13 Juli 2024

boring/things


Immer wieder lasse ich mich davon überzeugen: Der Mensch ist gut. Meinen Enkelkindern sage ich: „Der Mensch ist gut!“ Was soll ich ihnen auch sonst sagen? Elektronische Geräte verhindern gerne menschliche Erlebnisse.


Manchmal erleben Menschen wirklich etwas. Dann haben sie etwas zu erzählen. Ab und zu hört ihnen ja auch jemand zu, zwar nur peripher, aber immerhin. Fremde Geschichten, fremde Diashows wirken oft langweilig, aber sie sind ein Teil unseres Menschseins.


Der Mensch ist im Kern gleich. Unterschiede bestehen nur in der persönlichen Herangehensweise. Generation um Generation wiederholt sich. Niemand überholt. Der Standesdünkel ist nur von Menschen handbemalt und verblasst mit der Zeit.


Der Mensch ist gut, bis auf die schlechten. Das sage ich aber nicht. Die Gesellschaft wünscht das nicht. Gesellschaft sind die Menschen, die gut sind, und die, die es noch werden wollen. Anspruchsberechtigt fühlt sich jeder Mensch. Die guten auch!


Ohne manche Menschen? Die Entscheidung, sich von manchen Menschen zurückzuziehen, wächst im Alter. Dann nämlich, wenn sich die Welt und die Gesellschaft über Jahre hinweg offenbart haben. Sie funktioniert, keine Frage. Doch ihre Funktion zu begreifen, fällt mir persönlich immer schwerer, je länger ich lebe. Meine Vorstellungskraft hat mich lange genug ausgebeutet; jetzt meutere ich, egoistisch und dreist.


Der Mensch ist meistens gut. Das nehme ich mal so hin. Das deckt sich auch mit meiner Erfahrung. Die Enkelkinder werden ihren Enkelkindern auch etwas zu erzählen haben. Vermutlich ersetzt der Datenchip dann den Diskurs, der jetzt schon nur noch spärlich stattfindet. Jeder kann diese Aussage negieren oder beschönigen, sich selbst erhöhen. Die Voraussetzungen ändern sich, doch zurzeit sind es eher die Handys, die mehr Aufmerksamkeit fordern und dominieren. 2024

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