09 November 2024

Wahre/Struktur

Ab jetzt zeige ich meine wahre Struktur. Die gesellschaftliche Dimension werde ich mit meiner Verachtung bedenken, denn die Gesellschaft ist nicht die Stellschraube, an der gedreht werden sollte, um den Wald zu finden, der die Erschöpfung wegnimmt – jene Erschöpfung, die nötig ist, um dir zu sagen, dass deine gespielte Art an mir abprallt. Ich gebe jetzt immer mehr preis, indem ich meine Kritik nicht länger in Watte packe, sondern offen ausspreche.

Schaut, Menschen, ich liebe euch nicht, habe es nie getan. Verachtet? Nein, es ist einfach so gemacht. Es gibt Regeln, gemacht von denen, die mehr sind als die allgemeine Menschheit. 

Die Trumps, Erdogans, Musks dieser Welt – sie denken anders. Sie präsentieren Macht. Macht über Menschen. Menschen nehmen das Machtvolle an, Weshalb auch immer. Was ist gut? Alles, was Macht verleiht. Schwäche? Sie wird verglüht, weggeschwemmt. Spannung entsteht nur in der Stauung der Kräfte, die siegen. Nicht in der Demut, die lähmt. Leben heißt, sich zu verletzen nicht authentisch zu sein. Wer authentisch ist, demütig ist, verliert. 

Der Mensch ist ein Ende. Er ist überholt, festgefahren in Leitplanken aus versuchter Empathie, Zuversicht und Toleranz, als ein Mach(t)werk, das niemandem dient. Die Evolution gibt vor, was man nicht hören will. Niemand von den Schwachen. Der Mehrheit. Der höhere Typus ist ein Glücksfall, kein Plan. Wer mordet, stirbt – und wenn nicht gemordet wird, wird er trotzdem sterben. Die Schuld wird so unerheblich.

Die Menschheit entwickelt sich nicht weiter. Das bisschen mehr an neuen Werkzeugen kaschiert das nicht. Der Fortschritt als Idee – eine falsche Idee. Wenige erreichen einen höheren Typus, etwas, das im Verhältnis zur Menschheit eine Art Überproportion darstellt. 

Seltene Ausnahmen, die keine Relevanz haben. Ansätze zur Beendigung des Todeskrieges. Die Verdorbenheit des Menschen ist überall sichtbar. Regionen lassen sich so austauschen, die Gesichter bleiben gleich. 

Moralische Anklagen der Mehrheit verstauben im Regal des Kaisers, der seine Vasallen stets in seinen Krieg trieb. Kirchen beteiligen sich, Bibeln und Schriften wurden erstellt, damit Menschen beruhigt auf den Folterknecht warten. Da gibt es kein Mitleid. Jeder stellt sich nebenan. Der Märtyrer ist dumm – war er immer. Mitleiden überredet zu nichts. Man kann es lassen. Stur. 

Den falschen Mantel der schönen Worte lässt man am besten  an der Garderobe der Sinnlosigkeit baumeln. Der Held, dieser Jüngling, der am Baum seines Unverständnisses baumelt – wird abgeschnitten von diesen empathiegesteuerten jasagenden Versagern, die das Spiel um Macht nie begreifen werden. 

Nun öffne ich wieder meine Augen und erlebe eure Welt die ihr in eure Illusionen gebaut habt, damit ihr euer Leben ertragen könnt. 2024

08 November 2024

genug

Es ist nie genug, war es nie. Wer genug will, sollte sterben. Auf dieser Welt gibt es kein genug. 

Genug ist nicht genug. Dafür gibt es genügend Argumente. Man kann genügen, aber das ist nicht genug. Man kann sein Ich adressieren, doch sie wollen dann mehr – mehr genug. 

Genügend genug. Es wird immer ein genug bevorzugt werden, doch das ist nicht genug. Wer viel verdient, hat nicht genug, wer wenig verdient, erst recht nicht. Das ist keine Genugtuung, die genügend das genug bevorzugt. Genug damit. 

07 November 2024

Schwangere/Schwäne

Wann wird der Baggersee wieder von Schnee bedeckt? Oder bleibt er nur kalt, zugefroren, still? Kufen gleiten, Füße frieren. Glühwein hilft. Der Winter bleibt. Die Ruhe. Ohne Menschen, ohne deren Sorgen und Gedanken. Der See bleibt der See – unverändert, in seiner jetzt kalten Struktur.

Schwangere Schwäne, ungestört. Ihre Ruhe unberührt, als ob sie den See verstehen wie die Stille selbst. Kein Lärm, keine Störung. Keine hektische Bewegung.

Im Winter verwischt alles. Der See bleibt, der Charakter des Ortes klar und unverändert, besonders wenn niemand da ist. Keine Menschen, keine Ansprüche. Nur der See dessen Natur, Struktur, die sich ohne Menschen vollständig entfaltet.

Der Winter zeigt uns diesen Ortes anders: ruhig, unaufgeregt. Hier gibt es keine Entweihung, keine Störung. Nur das einfache Sein – das wahre Wohl für den Menschen, der bereit ist, sich auf diese Stille einzulassen. 2024

P.S. Lasst euch nicht erzählen, dass Schwäne schwanger werden. 

