05 März 2022

mein/bus

wieder im selben bus. warum setzen wir uns immer in den selben bus, indem die selben menschen sitzen, jedes mal. die selben menschen die immer in diese eine richtung fahren? 

sie steigen unterschiedlich aus, an ihren haltestellen. an den stellen an denen sie den bus für sich anhalten lassen. die haltestellen, die jemand anderes festlegte, für sie. fahrgäste steigen ein und aus, ok das ist spannend, doch in dieser richtung sind es oft die gleichen menschen, die sich auch kennen und des anderen weg mitbenutzen. 

ja sie könnten auch im selben boot sitzen, wie der volksmund treffend formuliert. dieses boot kennt keine haltestellen es fährt oft jahrzehntelang und einer spielt immer den steuermann. 

nein ich möchte nicht der busfahrer sein, der an haltestellen gebundene fahrgäste chauffiert. ich möchte einfach den bus wechseln, immer wieder, einfach in einem bus sitzen, dessen ziel ich nicht kenne, deren menschen ich nicht kenne. 

einfach losfahren und staunen an welchen haltestellen wer ein und aussteigt. ich würde zur endhaltestelle mitfahren und in den nächsten bus einsteigen und den übernächsten der wieder ein anderes ziel hat. vielleicht sitze ich irgendwann wieder in "meinem bus," weil das eben so ist, so sein muss. 


04 März 2022

vogel/frei

wie ein vogel leben? wie dieser dort oder der andere, allenfalls mindestens als bussard? selbst der adler weiß nicht das er ein vogel ist, ein raubvogel gar. er lernt durch nachahmung wie jedes lebewesen auf erden. wie ein vogel leben also? das wäre mal unabhängig von der möglichkeit fliegen zu können gar nicht so unattraktiv. man könnte in den tag hineinleben, hineinfliegen, ohne andere sorgen zu haben als die nahrungsaufnahme und dem überlebenstrieb raum zu geben. keine politik, keine öffnungszeiten, keine grenzen gibt es für ihn. keine Versicherungen, führerscheine, kein elektrisches licht. er braucht kein gas, egal woher. er friert nicht. er braucht keinen regenschirm und auch nicht diese falsche empathie. das alles kennt er nicht und noch vieles mehr. er kennt die natur den Wald, den see, das meer, das gebirge, dieses land und auch das eine oder andere mehr. er kennt keine waffen, keinen krieg, nicht dieses elend der restriktion. er lebt einfach und fliegt  in der welt herum bis er tod vom himmel fällt. ich würde wie ein vogel leben, oder wie ein schwan; es gibt schlimmeres. 


03 März 2022

defensiv

eine defensive haltung aus angst vor einem angekündigten atomkrieg lässt uns wieder einmal  loslassen von unseren  sogenannten demokratischen werten. unsere angst hemmt jene entschlossenheit, die diktatoren gnadenlos ausnutzen und für sich in anspruch nehmen. wo ist der unterschied von angst zu angst. muss der aggressor nicht mindestens genauso viel angst haben? weshalb hat die westliche welt soviel mehr angst? wie lange schaut man noch aus angst zu, wie lange hofft man noch, dass ein autokrat in westlichen maßstäben denkt? wie lange zieht man noch zurück? so werden die menschen in der ukraine alleine gelassen mit der ausrede, dass sie nicht der nato angehören. sie werden quasi aus der freiheit in die diktatur zurückgeführt, aus ihrer demokratie die dort nach westlichen maßstäben nicht herrscht entlassen, zurückgelassen. es ist wie mit den pflegekräften in der corona-zeit, die niemand mehr interessiert. es wird geklatscht, angekündigt und wenig/nichts passiert. der ukrainekrieg passiert uns einfach "nicht genug" und wir spekulieren weiter und weiter, während das ukrainische volk sich gegen goliath stemmt und diesen krieg nicht gewinnen kann und einen blutzoll zahlt, den es nicht provozierte. so wird dem aggressor wieder die hand gereicht werden in der hoffnung, dass nicht noch mehr passiert anstatt konsequent maßnahmen zu beschließen, die ihn langfristig für sein volk unmöglich machen. kriegsverbrecher kommen so immer wieder durch, weil der westen sich vor angst in die hose macht. andere autokratische staaten schauen dabei ganz genau zu.  die menschen in der ukraine und deren freiheitswille interessiert niemand unter diesem aspekt, aber hauptsache man heuchelt anteilnahme und hofft, dass dieser krieg nicht zu uns kommt. die ukraine jedenfalls ist westlich abgeschrieben. 


02 März 2022

alexander/graham/bell

schallwellen in schwingungen umwandeln das war sein ding. fluch und segen. zunächst schwarz dann das russisch/amerikanische rot. leben und tod. rettung in der not. mobil tragen wir dein vermächtnis mit uns in jeder hosentasche und es macht unser leben (viel zu) schnell, alexander graham bell.

01 März 2022

der/auftritt

der stil ist es, der tonfall der die aussage trägt. das äußere vortragen, die gewandtheit in der situation das blendet menschen, denn schlagfertiges agieren wird mit intellektuellem reichtum gleichgesetzt und den  wünscht man sich für sich und nimmt ihn gerne in sich auf. so entwickelt sich die neugier auf etwas anderes, vielleicht nie da gewesenes und schon ist man dem bann des vortragendem ausgesetzt. die eigene erkenntnis reift erst nach gründlicher überlegung und selbst dann bleibt eine gewisse ambivalenz zurück die uns ratlos macht und nach anderen meinungen ruft. der engagierte und selbstbewusste auftritt wird also zunächst zumindest akzeptiert und dabei tritt der Inhalt in den hintergrund, der wird erst dann richtig wichtig, wenn die menschen dieses spiel nicht durchschauen.