27 Juni 2025

"Sie kommen nicht in Frieden."

Manche Texte entstehen nicht geplant. Sie drängen sich auf, weil die Welt nicht schweigt. Was wir sehen, was wir hören, was wir ertragen – es fordert Worte. Nicht als Antwort, sondern als Versuch, standzuhalten. Der folgende Text ist kein politisches Statement und kein moralisches Urteil. Er ist ein Moment der Klarheit. Eine Stimme gegen das Wegsehen. Und gegen die Vorstellung, dass man mit allem verhandeln könne:

Sie kommen nicht in Frieden. Nicht sie. Es sind andere. Nicht die, die marschieren – die Ausführenden, die Uniformierten. Es sind die, die senden. Die, die herrschen. Verbarrikadiert in Beton und Sprache. In Burgen aus Distanz, Macht und Schuldverschiebung. Menschen, die andere losschicken, um zu töten. Kinder. Alte.  Doch das spielt alles keine Rolle mehr, sobald der Befehl ausgesprochen ist.

Woher kommt diese Wucht? Dieses Drängen zu beherrschen, zu kontrollieren, zu vernichten? Ist das im Menschen angelegt – oder hat er es sich selbst erschaffen? Überliefert, eingelernt, vererbt? Warum gehorchen Menschen jenen, die Kriege führen? Warum reicht ein Abzeichen, ein Rang, ein Befehl – und alles rollt los? Was ist das für eine Ordnung, die auf Blut baut?

Verwundete. Tote. Verstümmelte. Überall. Und wir sagen: Konflikt. Doch es ist Krieg. Kalt. Strukturiert. Gnadenlos. Und so sind sie – manche von ihnen. Nicht alle. Aber jene, die so führen, lenken, befehlen. Die kennen keine Gnade. Mit ihnen lässt sich nicht sprechen. Nicht handeln. Sie wollen nicht verstehen – sie wollen gewinnen.

Darum braucht es Widerstand. Keine Hoffnung auf Einsicht, sondern Haltung. Klarheit. Konsequenz. Nicht Versöhnung mit dem Unversöhnlichen – sondern eine Grenze. Nicht Verständnis – sondern Entschlossenheit. Frieden entsteht nicht von allein. Er wird errungen. Gegen jene, die keinen wollen.


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