Eins ist klar: Die Kontroverse nutze ich aus. Sie dient mir. Endlich ist der Diskurs in seiner abgemagerten Wahrnehmung nicht mehr relevant. Einer muss entscheiden, und ich ziehe es vor, das für mich selbst zu tun. In der Kontroverse wähle ich meine Meinung, meistens. Wenn mich der Hafer sticht, höre ich dir aber nur zu – dir, den ich nicht leiden kann, weil du nicht auf meiner Wellenlänge bist. Du sprichst und sagst Dinge, die ich nicht nachvollziehen kann, verwendest Worte, die mich nicht erreichen.
Es ist nur eine geringe Grundhöflichkeit, die mich dazu veranlasst, dich ausreden zu lassen, auch wenn du das nicht verdienst. Vielleicht denkst du, du erreichst mich; das ist meine Taktik, um dich später einfach stehen zu lassen, weil ich dich nicht ertragen will. Wer weiß, was mich geritten hat, deine unsoliden Fantastereien anzuhören? Manchmal wundere ich mich über mich selbst, kontrovers in meiner Seele, und ich verstehe nichts mehr von mir.
Das hat nichts mit dir zu tun, das weißt du aber nicht, während du weiter sprichst und glaubst, ich höre dir substanziell zu. Ich hatte dich bereits durchgelesen, bevor du deinen ersten Satz vollendet hast. Da kommt für mich nichts mehr nach. Ich unterbreche dich nicht, denn du hörst dich gerne reden. Das gehört zu deiner unerhörten Persönlichkeit, die dich stets einkreist und übernimmt, solange es andere zulassen, was dir nicht bewusst werden wird.
So verabschiede ich mich jetzt auch physisch von dir. Lebe wohl; von mir aus.
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