Manchmal ist Schweigen kein Rückzug, sondern eine Rüstung. Ein hochglanzpolierter Panzer aus purer Korrektheit, an dem jedes echte Wort einfach abperlt wie Regen auf Teflon. Ich erreiche nur Silber, weil ich den Fehler begehe, zu existieren – mit lauten Gedanken und einer Klappe, die sich weigert, ein Grabstein zu sein.
Aber das Gold? Das gehört den Unnahbaren. Jenen, die so fließend im Strom der Belanglosigkeit mitschwimmen, dass sie keine Wellen schlagen, nicht einmal einen Schatten werfen. Sie verhalten sich so tadellos, dass jeder Versuch, sie zu stellen, ins Leere läuft. Man kann sie nicht enttarnen, denn woraus bestünde die Maske schon, außer aus absoluter, steriler Fehlerfreiheit?
Ihnen die Meinung zu sagen, wäre ein Unrecht, denn sie tun ja „nichts“. Und genau darin liegt die Grausamkeit: Dieses Nichts ist so perfekt choreografiert, dass man selbst daneben wie ein Elefant im Porzellanladen wirkt, während sie in ihrer opportunistischen Stille thronen. Edelsteine für die Gesichtslosen. Schweigen im Gold.
Gott, wie öde ist diese Sicherheit, in der man sich niemals verliert, weil man sich nie weit genug vorgewagt hat, um überhaupt eine Richtung zu haben.
April 26'
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