positiv betrachtend, positiv sein, wer positiv ist glänzt vor sich und den anderen. diese struktur hilft und scheinbar ständig. wer kritisiert ist negativ. negativ geht nicht. nicht gesellschaftlich, denn wer will das schon. also laufen wir positiv in der gegend herum und lügen uns in die eigene tasche, weil negatives positiv wird; gemacht wird.
positiv zu wirken, heißt nicht unbedingt positiv zu sein, nur wird es nicht angesprochen, negiert, um das leben leichter zu machen. der ansatz ist per se nicht so schlecht. wir schütten also negatives zu und formulieren positiv.
negatives wird nicht mehr, oder weniger geäußert, ergo gibt es das fast nicht mehr. wohin führt es also, wenn man sich fast alles schön redet? wenn missstände nur dann negativ bewertet werden, wenn sie einen selbst betreffen?
positivboten sind also gesellschaftlich privilegiert, nur nicht von denen, denen es schlecht geht, denn die fühlen sich verarscht und murren zunächst um dann aufzustehen und den überlebenskampf aufzunehmen.
das muss für die positivboten schwierig werden, denn das hauen und stechen beginnt, zunächst verbal, spätestens an der wahlurne und ändert sich dann auch nichts, wird es richtig gefährlich.
die moral aus dieser argumentation erschließt sich denen, die bereit sind darüber nachzudenken und nicht von missständen ablenken, denn früher oder später ist jeder involviert; ich denke das ist längst passiert.
wer gesellschaftlich nicht beachtet wird, solidarisiert sich zunächst mit denen, die genauso fühlen. wenn dann proteste verebben wird die demokratie herausgefordert und gesetze zumindest gedehnt.
letztlich beginnen anarchische verhältnisse und es wird sich der freiraum genommen, diejenigen zu bekämpfen, die doch nur positiv ihre eigene welt betrachteten und die nöte der anderen dadurch nicht ernst genug nahmen und somit auch zu den verlierern gehören werden.
wenn ein glas ausgetrunken ist, ist es nicht halbvoll und nicht halbleer; "denn es gibt gar kein wasser" mehr.
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