01 Juli 2023

lieber/angeln

sind wir wach geblieben? haben wir uns entsprechend verhalten? von regeln genötigt unseren eigenen verstand benötigt nur um letztlich zu bemerken; wir, ihr, gehören nicht dazu. 

blitzblank fegt der sommerwind den straßenlärm ins abseits. es wird nichts mehr geredet, gehört. verstörte ahnungslose menschen kreuzen den weg, die gasse schmilzt zu diesem tauben band. 

verb(r)annte geschichten vergangener menschen, weisen zum friedhof hin. olle kamellen, wie der pfarrer sagt und weiter in sich schweigt, aus der gier genährt durch eigene stille wieder wichtig zu werden, doch wir werden alle sterben.

aus holzkreuzen errichtete zäune, weisen den weg ins markierte niemandsland, wo niemand wartet, so entscheidet ihr für euch selbst und kriecht in eure vermeintliche (un)schuld um den eigenen wert zu erspüren, der soll euch dann aus dem niemandsland führen, sogleich, am besten würde man dabei reich.

den eigentlichen irrtum (er)kenne ich nicht, das hätte auch kein gewicht, so ungewollt, weil der lebenswagen einfach weiterrollt. 

wir gehören nicht dazu. silber und gold liegt nicht in unserer hand, nur dieser verwaschene stein vom quellenfluss, dem wir entgegengehen, direkt, möglichst ohne den umweg ins eigene verlangen, der ursprung der quelle noch vom nebel verhangen; vielleicht sind wir sogar daran vorbeigegangen, wir sollten lieber angeln.


30 Juni 2023

abend/vögel

wenn die abendvögel den hafen verlassen, wenn weiße segel im dämmerdunst verblassen, 

mancher vom tagwerk erschöpft, die letzte der letzten flaschen köpft,

dann warten piraten am leuchtturm bis morgens um vier, 

töten die wachen und besetzen den pier.