13 November 2009

wolf/kerze

wolf, nasses gras, hinkend, lauschend, wolf, ich kann dich sehen, bierkutscher reiche mir die uhr, ziffernlos, entgleitend, zeitlos; mutter, warum die kerze in deiner hand, warum ; wolf, winselnd die wunde leckend; blockhaus in der ferne, unerreicht, lider der schwere erblicken das nichts, lichtgipfel, bierkutscher lachend die mutter umfasst, auffordernd zum tanze, ohne musik, geschmücktes autowrack, dort fliegt der schwan, der wolf entflieht, der mutter gesicht, verweint, verwischt, die kerze erlischt, das dunkel hat kein licht.

film lenz

trümmer/frauen

Tellerminen, Hausbaracken, Fliegersamen – die Mitleiddramen von einst, lange her, zählen nicht mehr. Vergrabt die Erinnerungen, die Trümmerfrauen, die niemand mehr hören will. Ihr könntet stören.


Luftschutzbunker, Henkelmann, Trümmerleichen am Hydrant, Namen unbekannt. Ritterkreuz im Staub, Liebesglück in der Laube. Der Soldat, tot und dahingerafft, längst fortgeschafft.


Graue Steine aufeinander, am Bach der Oleander – doch er mildert den Schrecken nicht. Heckenschützen, längst geplündert, die Alliierten, frustrierte Kriegssoldaten, Erdnussbutter und Schrebergarten. Unverständnis, Massengrab, Panzerfaust im Führungsstab, Bunker längst verlassen. Leichen im Dreck verblassen, vergossenes Blut, geraubtes Seelengut.


Panzerwrack, kettenloser grauer Berg, begrub des Lanzers Gartenzwerg – ein Talisman, der nichts mehr vermag. Die Fahne auf den Sarg gebreitet, der Tod schreitet die Formation ab. Kameraden, verklärt und schauend, ich höre euch zu – Trümmerfrauen!