26 August 2023

stopp/mein/freund

so dümple ich in mir herum, habe keine eile damit, denn ich kann mir das leisten und beneide diejenigen nicht, die sich dazu keine zeit nehmen wollen/können. 

wenn sich der alltag mal wieder über mich stülpen will bemerke ich das oft spät und wenn dann werde ich doch hektisch, damit ich mein rotes licht erkenne, das mir sagt: "stopp mein freund, bleibe bei dir!"

manchmal kann ich diese ampel nicht mehr erkennen  und hänge alten liedern nach, längst gesungenen texten, die manche menschen vielleicht erst jetzt für sich erkennen und deshalb benennen.

mein verbrauchtes schemata kehrt zurück, will zu mir zurück, mich besitzen und ich wehre mich nicht mal. 

es ist wie der geschiedene mann der plötzlich bei der exfrau klingelt und die ihm öffnet, aus vielleicht gleichgültiger gewohnheit.

das erkennen meiner ampel habe ich trainiert, oft gelingt es mir das gelb/grün/rot zu sehen, um mich und meine welt, möglichst lange zu verstehen.


man/kann

man kann die augen verschließen. sich wegnehmen, ausatmen, seinen wald besuchen, nicht zur verfügung stehen.

man kann sich interessieren, an allem teilhaben wollen, seine meinung offensiv fokussieren, darstellen, sich auseinandersetzen mit diesem jenem und noch anderem wichtigem, unwichtigem.

man kann sich alles anschauen, schweigen und doch involviert sein wollen, im hintergrund des vordergründigen.

man kann sogar das vordergründige priorisieren und  sich als hüter des eigenen grals ausgeben, menschen mit sich beschenken, mit meinungen und dem was gewollt zu sein scheint.

man kann das alles. bewusst oder unbewusst, mit frust und ohne ihn; 

oder aber man strahlt die welt an, staunt sich in sein leben, begeistert (sich für) den moment und macht einfach das was einem gefällt.


24 August 2023

ihr/gutes/recht

wer arbeitet ist gesellschaftlich etwas wert. wer weniger arbeitet ist weniger wert und wer nicht arbeitet ist  garnichts wert. generationen haben sich über ihre arbeit und den daraus resultierenden wohlstand definiert.

heute können sich junge menschen aussuchen, was sie arbeiten, wie lange sie arbeiten wollen und wo sie arbeiten wollen. die gemengenlage hat sich schlicht verschoben. 

so wie früher die industrie sich junge mitarbeiter aussuchen konnte, so können sich die menschen heute ihre arbeit aussuchen, weil überall fachkräfte fehlen.

das sich menschen jetzt mehr über ihr leben gedanken machen und abwägen, wie sie das berufliche mit dem privaten verbinden ist legitim und normal. 

wenn sich aufgrund dieser vorteilhaften entwicklung menschen mehr für den privaten bereich entscheiden und die industrie mehr für fachkräfte werben muss, ist das eben eine umkehrung der vorteilsnahme zugunsten der arbeitnehmer.

sich darauf einzustellen fällt vielen betrieben sehr schwer, so sie doch stets fordern konnten und nun nehmen müssen, was angeboten wird.

das junge menschen das ausnutzen, so wie die industrie es ausnutzte, als es weniger arbeitsplätze als arbeitssuchende gab; ist ihr gutes recht.


20 August 2023

unser/garten oder blumen/kinder

lasst uns der frischen brise nachgehen um den garten zu finden indem die bunten blumen nicht nur von aussen zu besichtigen sind.

lasst uns  früh die berge der ungeduld besteigen und das schwert des neides und der gier dort begraben.

wir haben unsere welt untersucht und nun diesen platz gefunden, lasst uns das wasser heranschaffen um unsere blumen zu nässen und den duft inhalieren, den sie verströmen. 

lasst lieder der freude erklingen und lasst uns im schatten dieser weide sitzend, der quirlenden fontaine zusehend durchatmen, den vögeln zu gast.

lasst uns hoffen, gemeinsam und unverdrossen, dass unser leben dieser garten wird und müssen dann wirklich noch distelzäune sein; lasst einfach unsere blumenkinder herein; die dann lachend das unkraut jäten; hoffentlich werden sie sich nicht verspäten. 

das/wollen/sie/nur

ich bin der gegner des hinterhalts und kämpfe mit offenem visier. ich kämpfe und ich verliere, denn die geballte kraft des unfairen greift mich einfach ab.

meine feinde locken mich, begreifen mich und verderben mich hin zur falschen (un)geduld, daran bin ich selbst nur schuld.

raffiniert schleichen sie um die schatten meines vererbten seins und benutzen sogar das trojanische pferd, soviel ist ihnen ihr sieg schon wert. 

ich weiche nicht von meiner linie ab so offen und (un)frei, doch viele von euch sind nicht mit dabei; so überdenke ich dann doch meine eigene struktur;  "doch das wollen sie nur."