Ich kann mich locker selbst betrügen, jeden Tag aufs Neue. Das ist mein Talent, meine Passion, irgendwie wie ein Hohn, doch nun bemerke ich, dass ich nichts begreifen werde, kann und do bemerke ich nur. Ich lüge mir frech ins Gesicht und schäme mich nicht dabei, was das größte Unglück sei, sagen die, die glauben, mich zu verstehen. Da esse ich lieber unreife Trauben, vom Nachbarn gestohlen.
Mitleidig schauen sie mich an, weil man sich nicht auf mich verlassen kann; ich verlasse mich ständig und immer wieder und kehre ganz nach Belieben und Tagesform zurück. Darüber denke ich nicht nach, habe ich mein Leben lang getan; jetzt sind andere Lebenssöldner mal dran. Bei mir fehlt da mittlerweile, was ja bedeutet ich hatte sie mal, sie ist mir aber gleichgültig geworden, die intellektuelle Dominanz, auch wenn andere das anders sehen – bitte schön, dann ist es so.
Gesellschaftlich. Was genau ist das ? Er, sie, erklärt mir, was das ist und wer das vermisst, wenn es nicht mehr da ist. Es muss nicht immer ein „Ja, aber“ sein, lasst das doch eher sein; es verschwindet sowieso im Klo der Zeit, heruntergespült wie alles, was so bedeutend war, in jener Zeit in anderer nicht. Und dann wieder und dann auch wieder nicht. Ganz nach Belieben sind Werte betrieben oder verschoben worden, und niemand hat es bemerkt. Ausser mir natürlich.
Ich kann mich belügen und betrügen, ihr fühlt euch dann auch betrogen, belogen. Ja, und? Wer verlässt sich auf wen und warum? Kann es der besser, der das Leben besser lebt, oder der, der besser spricht, oder der, der in den Weinkrug bricht, oder der, der gerade nicht? So schieben wir uns hin und her, ich mich eben auch.
Ich verpflichte mich niemandem mehr, fällt mir nicht schwer, höchstens dieser KI;, nein das war nur Ironie, also flieht oder bleibt hier, lügt, belügt euch und andere. Es bleibt, wie es ist – das Spiel heißt Menschsein. Und damit seid ihr nie allein.
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