Probier mal. Paprikawurst und Whiskey. Ohne Brot.
Rainer Schulz im März des Jahres 2026
So schreibe ich es einfach hin. Was mir Gedanken vorsagen wollen. Was Träume mir offerieren. Gestern war ich in San Franzisco. Habe Donald getroffen. Donald Trump. War nen guter Typ. Da in Frisco. Ich kannte die Häuser schon. Hatte da schon eingekauft und den Hafen gesehen. Irgendjemand war noch dabei ein Mann und eine Frau. Die Frau hat Donald immer wieder provoziert. Er hat alles weggelächelt.
Geduldig sind wir so herumgeschlendert, es hat ihn niemand erkannt, den Donald. Er war nur für uns da. Zur Stelle sozusagen. Manchmal mussten wir warten, aber er hat immer wieder den Weg zu uns gefunden. Der Höhepunkt war als Donald an einem vier Meter hohen Baugerüst hing, wer weiß wie er da hingekommen ist. Ich dachte der stürzt ab.
Da hat er fünf Klimmzüge gemacht und ist heruntergesprungen. Habe ihm gratuliert. Der ist immerhin bald achtzig Jahre alt. Die Hand geschüttelt. Das hat ihm gefallen, dem Donald aus Amerika.
Meistens auf englisch da war mein Englisch so gut, wie dessen deutsch. Immerhin.
Rainer Schulz März 26
Hast du den Mann im Mond gesehen. Wenn ja hast du seine Katze erkannt. Die ist auch dabei. Sie schnurrt im Astronautenanzug. Er hat ihr Milch gegeben. Milch. Sie ist daran verendet. Die Milch war schlecht. Elon hat noch viel Milch und viele Katzen.
Rainer Schulz März 26
Es läutet. Läuft total falsch. Du fühlst dich irre gut. Gefeuert.
Wie es kommt, kommt’s. Wegen ihr. Nur wegen ihr. Wegen irgendjemandem ist das immer so, sowieso.
Frei. Freigekommen. In freier Sicht – so läuft das bei ihr nicht.
Du kannst einfach gehen. Auf dieser Bank sitzen, mit Kissen. Den Rest des Lebens.
Aber diesmal sieht die Sache anders aus.
Du ziehst aus.
Ans Meer.
Rainer Schulz, März 26
Kurze Fristen. Langwierige Verhandlungen. In einer Welt, die sich immer schneller dreht, zählt nur noch der Moment. Wir entscheiden kurzsichtig und handeln kopflos. Hauptsache, das schnelle Geld fließt heute – egal, ob morgen die Welt zusammenbricht.
Was dabei auf der Strecke bleibt? Fundierte Sätze. Reflektiertes Handeln. Tiefgründige Recherche. All das wird heute negiert, als Ballast abgetan, der den "Workflow" stört.
Wir befinden uns in einer absurden Logik: Wir wechseln fleißig Windeln, ohne zu wissen, woher der Nachschub kommen soll oder ob die Produktion überhaupt noch gesichert ist. Gleichzeitig ersticken wir die Unternehmer, die sie herstellen, unter bürokratischen und finanziellen Lasten. Es ist die "Scheiße", die am Ende übrig bleibt – und niemand sieht hin.
Das Schlimmste daran: Dieses sinnlose Verhalten wird sozialisiert. Es wird zur Norm gepusht. Wer kritisiert, gilt als Bremser. Wer den Unsinn mitmacht, macht Karriere. Wenn Despoten und Verrückte die gesellschaftliche Macht übernehmen, während die Mehrheit schweigend zusieht, wäre es Zeit, die Reißleine zu ziehen. Passiert nicht.
Rainer Schulz März26