morgen, ja morgen, fange ich ein anderes, neues leben an; und wenn nicht morgen, dann übermorgen; irgendwann.
ludwig hirsch
morgen, ja morgen, fange ich ein anderes, neues leben an; und wenn nicht morgen, dann übermorgen; irgendwann.
ludwig hirsch
semikolon, du bist so eine zwischenschritt zwischen komma und punkt. du trennst mehr als ein komma, aber weniger als der strikte punkt. das semikolon macht mich aus. ich setze es wohin ich es möchte, die rechtschreibung ist mir da, eh egal.
die zusammenhänge sind es die ich darstellen möchte und da hilft dieses komma mit strich sehr, weil es die gedanken zwingt zum innehalten, neu zu reflektieren, zu ordnen, einzunorten um dann den bezug des einen satzteils zum anderen besser zu erfassen.
ich stelle nur den gedanklichen zusammenhang her und setze das semikolon wie ich glaube das diese hilfe mehr erkennen lässt, als das komma.
das verwirrt vielleicht gelegentlich, doch das nehme ich in kauf, auch das ich das zeichen falsch setze, dann wird es erst recht spannend, oder aber nicht.
semikolon der gedankenstrich, das verhaltene lesen meiner struktur; pur.
es fehlt mir doch, irgendwie, nie würde ich es mir eingestehen und dir sowieso nicht. dieses durch die gegend streifen, heute hier nicht sein und morgen nicht dort, Ortschaften fliegen vorbei, wer da wohl wohnt, was wer wohl macht, seine zeit entlang?
ok, hier bleibe ich ein kleines Weilchen, oder dort gehe ich wieder fort, mir doch egal, hier kaufe ich diese flasche roten, dort den käse, das baguette und diesen kaffee hinterher.
fliehend suche ich den nächsten weg zu mir, vielleicht, oder einfach woanders hin, irgendwie komme ich immer wohin, nach nix und wieder nix steht mir der sinn, ich war stets hier und auch mal da, niemand der mich hier vermisst dort nicht, dazu reichten die stunden nicht, dieser eine tag,.
tief in mir suche ich das andere, dieses damals immer wieder, dieses pure loslassende dasein, allein sein, und diesen einen moment.
sonnenuntergang, fähre blanke see, dieses b&b bleibt hinter mir, wie auch die erinnerungen längst vergangener gewohnheiten, wiskeyglas am kamin, hochzeitsgäste neben mir.
ne, ich bleibe nicht hier, muss durch die berge streifen, dieses tal, dieser fluss, brücke, quellwasser so kalt, und wildschweine, schlafe, in front of me.
schilfdächer, please come in, the clouds are lifting, dieses pup, livemusik, ich singe mit, "fields of attenry" diese hymne klingt lange in mir nach, nein bezahlen musste ich dort nichts.
morgens war ich fort, im regen, war niemand zugegen, nur dieser see und ich und diese zehn schleusen hintereinander von zehn männern bestückt; im dauerregen.
fort augustus, dich vergesse ich nicht, diese kellnerin, die mir den vergessenen kuchen hinterher brachte und dieser manager der mich so lange betrank bis ich nicht mehr in meine eigene leere fand.
lachstreppe, cappuccino in der renaissancebar; ich war da und wieder unterwegs, dieses schiffshebewerk, apple pie, walwatching, und der gefallene baum, sie sagte he; ich sagte nein.
der kalte strand und dieser schal, handschuhe klatschnass, hupender truck im kreisverkehr, achtzig meilen schwer, linksverkehr. ich denke nie mehr zurück, jetzt ist das mein letztes teatherstück, schriftlich in das netz gebrannt.
nicht nachdenken, die devise, nachdenken ist was für alle, die nicht so sein wollen wie ich war, wieder sein sollte, doch meine entscheidung wirkt in mir nach, ich suche keinen rat; wo zum teufel ist mein motorrad?
langsam herunter. von dieser leiter, diesem hohen berg. slowly down, so bemerkst du dich. du warst schnell oben, auf diesem gipfel der anerkennenden distanz, die dir entgegengebracht, du als deinen anspruch definiertest. oben. respekt. niemand verstellte dir deinen weg.
doch es wurde kalt dort oben am berg, beim gipfelsturm, klar lachte die sonne, der atem, die höhenluft und wenig zeit.
du warst zu schnell, schneller als alle anderen, diese fahne würdest du einstecken; dort oben.
so standest du alleine auf dem gipfel und schautest auf die anderen mitstreiter hinab, slow/down zu denen die sich noch immer schinden mussten, vielleicht nie ankamen.
niemand da zum sprechen, nur du und deine fahne; allein; slowly/down kann so viel besser sein?
was so alles kostbar ist; kostbar erscheint im leben. das leben an sich sei kostbar, dieses kleid, gemälde, auto, haus, was auch immer man auswählt, was kostbar ist, für sich selbst, der Verlust würde schmerzen.
