24 Februar 2025

Zwischen Gestern und Morgen

Und wieder löst ein fremder Tag den Vortag ab. Fremd deshalb, weil er erst beginnt und keiner weiß, wie er sich entwickeln wird. Er wird von einem weiteren fremden Tag abgelöst werden, und so geht es weiter. 

Vielleicht ist “fremd” das falsche Wort. Vielleicht ist “neu” passender. Neu und fremd. Neu und alt. Das Alte löst das Neue ab und das Neue nimmt das Alte auf. Der morgige Tag ist nicht bekannt, er ist ungewiss. 

Aus Bekanntem wächst das Fremde, das gleichzeitig jung und alt ist. Kategorien von Menschen – die, in denen sie leben, die sie leben wollen, in denen sie sich entschulden möchten, von Verantwortung befreit sein wollen, sich von allem Belastenden lösen möchten. 

Alles wird zur Schuld: Das Neue, das Alte, vor allem das Fremde, und das Bekannte wird doch zu unserem Freund. So sind wir Menschen. Die Verantwortung scheint zu neu, zu fremd, zu sehr belastend, weil sie das Risiko birgt, kritisiert zu werden. 

So wird sie fremd, uns immer fremder. Wir möchten sie neu beleben, bekannt machen, doch dann naht wieder der Abend, der den nächsten Tag ankündigt, an dem wir wieder neu bewerten wollen, das Fremde negieren wollen und weitermachen wie bisher.

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