Ballons voller lauer Luft steigen auf. Hochstilisierte Problemlöser tauchen überall auf, selbsternannte Fahnenflüchtige sichern ihren Claim, koste es, was es wolle. Pressehelden blasen die Luft auf und lassen die Ballons schließlich knallen. Fallen einer Epoche, in der alles interessiert, alles manipuliert wird und jeder sich selbst für den Maßstab hält.
Und dennoch gibt es sie: Menschen, die sich nicht beugen. Ihre Haltung und ihre Überzeugungen setzen sie durch, getragen von Menschen, die keine Angst kennen. Der Druck wächst unaufhörlich, und viele fliehen in ruhigere Gewässer, fragen sich, welchen Sinn der ganze Rumpelstilzchen-Aufwand wirklich hat, und suchen die Gesellschaft Gleichgesinnter, die sich an ihrer Wahrheit berauschen und die laue Luft der Gegner nur reflektiert aufnehmen.
Talkshows verwandeln sich in Pfeile ins Herz derer, denen Loyalität zugesagt und nun verweigert wird. Jedes Interview wird heftig diskutiert, Führungspersonen wehren sich, doch sie werden von hinten angegriffen, bis sie nicht mehr wollen und nicht mehr können. Und doch liegt in all dem ein Funken: die leise Gewissheit, dass Haltung, Überzeugung und unerschütterlicher Mut nicht ausgelöscht werden können, dass ein stilles Weiterbestehen möglich bleibt, selbst in einer Zeit der Stürme.
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