14 Oktober 2023

einfach/hingehen

kein mensch ist am see. es regnet. kein mensch ausser mir. ich stehe am baum und die vier schwäne es sind heute nur drei, beachten nur ihre nahrungsaufnahme, kopfüber.

regentropfen bewegen den see, kleine, große kreise, der wind ganz leise. es sägt niemand im regenwald am see. noch ist es warm genug.

diese vergessene boulekugel am strand und diese kurze einsamkeit, die durchatmen lässt, die vergessen lässt, was so wichtig erscheint, sie ist nur geliehen; so wie unser (er)leben. 

krähenschrei; totenkopfbank heute dunkler, feuchter.

nass und nicht unglücklich wähne ich mich frei in freier natur, die nicht nur im sonnenschein ihren zauber versprüht.

diese natur ist vielleicht im regen und sturm etwas mehr bemüht dir ein bisschen ruhe zu gönnen, du musst einfach nur hingehen.

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teil/der/gesellschaft

ich bleibe teil der gesellschaft, das geht nicht anders, oder ich müsste vergessene indigene völker aufsuchen, die mich dann vielleicht aufessen ohne mich zu fragen, was ich denn bei ihnen suche.

selbst in kanada in der wildniss leben menschen, wenn auch entfernt. 

autark und authentisch kann man hier auch nicht leben, wegen der arznei und der nahrung die nicht von selbst hergestellt werden kann; oder diesem postwasserflugzeug in dem der pilot schon von weitem grüßt.

kein mensch kann aussteigen, er kann sich wegducken vielleicht weggucken, doch seine sinne versagen deshalb doch nicht. 

das ist das problem, denn dieser wandersmann wird reden, wenn er auch nur einmal im leben an dir vorbeigeht. 

kindern höre ich vielleicht noch zu, aber nicht dir, dir der du dich in deinem leben eingerichtet hast und dich jede minute als abenteu(r)er verkaufst. 

wohl wissend, dass du dich doch nur in deinen eigenen erfahrungen vergräbst und erwartest, dass deine kinder und kindeskinder genauso werden. 

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08 Oktober 2023

der/wandernde/taugenichts

taugenichts bleibe in meiner nähe ich habe jetzt zeit für dich. endlich jetzt. 

erzähle vom leichtsinn, tiefsinn, abenteuer, erzähle mir einfach von dir.

vielleicht wandere  ich dann ein stückchen mit dir mit.

deine poesie geht ohne schuhe, barfuß bist du unterwegs, gelegentlich. 

die wirklichkeit sieht anders aus, sagst du. so steht es in deinen gedichten, die sich zu deinem sein verdichten.

füllt ihr nur eure notizbücher, der freie wandersmann liest das nicht.

du fandest nicht nur gunst, lerchen und nachtigallen auf deinem weg, so sagst du mir. 

murmelnde bäche und die klappernden mühlen; aber auch staub und langer regen kamen dir entgegen.

du seist wie ein till eulenspiegel gewesen so leicht und versuchtest der kugel des barons auszuweichen und du wolltest auch nicht mit den anderen wandern, mit diesen minnesängern der eigenen eitelkeit.

sie sind auch nicht so wie sie scheinen, er habe sie nicht in seinen gedichten erwähnt, denn meistens waren es vagabunden die dann verschwanden um wieder da zu sein; ihm seinen job zu nehmen.

basta, morgen ist noch weit und wo ich abends bin, geht dich nichts an, so sagt er mir. 

man wird bedächtiger, ruhiger, besonnener in all den jahren der wanderschaft. jugend ist nicht feige und das alter schweigt gerne. 

so schaut er in seine sterne, ich mag ihn selbst wenn er gelegentlich irrt sehr gerne; den taugenichts.

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degeneriert/mariniert

schon mal bananen gebraten, shrimps auf haferbrei, kartoffelmarmelade und den sauerkrautkeks verköstigt? das ist gut, sagen sie. 

advocados in rotweinsoße auf gerupftem sojahuhn aus siebenbürgen und erst der nachtisch aus eisfraktur vom grönlandstrand. 

abgerundet mit havanna zigarren frisch aus kuba und single malt in angereicherter elefantenpisse das ist der neueste schrei.

heuschrecken als snacks und als mehl für unser brot für die welt. 

das alles ganz frisch und frisch bestellt, in klaren worten und mit geld.

so würzen sie in kürze smoothies die gut schmecken, nachdem sie sich die finger lecken, salat, karotten, sellerie und schalotten flott gemixt in designerklamotten.

im supermarkt lauert nur der herzinfarkt und der mainstream zieht lautlos einfach weiter und bleibt dabei locker, heiter. 

pferdesteak und katzenzunge; bisschen marie für die lunge und das alles will dann auch der kleine mann; wenn er es sich dann leisten kann.

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weckt/mich

weckt mich, wenn ich nicht schlafen soll, nicht träumen soll, wenn ihr mich braucht, aber weckt mich sanft.

sonst bleibe ich einfach liegen und der schlamassel gehört nur euch. 

weckt mich mit meiner musik, mit meiner sonne, mit einem lächeln, mit eurer ganzen liebe, weckt mich erst dann; denn ich schlafe gern.

„aufstehen brüllen“ und an die tür klopfen, das machen soviele falsche boten, da vergebe ich schon mal meine noten; das sind idioten. 

„nicht vor neun, um gottes willen nicht vor neun.“

vor neun ist für mich euer mitternacht, auch wenn eure sonne da schon lacht, euer vitaler geist, eure pure energie, das atemlose sein euch schon um sechs begrüßt und scheinbar euren morgen versüßt.

da bin ich nicht, werde ich nicht mehr sein, vielleicht bin ich damit ganz allein, aber; so soll es sein!

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