Rechtfertigt euch. Vielleicht scheint es notwendig. Aber warum? Diese Entscheidung habt ihr nicht unabhängig getroffen. Der Drang dazu entsteht nicht aus Überzeugung, sondern aus dem Unbehagen, von Normen abzuweichen, die ihr längst als selbstverständlich akzeptiert habt.
Doch wem dienen diese Normen? Sie sind keine neutralen Orientierungen, sondern Konstrukte, geformt von denen, denen ihr Autorität zuschreibt. Ihr passt euch an, oft unbewusst, und wenn ihr es nicht tut, folgt die Erklärung – nicht zwingend, weil sie erwartet wird, sondern weil ihr sie euch selbst abverlangt. Als müsste jede Abweichung begründet, jeder eigene Maßstab legitimiert werden.
Aber wer für sich denkt, wer sein Leben reflektiert, ohne es anderen aufzudrängen, braucht keine Rechtfertigung.
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