10 November 2024

Täusche/dich/nicht

„Meine Worte stehen da. Du kannst in ihnen suchend herumkramen. Aber du wirst nichts bekommen. Es gibt kein Geben, kein Nehmen. Nur den Raum dazwischen. Du vermutest zu verstehen. Aber das reicht nicht. Je weniger du liest, desto mehr bleibt bei mir. 

Du wirst nie viel verstehen, denn ich gebe nicht. Nichts, das du dir einfach nehmen kannst. Nicht mal einen Hauch. Einen flüchtigen Moment. Was du siehst, ist nur ein winziger Teil dessen, was ich zu sagen hätte. Aber das, was wirklich für mich zählt, bleibt bei mir. 

Ich schreibe, weil ich schreiben möchte. Meine scheinbare Bereitschaft, Antworten zu geben, zieht sich vermutend durch diesen Blog. Lass dich nicht täuschen. Da sind nur Wände. Der Rohbau eines neuen Hauses. Dort ist nur das, was du nicht siehst, nicht greifen kannst. 

Aber du wirst trotzdem suchen. Neugier als Antrieb. Vielleicht spielt der Schalk in meinem Nacken auch ein böses Spiel. Was ich durch Worte zeige, ist keine Einladung. Kein Weg. Keine Lösung. Nur der Raum, der sich füllt, aber nur so viel, wie ich es will. Du kannst es weiter versuchen. Doch das Spiel bleibt meins. Und du? Du bleibst da, wo du bist. Immer einen Schritt entfernt.“ 2024

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