17 Februar 2022

das/fremde/problem

wenn ich das große und ganze nicht begreife (begreifen möchte), lebe ich einfach. wenn ich meine kraft spare im zwischenmenschlichen gewühl, lebe ich einfach. man kann dem nicht immer entgehen, eher gar nicht. den versuch ist es dennoch wert. so bin ich stets wach um mich zu schützen. das was andere menschen als wichtig empfinden, für sich wichtig nehmen, sich dadurch wichtig machen um ihre selbst für sich entschiedene wichtigkeit auf dich zu übertragen, hinterfrage ich. manchmal ist das zuhören schon schwierig, oft zumindest anstrengend, weil man interesse heucheln muss, obwohl man nicht an der sache interessiert ist. ok, man kann flüchten, aber erst nachdem man des anderen probleme angehört hat. ich flüchte oft und wundere mich über die kreativität anderer menschen dich/mich/sich in ihre probleme hinein zu dirigieren. manchmal ist man schon mit dem fremden problem befasst, bevor man das merkt. das ist dann besonders blöd, denn schon ist man moralisch involviert. mal ehrlich, wieviele menschen sind schon so empathisch, die sorgen und nöte anderer menschen, die nicht zum freundeskreis zählen noch zusätzlich in sich aufzunehmen? ich möchte das selbst entscheiden was ich als wichtig empfinde und wer mir wichtig ist. hoffentlich bemerke ich es sehr früh um mir meine kraft für diejenigen aufzusparen, die mir wichtig sind und deren ausgeglichene empathie dann auch mich trifft, wenn ich sie benötige. nochmal zum ersten satz des textes zurückkehrend gebe ich zu oft einen egotrick zu benutzen. ich verstehe einfach das fremde problem nicht und schon bin ich aussen vor, aber nicht weitersagen!

p.s. wer in diesem text ein halbleeres glas sieht kann es ja für sich auffüllen, mit der eigenen kraft ist das dann wohl etwas schwieriger.

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