07 Mai 2025

nur smalltalk

gespräche nützen selten. mir nicht. man muss auf so vieles eingehen. da leere ich lieber meinen leeren briefkasten. mein recht-haben-wollen widert mich sowieso an, weil ich das für mich für überwunden hielt, doch immer wieder erwische ich mich dabei. und was ist schuld? gespräche. kommunikation, die zu nichts führt. 

austausch von meinungen. keiner weiß was, alle haben eine meinung. ermüdend, da trage ich lieber pfandflaschen zum automaten. 

worthülsen entlarven sich als spießerische spielerei um den heißen brei. das ganze konstrukt hinkt. was geht mich an, was sich jemand als meinung leisten will.  

das brauche ich nicht für mich zu berücksichtigen. es entfremdet mich zu sehr von mir und dem, was ich nicht weiß, denn ich taumle nicht in meinem unwissen.

still sein ist da besser. damit fange ich jetzt mal an. spät genug. das kann ich am besten allein. was soll ich reden, wenn nicht verstanden wird – oder verstanden werden will –, wenn meinungen nicht denselben wert haben? 

mich ficht das noch an, bald nicht mehr. kommunikation führt in die sackgasse von meinungen. 

keiner, nicht einer, sagt: du hast recht damit. oder ist gar bereit, zu übernehmen, was durchdacht vorgetragen war. vielleicht gibt es diese menschen irgendwo, aber ich fange jetzt nicht mehr an sie zu suchen. und. dazu müsste ich mit ihnen sprechen lernen.

nachwort:

dieser text spricht nicht. er redet nicht um den heißen brei. er will nichts gewinnen, nichts überzeugen, nichts zurechtrücken. er hält inne, wo andere sich erklären. er dreht sich nicht um die achse des sozialen muss, sondern tritt zur seite, dahin, wo das sprechen endet und das denken beginnt.

was hier geschieht, ist keine kapitulation vor der welt, sondern eine ablehnung ihrer sprachspiele. kein rückzug aus beleidigtem stolz, sondern eine präzise grenze: bis hierher, und nicht weiter. nicht jeder dialog ist ein zeichen von reife, nicht jedes gespräch verdient geführt zu werden.

der text stellt keine fragen, weil er die antworten kennt – er stellt keine fragen, weil die frage selbst bereits ein zugeständnis wäre. an ein system von meinungen, gegenseitiger beurteilung und erzwungener teilnahme.

er sagt: still sein ist auch eine form von klarheit.

und vielleicht, ganz vielleicht, liegt darin mehr verbundenheit mit der welt, als in all den gesprächen, die nichts hinterlassen außer müdigkeit.

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