17 Januar 2025

„Verantwortung im Ausverkauf: Die Resignation der Gesellschaft“

Wir regen uns nicht mehr auf. Das haben wir uns schwer vorgenommen – nicht, weil es uns nicht mehr interessiert, sondern weil die eigene Gesundheit darunter leidet. So sehen wir zu, wie Menschen mit fremdem, mühsam erarbeitetem Steuergeld schalten und walten, als wäre es ein Spiel ohne Konsequenzen. Menschen, die gewählt wurden, nicht aus Überzeugung, sondern aus Mangel an Alternativen. Die Wahl zwischen Pest und Cholera – immer wieder.

Der Dilettantismus greift um sich, weil jene, die durch Zufall an die Macht gelangen, fremdes Geld verwalten dürfen, ohne die Sorgfalt, die sie bei ihrem eigenen Vermögen walten ließen. Steuergeld ist kein privates Geld – es scheint ein Spielgeld zu sein. Es wird verschwendet, verplant und versenkt, ohne dass echte Rechenschaft abgelegt werden müsste. Medien transportieren Sätze, die nichts erklären, und die Verantwortlichen geben sich unantastbar. Konsequenzen? Fehlanzeige.

Im Gegenteil: Egal, was wie entschieden wird, persönliche Verantwortung wird nicht eingefordert. Wer es schafft, eine gewisse Zeit abzusitzen, verlässt die Bühne mit üppigen Abfindungen und Pensionen – unabhängig davon, ob er oder sie etwas geleistet hat oder nicht. Mittlerweile scheint es Normalität, dass Menschen in höchste Positionen aufsteigen, die weder Kompetenz noch einen glaubwürdigen Leumund vorweisen können.

Und die nächste Wahl? Sie wird erneut diese Menschen in Amt und Würden heben. Der Kreislauf bleibt ungebrochen – bis sich Wählerinnen und Wähler nicht mehr zu helfen wissen und sich resigniert der AfD zuwenden. Wenn ich von Wählern spreche, meine ich selbstverständlich auch Wählerinnen, denn diese Unterscheidung war in meinem Leben nie eine andere.

Doch was bleibt? Resignation. Viele Menschen schalten die Medien ab, ziehen sich zurück und überlassen das Feld denjenigen, die in ihrer Machtfülle keinen Gegenwind spüren. Kein Widerstand, der die eigenen Mittel gefährdet. Das stärkt jene, die ohnehin keine Skrupel haben, nur für sich selbst zu handeln.

So nimmt das Spiel seinen Lauf – eine endlose Abwärtsspirale, befeuert von Gleichgültigkeit, Resignation und einem System, das sich selbst schützt. Es scheint, als hätten wir uns damit abgefunden. Vielleicht ist genau das die größte Niederlage: nicht mehr zu hoffen, nicht mehr zu erwarten, dass es jemals besser wird.


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