Der Tod kommt nicht. Er ist. Alles andere ist Erzählung. Beruhigung. Man schweigt darüber, nicht weil man nichts weiß, sondern weil man nichts wissen will.
Man funktioniert. Schiebt Gedanken beiseite. Bucht Urlaube, schreibt To-do-Listen, redet von Projekten. Man nennt es Leben.
Individualität – das große Narrativ. Jeder meint, etwas Eigenes zu sein. Dabei sind es nur Varianten. Vorlagen. Wiederholungen. Die Ängste sind identisch. Die Hoffnungen austauschbar. Die Geschichten ähneln sich.
Der Mensch als Kopie seiner Zeit. Das Leben als strukturierter Ablauf. Was nicht passt, wird passend gemacht. Was stört, verdrängt.
Und wenn man darüber schreibt, dann bitte gefällig. Hell. Hoffnungsvoll. Teilbar.
Denn die Wahrheit hat keinen Marktwert.
Tote lesen nicht. Lebende selten das, was sie betrifft. Also weiter. Weiterreden. Weiterlaufen. Weiterleben.
Bis nichts mehr weitergeht.
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