Pragmatische Empathie macht Sympathie zum Ausgangspunkt gelebter Verbundenheit. Aus der Verzweigung unterschiedlichster Momente erwächst eine Harmonie, in der konventionelle, vom Vergleich getriebene Anstrengung an Bedeutung verliert – eine Harmonie, die sich dem bloßen Erzwingen entzieht. Wer diese Anstrengung durchlebt hat, gelangt an einen Punkt, an dem Vergleich seine Bedeutung verliert. Daraus könnten neue Formen des Miteinanders entstehen, die als Leitplanken dienen und dazu beitragen, dass die Ursachen von Hass und Neid abgeschwächt oder in konstruktivere Bahnen gelenkt werden.
Die entscheidende Frage bleibt: Sind Konventionen nicht immer auch Einschränkungen, selbst wenn sie einem höheren Zweck dienen? Vielleicht liegt die Lösung nicht in neuen Konventionen, sondern in einer neuen Beziehung zu ihnen – in Strukturen, die nicht begrenzen, sondern Möglichkeiten eröffnen.
Fazit:
Eine reifere Gesellschaft entsteht nicht dadurch, dass sie alle Regeln abschafft, sondern dadurch, dass ihre Regeln nicht mehr als Zwang, sondern als bewusste Gestaltung gemeinsamer Möglichkeiten verstanden werden.
Juli26`
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