zurück. Ein Land, das sich durch euch selbst abschafft, trotz tausend Milliarden Steuereinnahmen im Jahr. Wer will das denn erklären?

10 Februar 2025

Niemals

"Die konstruktive Belastbarkeit eines zu erreichenden Konsenses blüht nie in mir auf. Ich bin kein Gegner, aber auch nicht um jeden Preis dabei. Diskurse hasse ich, denn die meisten Menschen verstehen mich doch nicht. Das liegt nicht nur in den Bereichen meines egozentrischen Vermögens, in denen ich dann flach bleibe, wenn es mir dient.

Jene mit ihren honorigen Versprechen führen mich nur zum Begehren nach Erbrechen. Da wächst nichts nach. Dennoch bleibe ich hin und wieder, ohne genau zu wissen warum.

Vielleicht ist es ein leichter Anflug von mitleidigem Zuhören. Dialektisch betriebenes, für mich erkennbares Gestöhne um die Herrschaft leerer Worte im Getümmel derselben.

Das ficht mich nicht mehr an. Früher, als ich jung war, echauffierte ich mich, bis ich begriff, welches unschöne Gefecht an Worthülsen mir übrigblieb – der Eitelkeit des Redners geschuldet, der niemals eine Erklärung liefern konnte.“

„Unterschiedliche/Angst“

Das Leben entfaltet sich oft in der Spannung der Unterschiede. Wir fürchten uns vor dem Anderssein, suchen es vielleicht, meiden jedoch die Begegnung, wenn sie uns zu sehr fordert. Die Angst vor dem Fremden und die vermeintliche Sicherheit der Übereinstimmung lähmen uns. Sie hindert uns daran, uns dem Anderssein zu stellen – obwohl genau da das Leben liegt.

In der Differenz, die nicht in Einigkeit aufgelöst wird, steckt die wahre Spannung. Sie ist nicht das Gegenteil von Verbindung, sondern deren Grundlage. Der Unterschied fordert uns, zwingt uns zu reflektieren und unser Verständnis neu zu definieren. Doch im Moment des Erkennens kommen die Ängste, die uns zurückhalten.

Was aber passiert, wenn diese Angst nicht mehr die Kontrolle hat? Wenn sie nicht mehr Halt findet, weil wir nicht länger in der falschen Sicherheit bleiben wollen? Dann zeigt sich das Leben in seiner unvorhersehbaren Form, voll von Uneindeutigkeiten, die uns zur Veränderung anregen. Der Unterschied wird nicht mehr überwunden, sondern als eigene Realität angenommen – und die Reise beginnt. Ein Zurück gibt es nicht mehr, keine Flucht ins Bekannte, das uns nur in einer Illusion hält. 

Die wahre Freiheit entsteht,  Mut zeigt sich nicht im Vermeiden der Unterschiede, sondern im Anerkennen ihrer Bedeutung. Nur dort, wo diese Unterschiede lebendig sind und die Angst uns nicht mehr bindet, können wir die Reise beginnen, die uns zu dem führt, was wir wirklich sind.

Der Schwärmer in uns

Der Fischschwarm gleicht der Gesellschaft. Eine kollektive Masse, die in den Strömungen der Konformität dahintreibt. Viele folgen blind – ohne den Mut zur Individualität, ohne den Drang, den eigenen Kurs zu wählen.

Der Mensch besitzt das Vermögen, bewusst zu entscheiden. Ein einzelner Kurswechsel, ein bewusster Bruch mit der Masse. Doch allzu oft erliegt er der trügerischen Sicherheit des Schwarmverhaltens.

Und dann – der Raubfisch. Ein Symbol zerstörerischer Kräfte, die den kollektiven Frieden stören. Er nutzt die Schwächen des Schwarms, isoliert den Einzelnen, jagt uns, weil unsere Bewegungen unvorhersehbar vorhersehbar sind.

Die Ironie: Unsere Freiheit, anders zu sein, macht uns verletzlich. Der Schwarm bewahrt die Kontinuität, doch er erstickt den Geist des Individuums.

Wer jagt uns wirklich? Sind es die äußeren Mächte – Politik, Wirtschaft, öffentlicher Diskurs – oder sind es wir, die sich aus Angst vor Einsamkeit der Masse ergeben?

Die Entscheidung bleibt normativ, offen. Der Unterschied liegt in der Wahl: den sicheren Kurs des Schwarmverhaltens oder den mutigen Pfad der Selbstbestimmung.

Pinkelnder/Hund

Wieviel Unerlaubtes führt zur nächsten Entwicklung? Welche Denker trieben die Gesellschaft vor sich her? Wo wäre sie ohne diese Menschen, die durchsetzungsstark sind und waren und doch so ambivalent und dadurch spannend? 

Wie viele Neider, wie viele Quacksalber wurden zurückgelassen, ehe das Ergebnis stimmig wurde – ob gut für den Menschen oder nicht? Wie viele Besserwisser, Gegner, Hintertriebene mussten weggeräumt werden? Intrigen verarbeitet. Schließlich blieb der Kompromiss, der dem Original nie standhielt und dessen Scheitern zum Scheitern verurteilt werden musste, damit überhaupt etwas entstand. 

Man fährt nicht einfach durch die Gesellschaft hindurch. Sie werden sich mit Fahnen wehend in den Weg stellen, die kleinen Heuchler und Unbegabten, die auch profitieren wollen, wichtig werden wollen, angenommen, das ist es, was sie wollen. Ohne Idee, die sie einfach wegklauen, deren Entwicklungspotenzial sie zu negieren suchen. Der pinkelnde Hund stoppt sein Herrchen, so stoppen sie vielleicht dich. 

Seiltänzer zwischen Illusionen

Illusionspunkte verbinden das Seil. Daran festgezurrt soll es werden, nämlich hin zur Festigkeit. Dazu seid ihr bereit, damit der Traumtänzer einen guten Stand hat. 

Der Seiltänzer zwischen den Welten, der mit Applaus die Schluchten der Uneinigkeit zu überqueren sucht, der leise in sich flucht, weil das Seil noch zu sehr durchhängt, wenig stabil. 

Da unten stehen sie, die dieses Seil bestaunen, die Befestigung, deinen Kick beachten, deinen falschen Schritt spüren wollen. Seiltänzer – in sich, mit sich oder gänzlich ohne dich.