09 Mai 2025

dann bis dann

ok, den applaus habe ich bestellt und die brüder vom grill. da passiert nichts mehr. nicht, dass ich geladen hätte – ich bin geladen, überladen, vollgeladen von dem, womit ihr mich konfrontieren wollt. applaudiert lieber. laut. oder schießt salut. mir, denen. anderen. aber sprecht mich nicht an. esst gegrilltes. redet mit den brüdern. aber bitte nicht mit mir. ich höre euch heute nicht zu. bin nicht dazu bereit, von mir aus morgen, übermorgen wäre gut, oder der tag danach, der dem dann folgendem tag nachgibt. dann bis dann.“

pardon, pardon

pardon, pardon. nicht, dass ich störe. was mir letztlich gleichgültig bleibt. bin schon etwas da. an dem ort, an dem du gestern schon gewesen warst. dein standpunkt. quasi. pardon, pardon – heute bleibe ich mal hier. du störst mich nicht. sehr. warst eben etwas zu spät, später als gestern, als ich zu spät war. dran war. nicht, dass mich das belastet hätte, aber gegönnt? nein. so weit geht die selbstkasteiung dann doch nicht. der wettbewerb um plätze, standpunkte, war lehrreich für mich gestern. heute für dich. das stört dein gleichgewicht. wie gestern mich? du musst an dir arbeiten, wird schon. pardon. pardon, dass ich das anspreche.

entgegnung

der satz – „das hat mich überrascht, ich habe darüber noch nicht nachgedacht, aber ich werde mich damit beschäftigen“ – ist ein stilles meisterwerk der selbstbegrenzung. 

kein widerstand, kein mitgehen, kein urteilen. stattdessen offenheit ohne unterwerfung, anerkennung ohne bestätigung. eine art verbaler rücksicht, die dem gegenüber die tür offen lässt, ohne sich selbst dabei zu verlieren. ein rückzug, der nicht schwach, sondern souverän wirkt.

solche sätze schaffen raum – für den anderen, aber auch für sich selbst. sie vermeiden das schnelle antwortspiel, das oft nur dazu dient, positionen zu sichern. stattdessen entsteht eine pause, ein zwischenraum, in dem etwas reifen darf, ohne dass es gleich bewertet oder verteidigt werden muss. 

es ist nicht flucht, sondern eine form von stärke durch unentschlossenheit. oder besser: durch das eingeständnis, dass nicht alles sofort entscheidbar ist.

p.s. tipps fürs gesellschaftliche leben. selbstverständlich und  gratis.

nix/konkret

wie was? konkret? nee, nix! wieso? das braucht niemand! es geht auch so. zweifle ruhig daran. das passt zu dir! hast du wohl aus deiner kindheit mitgebracht. so, das bist du also. dynamisch undynamisch, aber frisch geduscht.

kartoffelsalat. deine welt. kartoffelsalat und buletten. nix konkret. ansonsten? eher weniger? kopf frei? das hilft dir? konzentriere dich! nein, nicht auf das essen, sondern auf deinen denkverzicht. "du denkst nur an die buletten, jetzt mit kartoffelbrei." nix konkret.




08 Mai 2025

da bleibe ich

meine musik. die musik derer, die sie mir zugänglich gemacht haben – danke. mein respekt gilt jenen, die durch ihre schöpferische kraft klangliche momente erschufen, die für mich zur letzten, bleibenden inspiration wurden.

musik – roh oder feingeschliffen – ist für mich eine form der kommunikation. ein sinnlich durchdachter ausdruck inneren verlangens. nie gemacht, um zu gefallen, sondern um zu sein. das ist es, was mich berührt. meine musik, die mich entführt, verführt, berührt.

neues aufnehmen. staunen, was möglich ist – und war. jede epoche hat ihre eigenen kunstvollen sammlungen von musikgenuss hervorgebracht.

das ist mein ding. nicht diese popsternchen oder dem zeitgeist zugewandten entertainer, die kommerziell alles dehnen, was ihnen möglich ist. das ist nicht meine welt – auch wenn sie ihre berechtigung haben.

ich meine jene, die musikgeschichte schrieben. die unvergesslich bleiben. die, die ganz in ihrer musik aufgingen. für das, was sie ausdrückte – nicht für das, was sie einbrachte. und jene, die im selben geist neue inspiration anstoßen. auch wenn solche menschen selten geworden sind in einer welt, die laut ist und verkauft werden will. es sind die künstler, die etwas hinterlassen, das über den moment hinausgeht. in tönen, die bleiben, auch wenn alles andere vergeht.

07 Mai 2025

nur smalltalk

gespräche nützen selten. mir nicht. man muss auf so vieles eingehen. da leere ich lieber meinen leeren briefkasten. mein recht-haben-wollen widert mich sowieso an, weil ich das für mich für überwunden hielt, doch immer wieder erwische ich mich dabei. und was ist schuld? gespräche. kommunikation, die zu nichts führt. 

austausch von meinungen. keiner weiß was, alle haben eine meinung. ermüdend, da trage ich lieber pfandflaschen zum automaten. 

worthülsen entlarven sich als spießerische spielerei um den heißen brei. das ganze konstrukt hinkt. was geht mich an, was sich jemand als meinung leisten will.  

das brauche ich nicht für mich zu berücksichtigen. es entfremdet mich zu sehr von mir und dem, was ich nicht weiß, denn ich taumle nicht in meinem unwissen.

still sein ist da besser. damit fange ich jetzt mal an. spät genug. das kann ich am besten allein. was soll ich reden, wenn nicht verstanden wird – oder verstanden werden will –, wenn meinungen nicht denselben wert haben? 