    Bewährte/Show

    Die politische Klasse zieht wieder einmal ihre bewährte Show ab: Ein inszeniertes Drama, das Schuldzuweisungen, Bewertungen und eine ganze Palette an öffentlichen Gefühlsausbrüchen umfasst. Die zentrale Frage, warum es überhaupt so weit kommen konnte, bleibt dabei unbeantwortet. Der wahre Kern wird verschleiert, die eigene Verantwortung weggeschoben – eine Strategie, die mit jedem Wort und jeder Geste nur allzu durchsichtig wirkt.

    Die Ampelkoalition ist gescheitert, und zwar nicht an äußeren Umständen, sondern an der eigenen Unfähigkeit, das Land mit der nötigen Klarheit und Konsequenz zu führen. Doch was uns nun als politisches Drama verkauft wird, ist im Grunde kaum mehr als ein normaler Vorgang: Regierungen kommen und gehen, und die Verantwortlichen, die sich hier abzeichnen, fallen ohnehin sanft. Ein Netz aus persönlichen Absicherungen und stabilen Netzwerken sorgt dafür, dass ihr Abgang bloß eine Formalität bleibt. Warum also die Aufregung? Es ist das politische Theater, das uns vorgespielt wird, mit überzeichneter Betroffenheit, die kein echtes Bedauern, sondern nur das nächste Manöver verschleiert.

    Und kaum steht das Ende der Koalition fest, beginnen die Verantwortlichen bereits damit, sich für den nächsten Akt in Position zu bringen. Anstatt die Situation nüchtern aufzuarbeiten, starten sie schon die ersten Wahlkampfsignale – Emotionen und Betroffenheit inklusive, selbst wenn diese nur als vorgeschobene Mummenschanz herhalten müssen. Worum es tatsächlich geht, ist längst nicht mehr Schuld oder Unschuld, sondern das Erreichen von Neuwahlen, bevor die Fassade gänzlich zusammenbricht.

    In dieser Dynamik zeigt auch der Bundeskanzler sein wahres Gesicht. Sein Zögern, die Vertrauensfrage zu stellen, verdeutlicht eine Absicht: Noch so lange wie möglich die Fäden in der Hand halten, einige Vorhaben im letzten Moment durchdrücken und sich dann als starker Macher im Wahlkampf positionieren. Das Wohl Deutschlands spielt in diesem Kalkül keine Rolle – der politische Stillstand wird weiter künstlich in die Länge gezogen. Den Bürgern bleibt nichts anderes übrig, als diesem durchsichtigen Machtspiel zuzusehen, bei dem es ausschließlich um den Erhalt der eigenen Positionen geht, und nicht um das, was dem Land langfristig dient. 

    05 November 2024

    Und/nun

    Wenn jemand eine Reise unternimmt, kann er etwas erzählen. Doch reden ist Silber, schweigen ist Gold. Und nun? So wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus. Jedem recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann. Und nun? Nun wissen wir nichts. Was sollen wir tun? Erzählen, schweigen oder in den Wald rufen? Kompliziert.

    Ich finde, man sollte niemandem antun, was einem selbst nicht angetan werden sollte. Und nun? Ich erinnere mich an meine Reise, die jetzt zu Ende ist, und doch erzähle ich nichts. Mit meinem Schweigen komme ich den Sprichwörtern nach. 

    Oder ich mache alles ganz anders und erzähle ausgiebig. Doch das interessiert am Ende niemanden. Es ist wie das Betrachten fremder Dias – man kann nicht dabei sein, weil man die Reise nicht selbst erlebt hat. Also bleibt nur das Schweigen. Für sich behalten. So mache ich es. 2024

    04 November 2024

    Einfache/Lösung

    Ich habe mir oft diese Welt erklärt, die Menschen erklärt – schon aus Selbstschutz. Ausreden gesammelt, weil ich auch nur Mensch bin. Versucht zu verstehen. Zeitverschwendung. Es gibt nichts zu erklären. Alles wuselt wie in einem Ameisenhaufen, und wenn es für die alten Ameisen vorbei ist, wimmelt es einfach weiter – als wäre nichts gewesen.

    Viele Menschen machen sich Gedanken über sich, ihre Kinder und Kindeskinder und beginnen, sich mit anderen Lebensformen zu messen. Das nützt niemandem. Wir glauben das nur. Am Ende sind wir nicht mehr als ein Schatten, der sich im Grau verliert, ein Gedanke, der schnell verfliegt.

    Jeder Mensch ringt um die Anerkennung anderer. Authentizität? Fehlanzeige. Jeder spielt sein selbst gebasteltes Ich, gnadenlos. Menschen machen das so. Frag besser nicht. Keiner fragt mehr – die einfache Lösung. 2024

    03 November 2024

    Niemand/will/das?

    Ah, danke für den Hinweis! Hier ist die überarbeitete Version:

    “Niemand will sich etwas sagen lassen, sich etwas erklären lassen oder zuhören müssen, weil sich jeder nur für seinen eigenen Scheiß interessiert? So ist die Welt einfach erklärt, ihr Philosophen aller Zeiten? Braucht man euch?” 2024 


    “Niemand will sich etwas sagen lassen, sich etwas erklären lassen oder zuhören müssen, weil sich jeder nur für den eigenen Scheiß interessiert. So ist die Welt einfach erklärt, ihr Philosophen aller Zeiten. Man braucht euch nicht.”