die welt: also spielt geld doch eine wichtige rolle beim glück?
ruckriegel: ja, die glücksforschung hat herausgefunden, dass das subjektive wohlbefinden zunächst steigt, je mehr geld ein mensch zur verfügung hat. allerdings hat der glücksatlas 2011 gezeigt, dass in deutschland ab einem monatseinkommen von rund 5000 euro netto eine grenze erreicht ist.
weitere steigerungen führen kaum mehr zu einer erhöhung der lebenszufriedenheit. 5000 euro sind nicht gerade wenig, aber es kommt hier nicht auf das absolute einkommen an, sondern auf die stellung in der gesellschaft, die darin zum ausdruck kommt.
weltweite befragungen zur lebenszufriedenheit im zeitablauf geben nämlich eine klare auskunft: obwohl in den westlichen industrieländern die einkommen seit den 60er-jahren massiv gestiegen sind, nahm die durchschnittliche lebenszufriedenheit in diesen ländern seither kaum mehr zu.
karlheinz ruckriegel. der 55-jährige volkswirt ist professor für makroökonomie und interdisziplinäre glücksforschung an der georg-simon-ohm-hochschule in nürnberg.
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