mich ficht das noch an, bald nicht mehr. kommunikation führt in die sackgasse von meinungen. 

keiner, nicht einer, sagt: du hast recht damit. oder ist gar bereit, zu übernehmen, was durchdacht vorgetragen war. vielleicht gibt es diese menschen irgendwo, aber ich fange jetzt nicht mehr an sie zu suchen. und. dazu müsste ich mit ihnen sprechen lernen.

nachwort:

dieser text spricht nicht. er redet nicht um den heißen brei. er will nichts gewinnen, nichts überzeugen, nichts zurechtrücken. er hält inne, wo andere sich erklären. er dreht sich nicht um die achse des sozialen muss, sondern tritt zur seite, dahin, wo das sprechen endet und das denken beginnt.

was hier geschieht, ist keine kapitulation vor der welt, sondern eine ablehnung ihrer sprachspiele. kein rückzug aus beleidigtem stolz, sondern eine präzise grenze: bis hierher, und nicht weiter. nicht jeder dialog ist ein zeichen von reife, nicht jedes gespräch verdient geführt zu werden.

der text stellt keine fragen, weil er die antworten kennt – er stellt keine fragen, weil die frage selbst bereits ein zugeständnis wäre. an ein system von meinungen, gegenseitiger beurteilung und erzwungener teilnahme.

er sagt: still sein ist auch eine form von klarheit.

und vielleicht, ganz vielleicht, liegt darin mehr verbundenheit mit der welt, als in all den gesprächen, die nichts hinterlassen außer müdigkeit.

06 Mai 2025

dein schuh?

ich liege nicht mehr auf meinem niveau – ich thron’ darauf, während ihr darunter kriecht auf der suche nach argumenten. ihr nennt das leben? ich nenn’s ein casting für den durchschnitt. und ihr habt alle bestanden. mit auszeichnung. ihr glänzt – aber nur innen, wo’s niemand sieht. dort, wo euer stolz fault und eure überzeugungen schon schimmeln.

euer wahnsinn? war am anfang noch faszinierend. wie ein museumsstück: befremdlich, aber lehrreich. ich betrachtete euch mit einer neugier, wie man ein in formalin konserviertes hirn betrachtet: man fragt sich, was da mal gedacht wurde. doch dann kam die erkenntnis: ihr meint das ernst. diese gedankenarmut, diese pseudoempathie, dieses „ich seh das halt anders“ – das ist kein schutzmechanismus, das ist euer inhalt. ihr seid nicht leer. ihr seid voll. nur eben voll müll.

eure meinung? war nie gefragt. aber sie wurde geliefert. ungefragt, unreflektiert, unwiderruflich dumm. ein dauerfeuer des bedeutungslosen. eure moral? ein feuchtes taschentuch, mit dem ihr euch gegenseitig tröstet, wenn’s mal kritisch wird. und wehe, einer denkt. dann wird’s gefährlich. für euch. denn denken stört beim mitlaufen.

ich habe euch nicht verlassen – ich habe euch ausgeworfen wie ballast. ihr wart zu schwer für meinen verstand. und ehrlich: ich hatte euch zu lang dabei. zu lang euer „ja aber“, zu lang euer „man muss doch auch mal“, zu lang euer „das darfst du so nicht sagen“. doch. darf ich. kann ich. mache ich.

ihr seid kein gegenüber. ihr seid publikum. und nicht mal ein gutes. ihr klatscht an den falschen stellen, versteht die pointe nicht und ruft nach pause, wenn’s spannend wird. euer horizont? ein spiralförmig gefaltetes blatt aus facebook-kommentaren. eure tiefgründigkeit? eine laune des algorithmen-gotts.

ich? ich schreibe nicht, um euch zu provozieren. ich schreibe, weil ich es ertrage. und das allein ist schon eine art heldentat. denn wer eurer dauerpräsenz geistig gewachsen bleibt, hat mehr verdient als applaus. er hat freiheit verdient – und ohrstöpsel. für alles, was da noch aus euren mündern kommt.

p.s.  meine vermeintliche arroganz schafft transparenz, oder eben nicht. 

barfuß/an/der/bar

barfuß – das ist kein widerstand, sondern eine haltung. bar jeder konvention. einfach so dastehen, wie ich bin. keine einlagen, keine erhöhungen, keine anpassung an erwartungen. barfuß an der bar – das gefällt mir. ehrlich, direkt, ungepolstert. nicht aus protest, sondern aus lust an der einfachheit.

es muss nichts bedeuten. kein manifest, keine mission. vielleicht irgendwann flip flops – grüne gartenschuhe - na und? solange der drink stimmt, die luft passt und niemand fragt, warum ich so bin, wie ich bin. barfuß eben. nicht nackt, aber ohne hülle. kein statement, sondern ein zustand.

ich nehme mir die freiheit, so aufzutreten, wie ich mich meine. bodennah und leicht. solange es geht. solange es sich richtig anfühlt. und wenn’s vorbei ist, dann eben mit schuhen. aber bis dahin: barfuß. an der bar. mein stil. mein moment. mein zustand.

04 Mai 2025

überübermorgen

dieses und jenes. nix konkretes. gestern morgen. logisch. die reihenfolge muss stimmen. übermorgen folgt. gut gemacht. geht es dir gut? immer gut? mir? 

übermorgen sage ich bescheid, wie es gestern gewesen sein könnte was heute beeinflussbar werden sollte. mal sehen wie wir das morgen sehen. 

was man sich vorgestern ausgedacht hat, erlebt man vielleicht übermorgen. oder nie. ich schaue diesen gedankenapparat an, ob er auch überübermorgen das vorvorgestern kann.