Mit tiefem innerem Rhythmus nehme ich zur Kenntnis, was mir auferlegt ist – nicht als Gabe, nicht als Vorzug, sondern als unablässige Reizung, getarnt als Möglichkeit. Was anderen fehlt, wird mir zugemutet. Ein Rhythmus, der sich aufdrängt, pulsierend wie ein Stakkato aus ungereimt bereitgestellten Ereignissen: zusammengestellt und zur Aufarbeitung bestimmt.
Mich hat man dabei berücksichtigt. Gnadenlos. Als wäre ich derjenige, der geläutert werden müsste. Intellektuelle Umwege wurden mir zur Verfügung gestellt, gegen die ich mich nur schwer wehren kann – ganz gleich, was ich versuche.
Ich soll Bruchstücke zusammensetzen, sagt meine mir aufgezwungene Verantwortlichkeit. Ornamente herstellen, aus flüchtigen Einflüssen, die ich nicht allein bestimmen darf. Denn wenn ich sie bestimmen dürfte, würde ich mich wehren. Ablehnen. Ruhe einfordern.
Doch diese wird mir nicht gewährt. Nicht unvermittelt, sondern pausenlos prügeln Fragmente des von mir Unvorhersehbaren auf mich ein. Sie wollen geordnet werden, eingenortet in das, was die Gesellschaft sich als Wert bereitstellt – immer wieder neu.
Ich will das nicht, doch das Wegspülen von fordernden Gedanken funktioniert nicht – Tag und Nacht. Und doch hat das alles kein Gewicht, wird nicht mal registriert.
So werde ich schnell abgefangen, sobald ich verzichten will, sobald ich das ständige Einordnen negieren möchte. Wer auch immer es ist – er lässt es nicht zu.
Unruhe müsste gezähmt, Wichtigkeiten müssten nicht dringend von mir benannt werden. Es ist wie eine eigene Medienlandschaft, die keine Klicks und Likes braucht, aber verlangt, dass ich polarisiere, publiziere.
Nein, das ist nicht eitel. Es ist ein Gedanke zur eigenen Sicherheit hin – zum Ablauf. Zum ablaufenden Fluss fremder und eigener Gedanken, als Mischmasch, der von mir nach außen gedrängt wird, weil ich das als notwendig empfinde. Nicht freiwillig, nicht aus Zustimmung, sondern weil es kein Rückzugsrecht mehr gibt.