jeder wählt seine kostbarkeiten für sich aus. wichtig ist meistens, dass kostbarkeiten kosten; möglichst viel.
wer also sich die kosten seiner kostbarkeiten aufrechnet, bewacht. bewacht kostbar sein ich; ich will das nicht.
das telefon klingelt, vermutlich ein anruf. jemand möchte etwas von mir. von mir aus. nein ich dusche nicht. ich bin nicht draußen und höre nichts, ich höre sehr wohl, wie dieses teil mich nervt.
nein, das ist nicht so, ich will das garnicht wissen, wieso dieses telefon jetzt klingelt und nein ich sage nicht ausgerechnet jetzt, denn das stimmt nicht; ich dusche nicht.
ich will nur selbst entscheiden, was wichtig ist, für mich. dieses telefon ist es mal nicht. es könnte etwas mit den lieben sein, nein ist es nicht, verdammt nochmal.
das ding klingelt penetrant, da ist aber jemand hartnäckig. darüber denke ich jetzt auch nicht nach, wenn der lärm bloß endlich aufhörte. nein, ich dusche nicht.
das wollen wir doch mal sehen, wer hier wen ärgert, das halte ich locker aus. draußen rauscht ein krankenwagen mit blaulicht vorbei.
ich stürme zum telefon, nehme den hörer ab; nicht mal ins ruhe duschen kann man.
dann unterschätzt du dich, schätzt dich zu wenig wert. das geht ganz schnell, aus unterschiedlichen gründen, um die es hier nicht geht, gehen kann.
so lebst du mit deiner (fehl)einschätzung und reagierst auf sie, mit ihr; jeder so auf seine art. das hat etwas mit selbstvertrauen zu tun und mit dem sozialen umgang, den menschen auf die man sich einlässt.
du schätzt dich also (falsch) ein, das geschieht eher unbewusst, du bemerkst es nicht. bis der mensch anlandet, der das versteht, dich versteht und deinen irrtum auflöst; so du das dann auch zulässt, weil du dich an "deinen zustand" gewöhnt und dich darin eingerichtet hast.
vertrauen ist der schlüssel, doch vertrauen gibt es nicht umsonst, es muss sich verdient werden; dort und dort.
vielleicht zestört sich deine mauer langsam, wenn der mensch dem du vertraust es wert ist, das ist sogar; sehr wahrscheinlich.
perspektivisch, ein Wahnsinnswort. perspektivisch muss sich vieles ändern um ein gesellschaftlich ausgeglichenes leben zu erreichen. doch diese perspektive wurde solange abgetragen, bis es sie nicht mehr gab.
nur im kleinen kreis. menschen im kleinen kreis wehren sich, unbewusst und leben in ihr leben hinein, mit sich, nicht gegen andere, die es nicht tun.
perspektivisch könnte dieses vorbild tragen, doch nicht alle menschen wagen das. sie wagen nicht frei zu sein, alles liegen zu lassen was nicht hilft, sehen sich als mitglied in diesem großen lebensfilm, den ein anderer regisseur beschreibt.
sie wollen gar eine hauptrolle besetzen, sich dahingehend vernetzen und biedern sich dem fremden entwurf an.
so werden sie eingesetzt, dahin geschoben, dahin verschoben, wohin es dem großen zampano gefällt, auch wenn dann die perspektive zerfällt; für geld.
man rückt gemeinsam der sonne nach. im herbst. gelegentlich ist dieser baum ein feind, was er im sommer nicht ist. stühlerücken ins, zum licht. man kann die stühle verstellen, sich verrücken, irgendwann geht die sonne doch unter.
was nicht untergeht, ist die sympathie, die uns ausharren lässt, bis die sonne flieht, ihre wärme von uns nimmt und der abend beginnt.
ps. danke günther und ute!
man rückt gemeinsam der sonne nach. im herbst. gelegentlich ist dieser baum ein feind, was er im sommer nicht ist. stühlerücken ins, zum licht. man kann die stühle verstellen, sich verrücken, irgendwann geht die sonne doch unter.
was nicht untergeht, ist die sympathie, die uns ausharren lässt, bis die sonne flieht, ihre wärme von uns nimmt und der abend beginnt.
ps. danke günther und ute!
dieser moment indem das orchester herunterfährt, leiser wird, in den hintergrund tritt und diese einzelne geige sich in den vordergrund schwingt, nun den ton angibt, während die instrumente des orchesters fast still der geige lauschen, diesen moment der stille einkehren lässt, getragene stille, die nur das geräusch der einsamen geige beschränkt; bevor mich das einsetzende orchester brachial aus meinen gedanken reißt und diese geige wieder zum teil des großen und ganzen degradiert, mich begeistert hinterlässt und die ruhe in direkte Verantwortung zum klangvolumen des Orchesters stellt; das ist es was ich mag.