Eine Vorhersage besitzt nur dann einen Wert, wenn sie eintrifft. Andernfalls verliert nicht nur sie ihre Geltung, sondern auch die nächste, die auf sie folgt. Mit jedem Irrtum schwindet das Vertrauen, bis schließlich nicht mehr die Aussage, sondern der Vorhersagende selbst infrage steht.
Das kann er nicht dulden. Denn seine eigentliche Währung ist nicht die Zukunft, sondern der Glaube an seine Deutung der Zukunft. Dieser Glaube darf nicht erlöschen. Er ist die Voraussetzung jeder weiteren Vorhersage, jedes erneuten Versprechens, jeder behaupteten Gewissheit.
Darum ringt er mit aller Kraft um seine Glaubwürdigkeit. Nicht selten mehr als um die Wahrheit selbst. Denn Wahrheit verträgt den Irrtum; Autorität hingegen lebt davon, ihn möglichst selten eingestehen zu müssen.
Juli26`
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