29 August 2016

entwicklung des einflusses des bezahlfernsehens auf den profifußball; oder der hype schreitet voran

des deutschen liebster sport, der ball rollt wieder. das bezahlfernsehen ermöglicht den clubs spielertransfers zu generieren, die vor kurzer zeit undenkbar waren. für durchschnittliche kicker werden bedenkenlos summen aufgerufen, bzw. gehälter bezahlt, die mit dem wort "realitätsverlust" der beteiligten noch untertrieben beschrieben werden.

junge menschen, deren persönliche entwicklung noch am anfang steht werden ob der hohen erwartungshaltung der medien und vereine, die diese hohen summen aufrufen, zum spielball der öffentlichkeit und verstehen, wie der fall mario götze beweist, diese von ihnen betretene scheinwelt nicht (mehr). der fall robert enke steht hier als mahnmal, doch verändern hat er nichts, im gegenteil.

dieses unverständnis führt nicht selten zu resignation, weil die zuvor "bejubelten" sich die nach schlechtem spiel überzogenen, oft unter die gürtellinie gehenden kritiken anhören, ansehen müssen und den globalen hype um sich nicht nachvollziehen können.

für den fan scheint der fall klar. der spieler verdient viel geld, ergo hat er wie eine maschine stets herausragende leistungen abzuliefern. 

wer hier versagt, wird fallen gelassen und unter oft menschenunwürdigem geschacher wie ein leibeigener an den meistbietenden club versteigert. spieler werden angekauft, weiter verkauft, für unsummen verliehen und wenn sie das nicht möchten auf das sportliche und gesellschaftliche abstellgleis verbracht, bis sie vor ihrem arbeitgeber einknicken und sich dem willen der vereine und deren mäzene beugen. 


"wer zahlt bestimmt"! 

das fernsehen, die medien bestimmen. sie bestimmen welcher verein wann spielt und wer, in der öffentlichkeit wie dargestellt wird. 

ergo wird die mediale analyse dem leistungsbegehren des konsumenten angepasst und nichtigkeiten zu skandalen potenziert,  damit der sogenannte fan möglichst "umfassend" unter dem vorwand der information manipuliert werden kann. es lebe der konsum; der konsument.
die spielervermittler vermitteln sich ihren reibach, jeder will verdienen. die vereine und die medien sowieso. also werden transfers angezettelt mit immer höheren summen und margen für die beteiligten.

wir alle bezahlen das. die fans identifizieren sich mit den vereinen, obwohl es längst keine sportlichen identifikationsfiguren mehr gibt, die einem verein die treue halten. söldnermentalität greift um sich, der spieler geht zu dem verein, der am meisten bezahlen kann, egal ob es seiner sportlichen entwicklung dient, oder nicht.

fifa, uefa und auch der dfb beschließen, was dem eigenem mammon dient. hierbei ist der einzelne verein oder spieler sekundär. es gibt immer mehr spiele, für immer mehr vermarktung und immer mehr überforderte spieler, die einfach  wegen der überbelastung ihre (höchst)leistung nicht mehr abrufen können.

"doch das geht gar nicht"! denn je "mehr" spieler "weniger" spielen können, je mehr leidet das ganze system. womit wir wieder beim jungen spieler wären, der frühzeitig verheizt gar nichts mehr versteht, sich doch öffentlich erklären muss und trotz medialer schulung überfordert ist, oft als arrogant abgestempelt, sich und seine familie zu schützen sucht. 

eine entwicklung, die dazu führt, dass selbst für durchschnittliche fußballer unsummen bezahlt werden, um den fan und die medien weiter umfassend zu bedienen.  

der menschenhandel im bezahlfußball ist dem immer höheren leistungsanspruch unserer gesellschaft geschuldet, der sich nicht nur auf den profifußballer beschränkt. wer geld hat, hat sportlichen erfolg, weil alles austauschbar scheint; ist. 

eine enwicklung gegen die entwicklung des (jungen) menschen und sportlers im allgemeinen, die letztlich die medizinischen abteilungen so unter druck setzt, dass dem einsatz der spieler alle mdizinischen bedenken untergeordnet werden und sogar in der einnahme von dopingmitteln gipfeln kann, um dem leistungsbegehren dieser scheinwelt zu genügen; aber das ist wieder ein ganz anderes thema.


ps1. sonntag gehe ich auf den sportplatz und schaue mir ein kreisklassenspiel an und  beruhige mich damit, dass hier die summen kleiner sind, die aufgerufen werden....

ps2. ich wünsche sebastian deisler alles gute.... 



 



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