28 November 2022

ein/leben/lang oder fliehender/adler

ich könnte ein adler sein, der in den sonnenuntergang flieht, den morgen einzufangen, über seen und schneebedeckten bergen der dunkelheit entgegen, entschwindend diesem dunklen wald.

ich würde ihn begrüßen meinen sonnenüberfluteten morgen, der die nacht ablöste und der durchflogen; ich keine erinnerung mehr schenken möchte.

ich könnte ein adler sein und meine welt wäre mein zuhause. ich bräuchte keinen horst und auch nicht diese welt da unten, denn segelnd durch die weite himmelslandschaft würde ich meine insel suchend; finden. 

ich könnte eine insel sein weit im ozean, die keine menschenschiffe finden könnten, eine insel so pur mit der natur und keinem robinson an land. ich könnte einer jungfrau gleich unberührt sein wollen; im jetzt sein; bleiben wollen.

ich könnte der wal sein, der dem erschöpften adler einen landeplatz auf seinem rücken gönnt, der ihn verschnaufen lässt, um das zu finden, was er nicht auszulassen bereit ist. ich würde ihm beim abtauchen einen letzten prustenden wassergruß senden, der dem adler die gewissheit geben würde, auf dem richtigen weg zu sein. 

ich könnte der wind sein, der dem adler hilft ohne sturm diese insel zu finden, der ihn leiten kann, ihn unbenutzt unterstützt, einfach so, als sei er ein teil von ihm. 

ich "möchte" der fliehende adler sein, der auf dieser insel landen darf um sich zu erholen, auszuruhen und um die fliegenden fische zu beachten und deren leben zu respektieren.

genauso wie mich diese insel respektiert, dieser aufenthaltsort der mir die kraft schenken wird, wieder in die lüfte aufzusteigen, die thermik nutzend, der sonne entgegen, meiner sonne, meinem empfinden, meiner freiheit; ein leben lang.

p.s. wenn ihr diese insel sucht, dann haltet nach dem adler ausschau und dem prustenden wal, der letztlich auch die insel fand und seinen neid überwand; nicht mitfliegen zu können.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen