Eine Annahme ist der Versuch, dem Nichtwissen eine Form zu geben. Sie speist sich aus Mustern – übernommen, beobachtet, erfahren, errechnet oder gefühlt.
Doch in dem Moment, in dem ich annehme, dass meine Annahme falsch sein könnte, untergrabe ich die Voraussetzung, auf der sie beruht: die Überzeugung, dass ich Grund habe, anzunehmen, was ich annehme.
Oder vereinfacht: Die Annahme, dass diese Annahme falsch sein könnte, steht im Widerspruch zu der Tatsache, dass ich annehme, das Richtige anzunehmen.
So bleibt die Annahme ein Paradoxon im Kleid der Logik – ein Glaube mit dem Anspruch, kein Glaube zu sein.
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