bevor die apokalypse über die menschheit hereinbricht, nehme ich noch einen schluck bier. sie kündigt sich ja ohnehin schon seit jahrzehnten an. sie stülpt sich nach den vorhersagen quasi minütlich über uns – aber gut, ich kann nicht jede minute ein bier trinken. also setze ich mich eben in den garten und warte.
kommt ihr sterndeuter und himmelspropheten, trinkt einfach mit. prost auf das kommen, das nicht kommt. „es kommt, es kommt“, sagt der fatalismus, „und wenn nicht, bleibt genügend zeit, sich geirrt zu haben.“ zeit genug, um sich fürs nächste mal zu präparieren, wenn es wieder irgendwo brennt und wir uns empören müssen.
unsere blicke gesenkt – ob der schlimmen welt. war schon immer so. aber, so sagen die klugen menschen diesmal, diesmal ist es anders. diesmal ist es schlimmer. weil es unser diesmal ist.
wir müssen uns beeilen, die welt zu retten, die uns nicht braucht. wir müssen sogar schneller sein als jene, die dasselbe schicksal erleiden müssen, vielleicht damit wir früher tot sind. oder ist das ein denkfehler und wir sind erst dann tot, wenn es die wahrsager vorzeitig bestätigen.
es ist nicht das ende der welt, das mich beunruhigt – es ist der eifer, mit dem alle versuchen, es zu belegen. die apokalypse als sport, die untergangsprophezeiung als gemeinschaftsprojekt. ein rennen um die triftigste katastrophe.
ich sitze lieber hier. mit meinem bier. zwischen rasenkante und untergang, ein stück weit zurückgelehnt. nicht gleichgültig. nur wach genug, das spiel zu erkennen – und nicht mitspielen zu wollen.
p.s. die katastrophe kommt, nämlich dann wenn mir das bier ausgeht.
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