philosophische gedanken über die utopie von der fähigkeit des menschen den tod zu verstehen unter dem aspekt von ausgeprägtem ab der geburt vorgegebenen egoismus gegenüber dem anspruch auf ein langes ergiebiges, möglichst nicht endendes leben im allgemeinen und der todesdiagnose im individuellen fall sind schwierig. einen versuch ist es dennoch wert, auch wenn er nicht gelingen kann. dann ist das eben so.
schwierig also, soviel ist klar. diese schwierigkeit beruht vermutlich darauf, dass der tod unerforscht ist, weil die erfahrung des todes im vergleich zu der erfahrung des lebens fehlt.
da kein mensch der nicht gestorben ist diese erfahrung kennt und das mystische an dieser wahrnehmung eine distanz aufbaut, die man nicht zu überbrücken bereit ist, wirkt der tod per se suspect und wird selbst dann in die zukunft verscheucht, wenn die eigene todesdiagnose ein unverrückbares zeitliches limit setzt.
"sterben müssen wir alle!" eine erkenntnis die uns bewusst oder unbewusst durch unser leben, erleben trägt, mal direkt, wenn menschen sterben; oder spätestens dann, wenn sich der eigene tod aufgrund von alter oder krankheit ankündigt. man ist darauf nicht vorbereitet; will es nicht sein. so wählt man die hoffnung, weil sie der zufluchtsort ist; die hoffnung auf ein längeres leben; bis zum letzten atemzug.
was geschieht mit uns wenn der tod uns urplötzlich besitzt? wenn er uns keine chance lässt? wenn ein geliebter mensch gehen muss? was wenn sich das leben plötzlich ändert; ohne ankündigung und strikt?
weshalb wird der tod gesellschaftlich isoliert, gar negiert, bis es nicht mehr anders möglich ist; während die geburt eines kindes gefeiert wird; wohl wissend, dass die eltern mit der geburt des kindes dessen tod schon eingeleitet haben?
schwieriges thema; jeder mensch wird anders darüber denken was ihn nach dem tod erwartet, oder nicht erwartet. hier kann jeder seiner fantasie freien lauf lassen, was in geringen teilen eine schwierige akzeptanz gegenüber dem tod bewirken kann, so man dazu bereit ist.
ja klar, es gibt menschen die bescheid wissen; jederzeit, oder jene die zugeben etwas bescheid wissen zu wollen und es gibt diejenigen die zugeben nichts zu wissen. das ist die minderheit.
"nach dem tod kommt nichts!" eine strenge behauptung hinterlässt manchmal keine zweifel. mal ehrlich, wer weiß denn schon was beim tod passiert; beim töten schon eher, aber nach dem tod?
und weil das so ist erinnere ich an die alte frau, die gefragt wurde wie sie denn so alt werden könne:
"ich habe einfach immer nur weitergelebt!"
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