Ihr könnt Wasser feucht nennen, doch es bleibt nass. Heute ist alles möglich: ein feuchtes Nass, ein nasses Feucht – ganz nach Gusto. Die Debatten lodern. Wie feucht ist nass? Wie nass ist feucht? Experten formieren sich, Studien entstehen, bezahlt vom Steuerzahler. Professoren treten öffentlich auf, Talkshows mahnen journalistische Genauigkeit an. Und die Frage bohrt sich in Köpfe: Ist Wasser wirklich nass? Alle sind sich einig – bis der Superexperte wie Phönix aus der Asche steigt und erklärt: „Wasser ist trocken!“
Gesellschaft spaltet sich. Wie trocken darf Wasser sein? Die Politik greift ein, erlässt Gesetze zur Feuchtigkeitsregulierung. Die Opposition fordert Ministerpräsidentenkonferenzen, Sachverständigenräte. Die Meinungen verhärten sich. Einige sagen: Wasser ist nass. Andere: Wasser ist trocken. Der Bürger steht ratlos da, fragt sich, wie nass oder trocken Wasser sein darf, und duscht lieber nicht, denn die Mediziner warnen vor trockenem Wasser auf der Haut. So entscheidet jeder für sich: feuchte Nässe, maßvoll dosiert, als ein globaler Kompromiss.
Ein absurdes Schauspiel, ein Spiegel unserer Gesellschaft. Diskussionen ohne Substanz, Gesetze ohne Logik, Meinungen ohne Lösung.
Und mittendrin: der ratlose Mensch, der den Sinn verliert. So real wie ein Märchen, so fremd wie das eigene Spiegelbild. Eine Farce, inszeniert vom Zirkus der Meinungen.
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