Rückschlag in längst verarbeitet geglaubte Reflexion:
Strophe 1
Sonnenaufgang, Sonnenuntergang.
Dazwischen ich mit mir.
Das geht nicht gut.
Meine verborgene Offenbarung will mich begrenzen.
Wir sind keine Freunde von Anbeginn.
Grausen und Gram.
Doch die Sonne blendet das eigene Empfinden ab,
blendet es auf im Dauerlauf
der Begegnung zwischen Morgen und Nacht.
Refrain
Und ich halte mich im Licht,
bis der Schatten wieder spricht.
Zwischen Glanz und innerem Bann,
beginnt der Tag das, was ich nicht kann.
Strophe 2
Zusammen lernen wir alles,
wenn das siegt, was Menschen erstreben,
wenn sie sich erleben
in ihrem Feuer, ihrem Schein.
Da bleibt nichts allein zurück.
Und oft mischt sich das Glück dann ein
und wirft den Fehdehandschuh in unsere Manege.
Doch der Clown nimmt das Duell nur selten an.
Bridge
Ich hänge ihn bei mir ein
und erlaube ihm, bei mir zu sein,
damit ich mich besser fühle
und den Rahmen erkenne,
der mich zulässt und begleitet
über diesen Tag.
Refrain (final)
Und ich halte mich aufrecht im Licht,
bis der Schatten wieder spricht.
Sonnenaufgang, Sonnenuntergang –
ich mit mir, als alter Drang.
Outro
Und alle Wanderer durch diese Zeit
ähneln demselben Erleben
von Macht, Rausch
und diesem Egoismus,
der uns das Leben erlaubt.
Essay:
Der Text entfaltet eine introspektive Reflexion über Selbstwahrnehmung, Begrenzung und Akzeptanz. Sonnenaufgang und Sonnenuntergang rahmen den Tagesverlauf als Metapher für das Leben, in dem das Ich zwischen Licht und Schatten, Bewusstsein und innerer Begrenzung pendelt. Die „verborgene Offenbarung“ zeigt die eigene Zerrissenheit, während der Schatten immer präsent bleibt. Das Refrainmotiv betont das Festhalten am Licht trotz innerer Widersprüche. Der Clown symbolisiert Konflikte, die nicht besiegt, sondern angenommen werden. In der Bridge wird dieser Widerspruch bewusst integriert, wodurch das Ich Orientierung und Akzeptanz findet. Das Outro öffnet den Blick auf die kollektive Erfahrung: Alle Menschen teilen den Zyklus von Macht, Rausch und Egoismus, der das Leben ermöglicht. Insgesamt vermittelt der Text, dass menschliches Dasein weniger von Kontrolle als von Annahme und Reflexion geprägt ist.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen