Kaufe dir deine Freiheit weg. Sei nett zu dir; Konsum ist es, was dich erfreut. Was du nicht bereust. Was dich bestätigt, dir zeigt, wer du bist. Anderen zeigt, was du bist, weil dir das wichtig ist. Weil du eitel bist und dadurch manipulierbar.
Das macht nichts; viele Menschen leben sich das vor und sind glücklich damit – mit jedem weiteren Kauf, mit jedem weiteren Schritt. Oberflächlich ist das nicht mehr. Es ist sozialisiert, wird nicht kritisiert, wenn jemand in diese Richtung marschiert. Es wird zum Konsens stilisiert, weil sonst wenig im Leben passiert.
Große Reisen, da war ich schon, da war es toll. Es muss toll gewesen sein, es darf keine Kritik geben, das wäre so daneben. Das gibt es nicht, das ist die Pflicht, die man sich auferlegt, wenn man sich in diesem Leben bewegt. Vielleicht merkt man es bald, vielleicht auch sehr spät, dass das auch ganz anders geht. Dass Umgang und empathische Herzlichkeit mehr ergeben als das äußere Erleben, das Sich-Geben, wie man sein will, wie man sich einredet zu sein, sein zu wollen; zu gefallen anderen, sich selbst, aber anderen mehr.
Das stellt nur Verletzlichkeit her. Der Speer der Unerheblichkeit fliegt durch die Luft, und wer ihn nicht weit genug werfen kann, fängt einfach von vorne an. Gesellschaftliche Akzeptanz bleibt nur ein individueller Mummenschanz – subjektiv geformt von denen, die das Leben nicht gar so ernst nehmen. Und das mag gut sein oder nicht. Ich weiß es nicht.“
Rainer Schulz im Jänner 2026 dem 10.
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